Castingshows Deutschland bleibt die Stimme weg
Zwischen zwei Televotings: Das Fernsehen will uns weismachen, ESC-Lena und DSDS-Pietro wären die besten Sänger des Landes. Das darf doch nicht wahr sein!
Kein böses Wort mehr über Lena. Das ist der Tenor, der in diesen Tagen aus den Fanforen, den ESC-nahen Sendeanstalten und der leichten Presse hallt. Lena Total, Countdown für Lena, Lena-Fieber, Eurovision Spezial, Eurovision Total: Angesichts der neuen Landrut-Euphorie, die ARD und ProSieben mit ihrer gemeinsamen ESC-Woche schüren, traut man sich kaum mehr, objektiv hinzuschauen: Was kann Lena eigentlich? Und viel wichtiger im Rahmen eines internationalen Sängerwettstreits: Ist sie Deutschlands Stimme?
Anderer Schauplatz, anderer Sender. "Sie sind die besten Sänger der Nation", verkündete der RTL-Moderator Marco Schreyl vollmundig am vergangenen Samstag. Neben ihm standen die Castingshow-Kandidaten Sarah Engels und Pietro Lombardi. Zwischen ihnen sollte sich entscheiden, wer Deutschlands neuer, sogenannter Superstar wird. Das Publikum wählte den 18-jährigen strasssteinchenklebenden Hauptschulabbrecher aus Karlsruhe. Weil seine Bräsigkeit so authentisch war, weil er immer mit vielen tanzenden Kindern auftrat, weil er jeden noch so einfachen Text vergaß. Und weil er, wie der Jurychef Dieter Bohlen es sagte, "zu dem steht, was er nicht kann".
Seit Jahren bestreitet RTL sein Programm mit der öffentlich ausgestellten Unfähigkeit von Reality-Show-Kanditaten. Wie in vielen Medienbereichen ist auch hier der Konsument zum Akteur geworden: Die Kernzielgruppe gestaltet ihr Programm selbst, in dem sie sich beim Schuldnerberater, bei der Super Nanny, bei der Rechtshilfe oder bei Castingshows anmeldet. Da wird einer wie Pietro Lombardi, der wenig kann und dies zeigt, von der Zuschauergemeinde heißen Herzens empfangen. Schließlich ist er einer von ihnen. Man darf sagen: Noch nie in einer Wahl zum DSDS-Sieger war das RTL-Publikum so sehr bei sich.
Aber ist RTL gleich Deutschland und Lombardi wirklich "der beste Sänger der Nation"? Bestimmt nicht. Er ist kaum mehr als ein Duschkabinenheld, der auf mechanische Art versucht, die Stimmen seiner R'n'B-Vorbilder nachzuahmen. Stets derselbe Ausdruck, dieselben Melismen und Phrasierungen, kein Gespür für den semantischen Zusammenhalt oder die syntaktische Struktur der Musik.
Lena hat etwas mehr Musikverständnis als Pietro Lombardi, doch in erster Linie ist sie eine Unterhalterin. Schmale Stimme, breite Präsenz. In dieser Woche vor dem ESC in Düsseldorf läuft sie zur Hochform auf. Und hier muss man der ARD einmal zur Programmgestaltung gratulieren: Als charmanter, doch unberechenbarer Talkshowgast und als Moderatorin ihres eigenen Tagesablaufs bringt sie Leben in die öffentlich-rechtlichen Kanäle. Wer das vermag, braucht nicht singen zu können.
Bei allen offensichtlichen Unterschieden haben Lena und Pietro eines gemein: Sie sind Interpreten. Sie tragen vor, was andere sich ausgedacht oder durchlebt haben. Allzumeist ist dies das ewige Schicksal von Castingshowgewinnern. Von ihnen wird keine ernsthafte Hingabe erwartet. Es reicht ein bisschen Talent und eine telegene Darbietungsweise. Hier geht es darum, den Anschein von Gefühl zu erwecken: Sie sind Vermittler einer Instant-Musikalität.
- Datum 13.05.2011 - 14:48 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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nur findet man die nicht im Dudelfunk.
Auch wundert man sich manchmal, dass Musiker die man zuerst im Ausland verortet hat, eigentlich aus Deutschland stammen.
Niemand muss den Müll hören, muss ARD und Konsorten schauen oder die Bild lesen. Und dat is verdammt gut so. Ich weiß ja nicht, was die geneigten ZEIT-Leser nun machen ... ich für meinen Teil werde jetzt ne Runde Blind Guardian hören (=
...ist da jemand neidisch? Oder muss sich da jemand selber beweihräuchern?
