Musik 2011 : Die besten Alben des Jahres

Die Lieblinge unserer Kritiker: Welche Musik hat die Mitarbeiter von ZEIT und ZEIT ONLINE in diesem Jahr am stärksten beeindruckt? 42 Tipps aus Klassik, Jazz und Pop.

Jan Freitags Lieblinge

Moritz Krämer: Wir können nix dafür (Tapete)
Wir können nix wofür – dass da ein Album ins Bauchgefühl kriecht, dem man die Schwierigkeit, emotionalen Pop ohne Pathos zu machen, nie anhört? Doch, Moritz, da kannst du was für! Der Berliner Multifunktionskünstler hat mit seinem Debüt sehr bewusst den Soundtrack entspannter Ziellosigkeit geliefert. Ein nuschelndes, knarzendes, wunderbares Manifest lässiger Aufgewühltheit, das zu Tränen rührt und zum Lachen bringt, ersteres öfter. Irgendwie sehr 2011.

 

Boy: Mutual Friends (Grönland Records)
Wenn Deutschsprachler Englisch singen, klingt das oft nach Dictionary im Proberaum. Boy klingen, als seien sie am Pazifik aufgewachsen oder in Chicago, kommen aber aus Zürich und Hamburg. Nicht grad gesalbte Ursprungsorte des besten Singer/Songwritings im ganzen Jahr: zwei Frauen, zwei Stimmen, dazu Orgel, Gitarre. Easy Listening, das nicht aus Selbstzweck leicht klingt, auf einem Debütalbum, das rauf und runter laufen kann. Tag für Tag. Danke.

 

Kitty, Daisy & Lewis: Smoking in Heaven (Sunday Best/PIAS)
Wer etwas Altem huldigt, sollte dabei besser nicht lachen, sonst ist es keine Huldigung, sondern Karikatur. Kitty, Daisy & Lewis lachen nie. Bedingungslos stoisch zelebrieren die drei britischen Geschwister ihren Rock'n'Roll-Swing-Ska und sind dabei bedingungslos nostalgisch statt bloß retro. Noch bedingungsloser sind sie nur ihrer Musik ergeben. Man hört es in jeder Note. Wer das ehrlich genießen kann, hat gewonnen. Alle anderen stehen auf Ted Herold.

 

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