Tod einer Sängerin: Die letzten Tage der Whitney Houston
Los Angeles bereitet sich auf die Grammy-Verleihung vor und trauert um die große Sängerin. Kurz vor ihrem Tod hatte sie noch einen Gospel vorgetragen.
© Joe Klamar/AFP/Getty Images

Eine Schweigeminute für Whitney Houston während der Pre-Grammy-Gala 2012 im Beverly Hilton Hotel
Im Staples Center von Los Angeles waren die Proben für die Grammy-Verleihung in vollem Gange, Rihanna sang gerade We Found Love, als diese Nachricht kam: Whitney Houston ist tot, gestorben im Beverly Hilton, knapp zehn Meilen entfernt. "Ich finde keine Worte, nur Tränen", sagte Rihanna später, während die Grammy-Macher das Programm für die große Show am Sonntagabend spontan umbauten und ein Whitney-Houston-Medley von Jennifer Hudson als Tribut für die verstorbene R'n'B-Diva ins Programm hoben.
Eine solche Würdigung gibt es nur für die allergrößten Stars. Am Vorabend der Grammys war Houston zur traditionellen Party ihres Entdeckers und Mentors Clive Davis im Beverly Hilton erwartet worden. Nachdem sich die Todesnachricht verbreitet hatte, lag unendliche Trauer über der Veranstaltung. "Whitney liebte die Musik", eröffnete Davis den Abend, der für alle Versammelten zu einer tränenreichen Gedenkfeier wurde, bei der unter anderem Hip-Hop-Star Sean Combs und Tony Bennett der Sängerin huldigten. "Mein Herz ist schwer, und ich bin am Boden zerstört", sagte Davis selbst.
Ihren letzten Auftritt hatte Whitney Houston am Donnerstagabend bei einer weiteren Party im Rahmen der Grammy-Woche gehabt, als sie ihre Freundin und Kollegin Kelly Price bei deren R'n'B-Tribut Kelly Price & Friends unterstützte. Im langen schwarzen Kleid kam sie als Überraschungsgast und sang Yes, Jesus Loves Me, einen Gospel, mit dem sie zu ihren Wurzeln zurückkehrte – Whitney Houston, wenige Jahre vor den Rassenunruhen im Schwarzenviertel von Newark (New Jersey) geboren, hatte ihre ersten Auftritte in der dortigen New Hope Baptist Church.
Ein Gospel war nun ihre letzte Verbeugung. Der Auftritt lebt als Handy-Video im Internet weiter. Da steht Whitney Houston neben Kelly Price, ihre Stimme am Anfang schwankend und rau, auf dem Höhepunkt des Songs aber klar. Es ist der abschliessende Auftritt einer Diva, die auf der Bühne unberechenbar geworden war. Nicht zuletzt einen Tag zuvor, als sie bei den Proben zu Clive Davis' Party auftauchte und dem wiedervereinigten Duo Brandy & Monica Tipps für deren Performance gab. Anwesende Journalisten bezeichneten Houstons Verhalten als "seltsam und unberechenbar". Ihre Kleidung habe nicht gepasst, ihr Haar sei tropfnass gewesen. Sie habe ungewöhnlich wild gestikuliert, sei "wie ein Kind durch den Saal gehüpft", schrieb die Los Angeles Times, und später "etwas verloren durch die Lobby geirrt". Bei Interviews habe sie nach Alkohol und Zigaretten gerochen. Der Sicherheitsdienst des Hotels hatte sich zuvor bereits um die Sängerin kümmern müssen, als diese am Pool Handstände machen wollte.
Warum die Sängerin so seltsam auftrat, wird zur Zeit rekonstruiert. Die Behörden in Los Angeles haben mit einer Obduktion begonnen und werden in den nächsten Tagen wissen, ob Houston unter Drogeneinfluss stand. Die amerikanischen Zeitungen sind derweil voll von Nachrufen und Spekulationen. Während CNN vermerkt, dass Houston in den letzten Tagen "gesund und strahlend schön" gewirkt habe, beschreibt die Los Angeles Times die Sängerin als "sichtlich aufgedunsen". Houston hatte über viele Jahre große Drogenprobleme, vor allem während ihrer 14-jährigen Ehe mit dem Sänger Bobby Brown.
Über die Umstände ihres Todes und die Vorgänge nach ihrem Auffinden gibt es widersprüchliche Darstellungen. Wenige Stunden nach dem Tod berichtete der US-Sender ABC, ihr Körper sei "leblos in der Badewanne ihres Hotelzimmers" im kalifornischen Beverly Hills gefunden worden. Ohne Nennung von Quellen berichtete der Sender am Sonntag weiter, noch im Laufe des Tages oder am Montag solle eine Autopsie der Leiche der 48-Jährigen vorgenommen werden. Der Tod wurde am Samstag um 15 Uhr 55 Uhr Ortszeit festgestellt. Zunächst hatte es geheißen, die Sängerin sei auf dem Boden liegend gefunden worden, Wiederbelebungsversuche seien gescheitert.
Die Polizei in Beverly Hills war zunächst zu einer Stellungnahme zu dem ABC-Bericht nicht zu erreichen. In der Nacht hatte der Polizeisprecher Mark Rosen gesagt, Hinweise auf ein Verbrechen gebe es nicht. "Wir untersuchen noch, aber auf den ersten Blick weist nichts auf eine kriminelle Absicht hin", sagte Rosen. Der Sender Foxnews berichtete am Sonntag, Houston sei von ihrem Leibwächter gefunden worden. Nach Informationen des Senders CNN hatte dagegen Houstons Freund, der R'n'B-Sänger Ray-J, einen Notruf abgesetzt, durch den die Alarmkette in Gang gesetzt wurde.
Berichten zufolge soll eine Gruppe von Feuerwehr-Sanitätern zufällig im Hotel gewesen sein. Sie starteten Wiederbelebungsversuche, bevor die Sängerin für tot erklärt wurde. Eine Stunde zuvor soll Whitney Houston mit ihrer Mutter Cissy telefoniert haben, der während des Gesprächs nichts Ungewöhnliches aufgefallen sein soll.
Verfolgen Sie die Tweets unserer Redakteurin Rabea Weihser zur Grammy-Verleihung live auf Twitter: @zeitonline_kul











Es waren der Partys nun doch zuviel.
Lieps
Preußischer Diplomat
wenn Sie vorher schon sorry sagen.
Whitney war ein wunderbarer Mensch, der sich nicht wehren konnte.
So lange ich lebe, wird sie mir Kraft geben - durch ihr unaussprechliches Charisma.
wenn Sie vorher schon sorry sagen.
Whitney war ein wunderbarer Mensch, der sich nicht wehren konnte.
So lange ich lebe, wird sie mir Kraft geben - durch ihr unaussprechliches Charisma.
...das Größte, was man als Mensch überhaupt nur zu erreichen imstande ist.
Whitney Houston schaffte Glücksmomente für Millionen von Menschen. Mag sein, daß ihr das nur deshalb möglich war, weil sie eine Emotionalität in sich trug, die sie letztlich in den Abgrund riss.
In jedem Falle verbleibt eine große Geste einer Ausnahmekünstlerin und ein unvergessbares Geschenk an all' jene, die sich je von Houstons Musik inspiriert und erfüllt fühlten.
Grund genug für mich, von einem reichen und erfüllten Leben zu sprechen. Danke Withney Houston!
Ein Drogenjunkie zu werden? Charakterlos am am Erfolg zu zerbrechen? In einer Talkshow zu sagen, sie müsse jetzt mal Kacka? Zugedröhnt die Konzertbesucher anzukrächzen? Was für ein Wrack. Ja, eine tolle Stimme. Das einzige wofür sie nichts kann.
Ein Drogenjunkie zu werden? Charakterlos am am Erfolg zu zerbrechen? In einer Talkshow zu sagen, sie müsse jetzt mal Kacka? Zugedröhnt die Konzertbesucher anzukrächzen? Was für ein Wrack. Ja, eine tolle Stimme. Das einzige wofür sie nichts kann.
wenn Sie vorher schon sorry sagen.
Whitney war ein wunderbarer Mensch, der sich nicht wehren konnte.
So lange ich lebe, wird sie mir Kraft geben - durch ihr unaussprechliches Charisma.
Wenn man nur der Folklore und Klassik anhängt, sollte man bei solchen Themen seine Schadenfreude doch besser im stillen Kämmerlein lassen und nichts schreiben, anstatt Kommentare im untersten Bereich zu veröffentlichen. Nebenbei bemerkt, es gab auch einige Komponisten in der Klassik und bekannte Schriftsteller, die ähnliche Probleme hatten.
Whitney Houston war eine großartige Soulsängerin, die für viel unvergesslich bleiben wird.
Wenn man nur der Folklore und Klassik anhängt, sollte man bei solchen Themen seine Schadenfreude doch besser im stillen Kämmerlein lassen und nichts schreiben, anstatt Kommentare im untersten Bereich zu veröffentlichen. Nebenbei bemerkt, es gab auch einige Komponisten in der Klassik und bekannte Schriftsteller, die ähnliche Probleme hatten.
Whitney Houston war eine großartige Soulsängerin, die für viel unvergesslich bleiben wird.
Wenn ich den Text richtig verstanden habe, singt sie: "Ich habe nichts, außer Ihr lasst es mich verdienen...".
Ein Testament, das jede Kritik verstummen lassen sollte.
Diese Stimme ist einzig in ihrer Variation. Sie widersteht jedem Elektro-Pop.
Whitney ist eine Zeugin der wunderbaren Tradition eines Quincy Jones, der uns immer noch beweist, welche Kraft aus Unterdrückung erwächst.
Und dann hier Sarrazin und Wulff...
"Ein Testament, das jede Kritik verstummen lassen sollte." Finde ich gsnz und gar nicht. An ihrem musikalischen Nachlaß wird niemand was zu kritteln haben. Aber ihr Absturz ist absolut kritikwürdig und ihr früher Tod ein Skandal. Dabei denke ich weniger an ihre eigene Schwäche den Drogen gegenüber, viele Performer (auch im klassischen Bereich oder im Sprechtheater) greifen ja zu Rauschmitteln, um den Streß zu mindern. Doch ihre Entourage, all die Parasiten, Dealer, "Lover", die eine solche Künstlerin anlockt, die sollte sehr wohl beleuchtet und kritisiert werden. Wo sind ihre Millionen geblieben? Wer hat sie jetzt?
"Ein Testament, das jede Kritik verstummen lassen sollte." Finde ich gsnz und gar nicht. An ihrem musikalischen Nachlaß wird niemand was zu kritteln haben. Aber ihr Absturz ist absolut kritikwürdig und ihr früher Tod ein Skandal. Dabei denke ich weniger an ihre eigene Schwäche den Drogen gegenüber, viele Performer (auch im klassischen Bereich oder im Sprechtheater) greifen ja zu Rauschmitteln, um den Streß zu mindern. Doch ihre Entourage, all die Parasiten, Dealer, "Lover", die eine solche Künstlerin anlockt, die sollte sehr wohl beleuchtet und kritisiert werden. Wo sind ihre Millionen geblieben? Wer hat sie jetzt?
wink mit dem Zaunpfahl für Rihanna....
RIP Whitney!
Ich bin geschockt und traurig aber ihr Soul wird weiter leben!
Wenn man nur der Folklore und Klassik anhängt, sollte man bei solchen Themen seine Schadenfreude doch besser im stillen Kämmerlein lassen und nichts schreiben, anstatt Kommentare im untersten Bereich zu veröffentlichen. Nebenbei bemerkt, es gab auch einige Komponisten in der Klassik und bekannte Schriftsteller, die ähnliche Probleme hatten.
Whitney Houston war eine großartige Soulsängerin, die für viel unvergesslich bleiben wird.
für tausende ihrer jugendlichen Verehrer/innen, die so sein wollten wie sie. Schließlich war sie ein Crack- Heroin- und Alkoholjunkie. Und ihre Sucht war nicht "Schicksal" wie die Medien entschuldigend anfügen, sondern selbst gewählt. Man ist nicht nur Opfer, wenn man süchtig ist. Sie war auch Täter. Ich finde es geheuchelt, wenn man vor Drogengebrauch warnt und dann so eine Exponentin des Drogenkonsums öffentlich vergöttert.
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