Was soll das? Doch, es gibt auch in den "Casting-Shows" gute Sänger. Diesen ihr Tallent abzusprechen ist einfach arrogant. Wenn sie nicht singen können würden sie evt auch nicht gewinnen. Das Problem ist eher dass sie danach in die Fänge irgendwelcher Produzenten kommen, die diese für die Industrie verheizen und so gute Stimmen auf der Strecke bleiben - sie haben gar keine Chance sich zu entwickeln.
Es wäre zudem interessant zu erfahren wenn der Autor für einen guten Sänger hält.
Und seien wir mal ehrlich: Viele der seit Jahren erfolgreichen Musiker in Deutschland sind nicht wirklich die Vorzeigesänger. Ist Grönemeyer ein wirklich guter Sänger? Westernhagen? Collins? Farian Urlaub? Sicherlich nicht, aber sie sind gute Musiker. Nur diese hatten die Zeit sich zu entwickeln. Solange man diese den "Retorten-Show-Gewinnern" nicht gibt, kann man ihnen auch keinen Vorwurf machen. Wir haben viele Talente die für eine Hand voll Euros verheizt werden. DAS ist das eigentliche Problem...
...hört man sich Grönemeyers "Total Egal" und "Ö" an sind da Welten dazwischen.
Leider gibt niemand mehr Künstlern die Zeit sich zu entwickeln.
Deßhalb heissen sie jetzt auch "Stars" und nicht mehr Musiker.
Schade drum.
...den Artikel etwas aufmerksamer gelesen, wäre Ihnen evtl. aufgefallen, dass die Autorin unterscheidet zwischen dem Talent, Singen zu können, und dem feinen Musikgespür, das einen Musiker ausmacht. Was sich auch darin äußert, ob jemand Songs selbst schreibt und diesen eine eigene Note verleihen kann, oder ob er technisch gut aber ohne eigenen Beitrag die Songs anderer Leute nachsingt. Wenn Sie so wollen der Unterschied zwischen einem Sänger und einem Musiker...
Der Artikel bemerkt also, dass es in Dtl. vor allem auch durch den Casting-Wahn eine Unmenge von Sängern gibt, aber kaum mehr Musiker (bzw. diese kaum Beachtung finden). Insofern sind Sie und die Autorin im Grunde genommen einer Meinung und Ihre Gehässigkeit unangebracht. ;)
Schön, dass ich helfen konnte...
Ich kann Ihnen da nicht zustimmen. Nicht die Stimme führt zum Sieg bei Castingshows, sondern das "Gesamtpaket" aus Gesang, Selbstdarstellung und Drama. Und die letzten beiden Punkte überwiegen meiner Meinung nach klar. Der Gesang liefert doch längst nur noch den Vorwand für das Showkonzept.
Am Ende steht ein Interpret, wie der Artikel richtig feststellt. Ein Interpret ist aber nicht zwingend auch ein Künstler. Auch hier muss ich dem Artikel zustimmen. Die DSDS-Interpreten zum Beispiel glänzen durch bloße Imitation. Wird beispielsweise eine Ballade gesungen schließt man die Augen, malt mit den Fingern die Melodie in die Luft und lässt seine Stimme möglichst oft "abbrechen" um "Emotionen" zu erzeugen. Dabei kommt keine Kunst heraus, sondern Retortenwhitneys. Das ist nicht weiter verwunderlich (für mich zumindest), sind doch die nachgeahmten "Künstler" selbst nichts weiter als Kopien.
...ist da jemand vielleicht ein bisschen blauäugig?
Um eins von vorn herein klarzustellen, viele Teilnehmer in solchen Castingshows sind durchaus ganz passable oder sogar gute Sänger. Es ist jedoch allgemein bekannt, dass der Zweck solcher Castingshows nicht darin liegt, junge Talente zu fördern, sondern jemand mit geeigneter Hintergrundgeschichte zu finden (bevorzugt aus einem sozial schwachen Milieu - siehe Paul Potts) und möglichst viel Geld mit ihm/ihr zu machen. Wenn das Aussehen und der Unterhaltungswert stimmen, wird die Stimme zweitrangig.
Eins noch: Man sollte doch bitte noch (gerade in einer Zeitung wie der ZEIT) durchaus angebrachte und begründete Kritik äußern dürfen, ohne gleich mit dem Vorwurf des Neids konfrontiert zu werden!
Ich finde die Sängerwettbewerbe gänzlich uninteressant. Ich erwarte von einem Sänger gar keine gute Stimme oder einen guten Gesang, sondern dass er mich packt.
Ihre Liste von bekannten und erfolgreichen Sängern überlappen zwar nicht mit meinen Musik-Favoriten, zeigen aber, dass viele Menschen das ähnlich unqualifiziert sehen.
Es ist nicht der Song (oder die Stimme), es ist der Sänger.
Es wird doch gar nicht gesagt, dass die Teilnehmer von Castingshows nicht singen können, sondern nur, dass von ihnen eben nicht mehr das Ganzheitsprogramm eines echten Künstlers erwartet wird. Auch ich verstehe unter einem Musiker/Künstler jemanden, der die Kreativität und das Talent besitzt, sich musikalisch auszudrücken, eigene Sachen zu schreiben und nicht nur zu den Gefühlen/Gedanken/Worten anderer ein eindrucksstarkes Gesicht zu machen und loszuträllern. Das hat keinen Bestand, so jemand ist austauschbar und genau deshalb sind die Leute von DSDS solche Eintagsfliegen: Diese Menschen besitzen keine Tiefe, keine wirkliche Gabe. Im Prinzip sind es Marionetten von RTL und dabei auch noch Spiegel ihrer Zuschauer, die es manchmal tatsächlich schaffen, einen Ton zu halten. DSDS-Teilnehmer haben keinen Erfolg nach der Castingsendung, weil danach auch gar nicht gefragt wird, zu keinem Zeitpunkt.
...hört man sich Grönemeyers "Total Egal" und "Ö" an sind da Welten dazwischen.
Leider gibt niemand mehr Künstlern die Zeit sich zu entwickeln.
Deßhalb heissen sie jetzt auch "Stars" und nicht mehr Musiker.
Schade drum.
...den Artikel etwas aufmerksamer gelesen, wäre Ihnen evtl. aufgefallen, dass die Autorin unterscheidet zwischen dem Talent, Singen zu können, und dem feinen Musikgespür, das einen Musiker ausmacht. Was sich auch darin äußert, ob jemand Songs selbst schreibt und diesen eine eigene Note verleihen kann, oder ob er technisch gut aber ohne eigenen Beitrag die Songs anderer Leute nachsingt. Wenn Sie so wollen der Unterschied zwischen einem Sänger und einem Musiker...
Der Artikel bemerkt also, dass es in Dtl. vor allem auch durch den Casting-Wahn eine Unmenge von Sängern gibt, aber kaum mehr Musiker (bzw. diese kaum Beachtung finden). Insofern sind Sie und die Autorin im Grunde genommen einer Meinung und Ihre Gehässigkeit unangebracht. ;)
Schön, dass ich helfen konnte...
Ich kann Ihnen da nicht zustimmen. Nicht die Stimme führt zum Sieg bei Castingshows, sondern das "Gesamtpaket" aus Gesang, Selbstdarstellung und Drama. Und die letzten beiden Punkte überwiegen meiner Meinung nach klar. Der Gesang liefert doch längst nur noch den Vorwand für das Showkonzept.
Am Ende steht ein Interpret, wie der Artikel richtig feststellt. Ein Interpret ist aber nicht zwingend auch ein Künstler. Auch hier muss ich dem Artikel zustimmen. Die DSDS-Interpreten zum Beispiel glänzen durch bloße Imitation. Wird beispielsweise eine Ballade gesungen schließt man die Augen, malt mit den Fingern die Melodie in die Luft und lässt seine Stimme möglichst oft "abbrechen" um "Emotionen" zu erzeugen. Dabei kommt keine Kunst heraus, sondern Retortenwhitneys. Das ist nicht weiter verwunderlich (für mich zumindest), sind doch die nachgeahmten "Künstler" selbst nichts weiter als Kopien.
...ist da jemand vielleicht ein bisschen blauäugig?
Um eins von vorn herein klarzustellen, viele Teilnehmer in solchen Castingshows sind durchaus ganz passable oder sogar gute Sänger. Es ist jedoch allgemein bekannt, dass der Zweck solcher Castingshows nicht darin liegt, junge Talente zu fördern, sondern jemand mit geeigneter Hintergrundgeschichte zu finden (bevorzugt aus einem sozial schwachen Milieu - siehe Paul Potts) und möglichst viel Geld mit ihm/ihr zu machen. Wenn das Aussehen und der Unterhaltungswert stimmen, wird die Stimme zweitrangig.
Eins noch: Man sollte doch bitte noch (gerade in einer Zeitung wie der ZEIT) durchaus angebrachte und begründete Kritik äußern dürfen, ohne gleich mit dem Vorwurf des Neids konfrontiert zu werden!
Ich finde die Sängerwettbewerbe gänzlich uninteressant. Ich erwarte von einem Sänger gar keine gute Stimme oder einen guten Gesang, sondern dass er mich packt.
Ihre Liste von bekannten und erfolgreichen Sängern überlappen zwar nicht mit meinen Musik-Favoriten, zeigen aber, dass viele Menschen das ähnlich unqualifiziert sehen.
Es ist nicht der Song (oder die Stimme), es ist der Sänger.
Es wird doch gar nicht gesagt, dass die Teilnehmer von Castingshows nicht singen können, sondern nur, dass von ihnen eben nicht mehr das Ganzheitsprogramm eines echten Künstlers erwartet wird. Auch ich verstehe unter einem Musiker/Künstler jemanden, der die Kreativität und das Talent besitzt, sich musikalisch auszudrücken, eigene Sachen zu schreiben und nicht nur zu den Gefühlen/Gedanken/Worten anderer ein eindrucksstarkes Gesicht zu machen und loszuträllern. Das hat keinen Bestand, so jemand ist austauschbar und genau deshalb sind die Leute von DSDS solche Eintagsfliegen: Diese Menschen besitzen keine Tiefe, keine wirkliche Gabe. Im Prinzip sind es Marionetten von RTL und dabei auch noch Spiegel ihrer Zuschauer, die es manchmal tatsächlich schaffen, einen Ton zu halten. DSDS-Teilnehmer haben keinen Erfolg nach der Castingsendung, weil danach auch gar nicht gefragt wird, zu keinem Zeitpunkt.
Denn auch hier liegt das was am Besten sein soll, hauptsächlich im Ohr des jeweiligen Zuhörers, allein am persönlichen Geschmack des Zuhörers.
...aber der Zuhörer kann nur aus dem Wählen, was im vorgelegt wird, oder eher: Aus dem was er kennt. Alleine wenn man mal in den "Indi"-Bereich geht findet man wesentlich qualitätiv hochwertigere Musik. Die "niedere" Qualität der Charts liegt aber weniger an den "Talenten", sondern dass die wenigsten sich noch die Mühe machen Musik zu entdecken sondern einfach das nehmen, was im Radio gedudelt wird. Die Plattenfirmen wollen aber nur die schnelle Mark verdienen, ein aufbau von Tallenten ist ihnen eher ein Klotz am Bein. Daher kann man das nicht an Stefann Raab festmachen, sondern muss das der ganzen Industrie vorhalten...
...aber der Zuhörer kann nur aus dem Wählen, was im vorgelegt wird, oder eher: Aus dem was er kennt. Alleine wenn man mal in den "Indi"-Bereich geht findet man wesentlich qualitätiv hochwertigere Musik. Die "niedere" Qualität der Charts liegt aber weniger an den "Talenten", sondern dass die wenigsten sich noch die Mühe machen Musik zu entdecken sondern einfach das nehmen, was im Radio gedudelt wird. Die Plattenfirmen wollen aber nur die schnelle Mark verdienen, ein aufbau von Tallenten ist ihnen eher ein Klotz am Bein. Daher kann man das nicht an Stefann Raab festmachen, sondern muss das der ganzen Industrie vorhalten...
Wenn Millionen das DSDS-Gequake anschauen und einem Dieter Bohlen zujubeln, dann ist das zwar traurig aber leider Realität.
Und da offenbar die Mehrheit das anders sieht (den Teil mit dem leider) bekommt 'Schland genau den Pop den es auch verdient. Geistlos, Ideenlos, Geschmacklos...
btw: Pop sucks anyway
"Und da offenbar die Mehrheit das anders sieht (den Teil mit dem leider) bekommt 'Schland genau den Pop den es auch verdient. Geistlos, Ideenlos, Geschmacklos..."
... das ist die Frage, die meisten lernen ja gar nichts mehr anderes kennen, eingeklemmt zwischen *den größten Hits aus den x-igern* und der nächsten nervtötenden überlangen Werbepause.
Und im Fernsehen sind die Einschaltquoten nicht wirklich hoch:
http://www.global-records...
Um die 7 Mio bei einem 80 Mio-Volk, das sind keine 10% (bzw. ein Drittel aller 14-49 Jährigen), weit von der Mehrheit entfernt. Und ob die das aus voyuristischen, musikalischen Gründen oder schlicht aus langer Weile oder nebenher angeschaut haben, steht da auch nicht.
