Das künstlerische Ich verarbeitet seine Epoche
Der unmittelbare Geltungsanspruch seiner Musik geht sicherlich auch aus Lopatins Arbeitsweise hervor, die samplewürdige Sounds nicht zuerst in der eigenen Plattenkiste sucht, sondern in der Klanglandschaft seiner inneren Gegenwart. Und die findet eben im Fernsehen statt: "Ich benutze gern Sounds aus Werbeclips, aber nur von Spots, die sich anspruchsvoll geben. Also etwa Spots, die der Mittelklasse eine klischierte Upper-Class-Szenerie vorgaukeln und dafür etwa Fake-Orchester benutzen. An diesen Verhältnissen versuche ich entlang zu jammen."
Auf diese präzise Einsicht in die Epochengebundenheit des künstlerischen Ich ist eine elektronische Musik, die ihre Dämonen thematisieren möchte, in höchstem Maße angewiesen. Und auch wenn das Milieu es vielleicht ungern hört: Indem sie diese Bewegung vollzieht, nähert sich die elektronische Musik den älteren Künsten an, als deren Gegenentwurf sie dereinst angetreten ist. Der Anspruch, Maurice Blanchots "leere Wahrheit des Einmaligen" in die Tanzsäle zu bringen, wird heute eher einem unterkomplexen Techno überlassen, wie man ihn in Berlin an allen Ecken findet. In New York wird derzeit intelligenter an der Zukunft der elektronischen Musik gearbeitet. Für die Kulturlandschaft der sich aufbäumenden Gegenwart ist das ein großer Glücksfall.











Alex Cortex' "Kihon".
Überschrift: "Eine junge Musikergeneration erinnert sich an eine Kindheit vor der Spielekonsole"
Daniel Lopatin: "Ich bin mit Videospielmusik und ihren speziellen Tönen in meinem Kopf aufgewachsen. Das wird man nie wieder los. Es ist wie ein Tattoo auf deinem Kopf."
Hm?
Das "vor" ist hier nicht zeitlich gemeint.
Das "vor" ist hier nicht zeitlich gemeint.
Das "vor" ist hier nicht zeitlich gemeint.
Der Groschen ist gefallen, danke! :)
Der Groschen ist gefallen, danke! :)
der wandel dieser gattung. bin selber mit jenen "speziellen tönen" aufgewachsen. habe auch viel zeit in und mit jener musik verbracht. (oder war das ne ganz andere?) mittlerweile ist dass gar nicht mehr meine welt- alles so tricky und experimentell und verkitscht und rosarot geworden, kommt jetzt als seriöse kunstform daher- nix mehr mit schweisstriefenden kellern, strobo, monotonen irrwitzig minimalen sounds , beton, abgefuckten gestalten... es war fast ne neue form von punk- und dann? kam der kommerz? oder das alter? vielleicht auch beides. vielleicht sind es aber auch andere generationen und es gibt keinen bedarf mehr an ganz anderem.
Der Groschen ist gefallen, danke! :)
....Klar ... alles aus der großen weiten Welt, der Hauch der Subkultur von New York muss natürlich aufregender und neuartiger sein als alles, was so in Berlin oder sonstwo im kleinen altmodischen verspiessten Europa gemacht wird....
Klar.
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