Der Klub der 27
Als Amy Winehouse im Sommer die Bühne für immer verließ, trat sie einem geheimnisumwitterten Verein bei: dem Klub der 27 . Begründet hat ihn Brian Jones, der 1969 bei den Rolling Stones rausflog und ein paar Wochen später tot in seinem Pool trieb. Ob Alkohol, Drogen oder doch ein streitsüchtiger Bauunternehmer den Gitarristen dahinrafften, wurde nie ganz geklärt. Fest steht: Wie Jones starben etliche weitere Musiker im Alter von 27 Jahren. Als berühmteste Klubmitglieder folgten Jimi Hendrix (Alkohol, Schlafmittel, Erbrochenes), Janis Joplin (Heroin), der Doors-Sänger Jim Morrison (wahrscheinlich Heroin), Kurt Cobain (Heroin, Kopfschuss) und zuletzt, im Juli, Amy Winehouse (Alkohol) .

Zuletzt? Ha! Im August erlitt der Trompeter Richard Turner , der unter anderem für die Friendly Fires spielte, einen tödlichen Schwimmunfall – mit 27. Auch im Klub : die mit einem Baum befreundete Alexandra (Autounfall), der Grateful-Dead-Keyboarder Ron "Pigpen" MacKernan (Alkohol), diverse Rapper (Mord). Statistiker winken ab: Wenn man lange genug suche, könne man für jedes Alter solche Listen basteln. Andere meinen, Mitte 20 sei ein typisches Alter für schwere Krisen. Aber dass der Gitarrist der schottischen Band Stone the Crows, Leslie Harvey, sich am Mikrofon einen tödlichen Stromschlag holte, dahinter muss eine Verschwörung stecken. Bruno Mars, Lilly Allen, Nick O'Malley und Daniel Küblböck: Passt nächstes Jahr gut auf Euch auf!

Der Pakt mit dem Teufel
Dass der Bluesman Robert Johnson klampfte wie ein junger Gott, verdankte er einem teuflischen Treffen: Der Überlieferung nach traf er an einer Straßenkreuzung einen großen schwarzen Mann, der ihm im Austausch für seine Seele den begnadeten Blues beibrachte. Mehrere Orte im Süden der USA behaupten, die im legendären Cross Road Blues besungene Kreuzung liege in ihrer Gemarkung . In einer anderen Version versprach Johnson seine Seele dem Satan auf einem Friedhof, und da ist wohl was dran: Johnson und sein Mentor Ike Zimmerman sollen sich auf ein Gräberfeld zurückgezogen haben, um in Ruhe zu üben. Ob Johnson seine Gabe nun Zimmerman, dem christlichen Gottseibeiuns oder Papa Legba verdankt, dem Voodoo-Gott der Wegkreuzungen – die Legende ist eine Variation über ein altes Thema: Schon dem Violinvirtuosen Niccolò Paganini und anderen rasanten Interpreten wurden Verbindungen in die Unterwelt nachgesagt. Robert Johnson jedenfalls thematisierte Hölle, Tod und Teufel in etlichen Werken. Und vielleicht war es ja der Leibhaftige, der sich 1938 die Seele des Bluesgitarristen holte. Er starb nämlich unter bis heute nie ganz geklärten Umständen: Es könnte die Syphilis gewesen sein – oder Strychnin im Whisky, von einem eifersüchtigen Ehemann einer Frau zugedacht, mit der Johnson flirtete. Als Johnson starb , war er 27 Jahre alt.

Elvis lebt
In den siebziger Jahren warf Elvis Aaron Presley sich täglich den Lagerbestand einer Kleinstadtapotheke ein. Das ist auf Dauer nicht gesund. Der grotesk angeschwollene King litt unter Grünem Star, hohem Blutdruck, Darm- und Leberschäden. Am 16. August 1977 lag er tot in seinem Badezimmer. Oder nicht? Millionen von Elvis-Fans wollen einfach nicht glauben, dass der Träger gigantischer Glitzeranzüge so würdelos die Welt verließ. Fast täglich melden sie eine Begegnung mit dem überlebenden Elvis irgendwo auf der Welt, der in einem texanischen Supermarkt abkassiert oder in London Sandwiches bestellt.

Manche glauben, der Schmalztollenträger wurde von Außerirdischen entführt, aber Agent Fox Mulder weiß es besser. In einer Folge von Akte X sagt er, "nur eine Person hat jemals erfolgreich ihren Tod vorgetäuscht. Und das war Elvis." Mulder muss es wissen, das FBI war an der Aktion beteiligt, wie an jeder guten Verschwörung ( Mondlandung , Kennedy-Mord, 9/11). Im Sarg lagen eine Wachspuppe und eine Klimaanlage, damit die Puppe in der Sommerhitze von Memphis nicht schmilzt. Es soll Trauergäste geben, die gesehen haben wollen, wie sich trotzdem eine Kotelette löste. Einen Tag nach dem Tod Presleys soll ein Mann, der ihm ähnlich sah, ein Ticket nach Buenos Aires gelöst haben – unter dem Namen John Burrows , einem Pseudonym, das Presley auf Reisen gern benutzte. Elvis setzte sich ab, weil er das Fan-Getöse nicht mehr ertrug. Und da steht er nun hinter der Strandbar und mixt Cocktails, während Jim Morrison ihm seine Gedichte vorträgt. Der ist nämlich auch nie gestorben .