Weißt du wie das Radio seine Empfängerzahlen ermittelt? Das funktioniert nicht wie beim Fernsehen, die machen das anhand einer jährlichen Telefonumfrage. Jetzt dürfte auch jedem der Grund für die nervenden Jingles bekannt sein: ein Sender muss im Gedächtnis kleben bleiben. Da ist gute Musik nicht wirklich wichtig, da reicht der rabbatierte Einheitsbrei der Musikkonzerne. Irgendwo wird man immer vom Dudelfunk belästigt, bei der Busfahrt, im Wartezimmer oder im Supermarkt...
"Und da offenbar die Mehrheit das anders sieht (den Teil mit dem leider) bekommt 'Schland genau den Pop den es auch verdient. Geistlos, Ideenlos, Geschmacklos..."
... das ist die Frage, die meisten lernen ja gar nichts mehr anderes kennen, eingeklemmt zwischen *den größten Hits aus den x-igern* und der nächsten nervtötenden überlangen Werbepause.
Und im Fernsehen sind die Einschaltquoten nicht wirklich hoch:
http://www.global-records...
Um die 7 Mio bei einem 80 Mio-Volk, das sind keine 10% (bzw. ein Drittel aller 14-49 Jährigen), weit von der Mehrheit entfernt. Und ob die das aus voyuristischen, musikalischen Gründen oder schlicht aus langer Weile oder nebenher angeschaut haben, steht da auch nicht.
Weißt du wie das Radio seine Empfängerzahlen ermittelt? Das funktioniert nicht wie beim Fernsehen, die machen das anhand einer jährlichen Telefonumfrage. Jetzt dürfte auch jedem der Grund für die nervenden Jingles bekannt sein: ein Sender muss im Gedächtnis kleben bleiben. Da ist gute Musik nicht wirklich wichtig, da reicht der rabbatierte Einheitsbrei der Musikkonzerne. Irgendwo wird man immer vom Dudelfunk belästigt, bei der Busfahrt, im Wartezimmer oder im Supermarkt...
...aber der Zuhörer kann nur aus dem Wählen, was im vorgelegt wird, oder eher: Aus dem was er kennt. Alleine wenn man mal in den "Indi"-Bereich geht findet man wesentlich qualitätiv hochwertigere Musik. Die "niedere" Qualität der Charts liegt aber weniger an den "Talenten", sondern dass die wenigsten sich noch die Mühe machen Musik zu entdecken sondern einfach das nehmen, was im Radio gedudelt wird. Die Plattenfirmen wollen aber nur die schnelle Mark verdienen, ein aufbau von Tallenten ist ihnen eher ein Klotz am Bein. Daher kann man das nicht an Stefann Raab festmachen, sondern muss das der ganzen Industrie vorhalten...
...hört man sich Grönemeyers "Total Egal" und "Ö" an sind da Welten dazwischen.
Leider gibt niemand mehr Künstlern die Zeit sich zu entwickeln.
Deßhalb heissen sie jetzt auch "Stars" und nicht mehr Musiker.
Schade drum.
Deshalb mit "ß" und heißen mit "ss".
Da wiad mia übel, örks (Nina Hagen)
Deshalb mit "ß" und heißen mit "ss".
Da wiad mia übel, örks (Nina Hagen)
Ich weiß nicht, ob Sie da nicht ein wenig zu viel in die sog. Talente interpretieren. Meist ist es ja eine Mischung aus "Home"story, die aus einem 14jährigen Whitney Houston Imitat (Australien) gleich ein Talent macht und ihm von den "Fans" bescheinigt wird, er könne das besser als das Original. Hier wird sehr viel über Emotionen geregelt und die lassen Talentfreiheit schnell vergessen. Ein 14jähriger MUSS einfach besser sein als das Original, das Volk will es so. Aber auch nach mehrfachem Hinhören kann ich nicht erkennen, dass er besser als das Original ist, sondern einfach nur 14, blond und kurz vor dem Stimmbruch. Aber das reicht dem Publikum offensichtlich, um daraus gleich einen Superstar machen zu wollen.
Ich gebe Ihnen allerdings recht, dass es um andere, insbesondere Grönemeyer, auch nicht besser bestellt ist. Ich habe nie verstanden, wie dieser Mann mit dieser unerträglichen Stimme und diesen pseudointellektuellen Texten Erfolg haben kann. Aber gut, ich bin musikalisch auch anders zu begeistern als über Emotionen und Texte (interessieren mich nicht die Bohne), denn wie heißt es so schön? In einem Porno interessiert mich nicht die Handlung sondern das, worum es geht. Im Falle von Musik interessiert mich die musikalische Qualität und nicht, ob der Interpret gerade seinen Vater verloren hat und er unter diesen Umständen eine ganz besondere Leistung vollbringt. Das ist eine emotionale Sauce, die bei mir Übelkeit auslöst.
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