© Markus Lefrançois

Melodie: volkstümlich, nach dem Jagdlied Fahret hin, 1807; Text: Franz Wiedemann (1821-1882), Samenkörner für Kinderherzen, Dresden 1877

1. Strophe
Hänschen klein ging allein
in die weite Welt hinein.
Stock und Hut steht ihm gut,
ist gar wohlgemut.
Aber Mutter weinet sehr,
hat ja nun kein Hänschen mehr!
"Wünsch dir Glück!", sagt ihr Blick,
"kehr nur bald zurück!"

2. Strophe
Sieben Jahr, trüb und klar,
Hänschen in der Fremde war.
Da besinnt sich das Kind,
eilet heim geschwind.
Doch nun ist's kein Hänschen mehr,
nein, ein großer Hans ist er,
braun gebrannt Stirn und Hand,
wird er wohl erkannt?

3. Strophe
Eins, zwei, drei gehn vorbei,
wissen nicht, wer das wohl sei.
Schwester spricht: "Welch Gesicht?",
kennt den Bruder nicht.
Kommt daher die Mutter sein,
schaut ihm kaum ins Aug hinein,
ruft sie schon: "Hans, mein Sohn!
Grüß dich Gott, mein Sohn!"

Dieses berühmte Kinderlied wird mit kleinen Kindern gern in einer verkürzten, einstrophigen Version gesungen, die O. Frömmel (1899) zugeschrieben wird. Die letzten beiden Zeilen der 1. Strophe lauten dort: "Da besinnt sich das Kind, läuft nach Haus geschwind". Die ursprüngliche erzieherische Absicht des Original-Textes, der von Trennung, Abschied und Rückkehr handelt, wird in der Umdichtung ad absurdum und ins Gegenteil verkehrt.