Tipps von Rabea Weihser
Rabea Weihsers Lieblinge
Peter Licht: Das Ende der Beschwerde (Motor)
Banal! Aufzuschreiben, was ohnehin schon alle kennen, ist meist überflüssig. Dennoch hat in diesem Jahr niemand die allgegenwärtige Hassliebe so heiter in Vers und Klang gefügt wie Peter Licht. Wir umarmen neue Technologie und fürchten uns vor ihr. Wir bangen um unsere Renten, und wollen doch immer jung bleiben. Kapitalismus ist scheiße – aber was nun? Peter Licht hören. Das wirkt zumindest dem elenden Gefühl der Individualisierung entgegen.
James Blake: James Blake (Polydor/Universal)
War das wirklich alles in den vergangenen zwölf Monaten? So viel James Blake überall. Ein Debütalbum, eine EP, Dauergast in der Hauptstadt. Und die Aufregung ist berechtigt. Dieser 23-jährige Londoner hat Avantgarde und Pop auf eine Weise kombiniert, die selbst Hipster verstehen. Wabernde, weite Räume, Rauschen, komplexe Strukturen, die man ergründen wollen muss. Und das Wunderbare: Alle wollen!
Bon Iver: Bon Iver (4AD/Beggars)
Was macht ein Album zur Platte des Jahres? Sie ergreift einen, lässt einen fassungslos zurück ob ihrer erhabenen Schönheit. Dieses kleine, sehnende Gitarrenthema, aus dem sich Bon Ivers Perth entwickelt, schiebt alles weg. Die Krisen, die Hektik, die Wut ergeben sich: Solang solche Musik komponiert wird, kann es nicht so schlimm stehen. Die Dichte des Eröffnungssongs haben nicht alle Stücke des Albums, aber der allein reicht für 365 Tage.








Empfunden...
Das Handy macht was es will...
Casper - XOXO
Prinz Pi - Hallo Musik
Basstard - Zwiespalt Weiß
Morlockk Dilemma - Manx
Audio88 - Die Erde ist eine Scheide
KIZ - Urlaub fürs Gehirn
Prezident - Neueste Erkenntnisse vom absteigenden Ast
Maeckes - Manx
Tua&Vasee - Evigila
Kaas - Liebe, Sex & Twilight Zone
Disko Degenhardt - Donna Klara
Warum wird Deutsch-Rap im ZEIT-Feuilleton so vernachlässigt?
Wo bleibt bitte schön die Abwechslung? Ich habe das Gefühl das sich Musik, genau wie Politik, immer mehr der Mitte annähert und angleicht um bei einer größt möglichen Masse von Menschen Anklang zu finden! Wo sind die Ecken und Kanten?
Natürlich findet man noch zu jedem Musikgeschmack subversive Bands, Beats und Subgenres, aber man muss immer länger und intensiver danach suchen.
Das deutsche Radio ist ein gutes Beispiel. Ein Sender gleicht dem Anderen. Die Meisten spezialisieren sich auf ein oder zwei Jahrzehnte, aber schlussendlich handelt es sich immer um POP.
RN
es sich ja bei den "besten Alben des Jahres" offenbar nicht um eine umfassende Jahreskritik, sondern lediglich um "Tipps" der Autoren handelt, scheint mir eine Bewertung der Auswahl relativ überflüssig zu sein. Wenngleich ich mich aber auch freue, wenn einige der Platten auch in meinem CD-Regal zu finden sind. Und mal ehrlich: James Blake, Bon Iver und The Rip Tide sind einfach ziemlich geile Scheiben. Darüber hinaus kann ich mir nicht vorstellen, dass sich jemand alle Alben angehört hat, die 2011 erschienen sind :-)
Für interessierte Hörer aber hier noch ein paar persönliche "Tipps":
Bugge Wesseltoft & Henrik Schwarz - Duo
Four Tet - Fabric Live 59
Gold Panda - Companion
Hauschka - Salon Des Amateurs
Dominik Eulberg - Diorama
Marian - Only Our Hearts To Lose und Marek Hemmann - In Between
SBTRKT - SBTRKT
Cant - Dreams Come True
The Antlers - Burst Apart
Wolfert Brederode Quartet - Post Scriptum
KIZ - Urlaub fürs Gehirn
Samy Deluxe - Schwarzweiß
Liebe Grüße
TR
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren