Debatte ums UrheberrechtSo funktioniert der Musikmarkt
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Musiker brauchen wirtschaftliche Kompetenz

Deshalb wird es für die Musikschaffenden immer wichtiger, gleichzeitig mehrere Einnahmequellen anzuzapfen. Die Zusammenarbeit mit der Werbewirtschaft bietet sich genauso an, wie eine Kooperation mit der Games-Industrie. Aber es gibt darüber hinaus viele weitere kommerzielle Nutzer von Musik wie Beherberungs-, Gastronomie-, Transport-, Lebensmittelunternehmen und sogar Autohersteller, die als Kooperationspartner infrage kommen.

Insgesamt kann festgestellt werden, dass die Musikschaffenden im Zuge der digitalen Revolution ins Zentrum des Wertschöpfungsnetzwerks der Musikindustrie gerückt sind und damit einerseits Autonomie von den Plattenfirmen erlangt haben, aber andererseits mehr an Verantwortung tragen und wirtschaftliche Kompetenz erwerben müssen.

Heute können Künstler und Künstlerinnen beziehungsweise ihr Management die digitale Distribution ihrer Musik selbst organisieren über Content Aggregatoren (Rebeat, The Orchard, Tunecore), die den Zugang zu den Download- und Streamingportalen gewährleisten. Sie können auch die Werbe- und PR-Arbeit von professionellen Agenturen erledigen lassen und dabei gleich auch das virale Marketing über Blogs und Social Media Plattformen (Facebook, Google+, YouTube) mitgestalten. Diese internetbasierten Services ermöglichen den direkten Kontakt zu den Fans, die sogar über Crowdfunding-Plattformen zur Finanzierung von Musikproduktionen motiviert werden können, wenn die Produktionskosten überschaubar bleiben.

Bei all dem ist es zentral, dass die Musikschaffenden weitgehend die Nutzung der Verwertungsrechte an ihrer Musik kontrollieren und nur sehr selektiv weitergeben, weil in der digitalen Informationsgesellschaft die Wertschöpfung nicht mehr über physische Produkte erfolgt, sondern über die Nutzung kreativer Leistungen. Darauf müssen sich letztlich alle Akteure der Musikwirtschaft im 21. Jahrhundert einstellen, wenn sie wirtschaftlich überleben wollen.

 
Leserkommentare
  1. Sehr geehrter Herr Tschmuck!
    Diesen Artikel hätten Sie sich genau so sparen können. So wie Sie es beschreiben funktioniert der Musikmarkt jedenfalls nicht.... vor allem nicht in seiner ganzen Bandbreite.

    Gehen Sie mal in die Praxis und lesen Sie nicht nur Auswertungen und Tabellen.

    Was ein allgemeines Geschwurbel und Geblubbere... und dabei so ungenau, pauschal und die immer größere Vielfalt im Musikmarkt nicht berücksichtigend.

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    Wie wäre es mit konkreten Aussagen, anstatt pauschalierender Kritik?

    Wie wäre es mit konkreten Aussagen, anstatt pauschalierender Kritik?

  2. Wie wäre es mit konkreten Aussagen, anstatt pauschalierender Kritik?

    10 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Was ein Geblubber!"
  3. Mag sein, dass die Multikonzerne an Macht und Einfluss verlieren. Die Vorstellung jedoch, dass die Musiker nun selbst wieder stärker über ihre Werke verfügen, würde ich zur Disposition stellen. Die Vermarktung und die Wahrnehmung der Rechte erfordert Sachkenntnis, Zeit und Beharrlichkeit. Wer möchte sich schon darum kümmern, wenn sie/er doch alle Kraft für das künstlerische Schaffen einsetzen möchte?

    Also werden am Ende vor allem professionelle Verwerter zum Zug kommen. Und natürlich die GEMA. Aber das ist ein anderes Trauerspiel.

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    • TDU
    • 04.05.2012 um 14:02 Uhr

    Wieso vom Regen in die Traufe? Da sehe ich die Vorteile des Internet. Die Angentur ist leichter erreichbar, es gibt mehr Agenturen, ergo kann sich die die Konkurrenz vergrössern und damit vielleicht der Zwang zum "fair Deal".

    Es ist doch nicht so, dass die Dienstleistung "Musikerbetreuung" per se schlecht wäre, und nur der Roadie seine Berechtigung hätte, weil vielen Musikern
    schon die Körperkraft fehlt, um die Instrumente zu schleppen.

    Zu dem Gesichtspunkt hätte ich eben gerne mehr gehört. Es muss halt auch um Geld gehen, denn lanständig leben sollder Künstler auch. Er muss eben erfolgreich sein.

    Aber ich bin halt der Auffassung, dass nur der urheberechtlich Geschützte, auch wenn er sein Urhebbercht abgeben muss, die Chance auf Unabhängikeit hat und anderenfalls die Kunst wieder seicht oder zum elitären Museums- oder Konzertsaalereignis wird für die Sponsoren die früher Fürsten waren und heute Reiche heissen.

    Und selbst jedes Konzert, was sich nicht auf der Strasse oder in der Kneipe abspielt, kostet möglicherweise mehr als das was man einnimmt, wenn man die eigenen Kosten abrechnet. Und was rüber hinaus geht, muss vorher finanziert werden.

    Da könnte natürlich die etablierten Großverdiener einsprigen, was ja auch welche schon tun. Aber noch mal, über diese Wirtschaftsaspekt hätte ich gern mehr gelesen.

    "Also werden am Ende vor allem professionelle Verwerter zum Zug kommen. Und natürlich die GEMA. Aber das ist ein anderes Trauerspiel."
    Vielleicht wissen Sie's nicht: Die GEMA ist in Deutschland der Zusammenschluss und Inkassostelle fast aller Komponisten und (Musik-)Texter.

    • TDU
    • 04.05.2012 um 14:02 Uhr

    Wieso vom Regen in die Traufe? Da sehe ich die Vorteile des Internet. Die Angentur ist leichter erreichbar, es gibt mehr Agenturen, ergo kann sich die die Konkurrenz vergrössern und damit vielleicht der Zwang zum "fair Deal".

    Es ist doch nicht so, dass die Dienstleistung "Musikerbetreuung" per se schlecht wäre, und nur der Roadie seine Berechtigung hätte, weil vielen Musikern
    schon die Körperkraft fehlt, um die Instrumente zu schleppen.

    Zu dem Gesichtspunkt hätte ich eben gerne mehr gehört. Es muss halt auch um Geld gehen, denn lanständig leben sollder Künstler auch. Er muss eben erfolgreich sein.

    Aber ich bin halt der Auffassung, dass nur der urheberechtlich Geschützte, auch wenn er sein Urhebbercht abgeben muss, die Chance auf Unabhängikeit hat und anderenfalls die Kunst wieder seicht oder zum elitären Museums- oder Konzertsaalereignis wird für die Sponsoren die früher Fürsten waren und heute Reiche heissen.

    Und selbst jedes Konzert, was sich nicht auf der Strasse oder in der Kneipe abspielt, kostet möglicherweise mehr als das was man einnimmt, wenn man die eigenen Kosten abrechnet. Und was rüber hinaus geht, muss vorher finanziert werden.

    Da könnte natürlich die etablierten Großverdiener einsprigen, was ja auch welche schon tun. Aber noch mal, über diese Wirtschaftsaspekt hätte ich gern mehr gelesen.

    "Also werden am Ende vor allem professionelle Verwerter zum Zug kommen. Und natürlich die GEMA. Aber das ist ein anderes Trauerspiel."
    Vielleicht wissen Sie's nicht: Die GEMA ist in Deutschland der Zusammenschluss und Inkassostelle fast aller Komponisten und (Musik-)Texter.

    • TDU
    • 04.05.2012 um 13:18 Uhr

    "Heute können Künstler und Künstlerinnen beziehungsweise ihr Management die digitale Distribution ihrer Musik selbst organisieren über Content Aggregatoren (Rebeat, The Orchard, Tunecore), die den Zugang zu den Download- und Streamingportalen gewährleisten.

    Sie können auch die Werbe- und PR-Arbeit von professionellen Agenturen erledigen lassen und dabei gleich auch das virale Marketing über Blogs und Social Media Plattformen (Facebook, Google+, YouTube) mitgestalten".

    Und wann machen die Musik, wer finanziert die Konzerte vor, und wie kann Künstler das alles bezahlen? Bankkredit im Lichte von Basel III? Eltern? Diese Defizit beheben doch die bösen "Verwerter".

    Genau dieser Punkt ist ein ganz entscheidender, wenn man über "Selbstverwertung" und auch das Urhehebererecht spricht. Aber da wird mal gezeigt was geht aber nicht wie. Geld bleibt aussen vor und der Künstler arbeitet mit den Mitteln Lust und Liebe.

    Enttäuschend von jemandem, der das Geschäft erklären will. Crowfounding mag im Kleinen ausreichen, aber vielleicht ist das eh das Ziel. Jedem seine Chance aber alle gleich arm. Oder wer die bessere Zusatzidee verkaufen kann gewinnt.
    Musizieren für den Regenwald.

    Wirtschaftskompetenz muss sogar der Arzt haben. Aber die Praxis finanziert sich nicht von allein.

    Und die Nutzung kreativer Leistung gabs schon immer. Filmmusiken und sonstiges. Vielleicht fehlt der Satz: Auf die grundsätzlich kostenlose Nutzung seiner Leistungen muss sich der Künstler einstellen.

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    einen ausgebildeten Arzt mit einem der gerade die erste Blockflöte in der Hand hält.

    einen ausgebildeten Arzt mit einem der gerade die erste Blockflöte in der Hand hält.

    • TDU
    • 04.05.2012 um 14:02 Uhr

    Wieso vom Regen in die Traufe? Da sehe ich die Vorteile des Internet. Die Angentur ist leichter erreichbar, es gibt mehr Agenturen, ergo kann sich die die Konkurrenz vergrössern und damit vielleicht der Zwang zum "fair Deal".

    Es ist doch nicht so, dass die Dienstleistung "Musikerbetreuung" per se schlecht wäre, und nur der Roadie seine Berechtigung hätte, weil vielen Musikern
    schon die Körperkraft fehlt, um die Instrumente zu schleppen.

    Zu dem Gesichtspunkt hätte ich eben gerne mehr gehört. Es muss halt auch um Geld gehen, denn lanständig leben sollder Künstler auch. Er muss eben erfolgreich sein.

    Aber ich bin halt der Auffassung, dass nur der urheberechtlich Geschützte, auch wenn er sein Urhebbercht abgeben muss, die Chance auf Unabhängikeit hat und anderenfalls die Kunst wieder seicht oder zum elitären Museums- oder Konzertsaalereignis wird für die Sponsoren die früher Fürsten waren und heute Reiche heissen.

    Und selbst jedes Konzert, was sich nicht auf der Strasse oder in der Kneipe abspielt, kostet möglicherweise mehr als das was man einnimmt, wenn man die eigenen Kosten abrechnet. Und was rüber hinaus geht, muss vorher finanziert werden.

    Da könnte natürlich die etablierten Großverdiener einsprigen, was ja auch welche schon tun. Aber noch mal, über diese Wirtschaftsaspekt hätte ich gern mehr gelesen.

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    "auch wenn er sein Urhebbercht abgeben muss"
    Das geht nicht. MUSS schon gar nicht. Und das KANN er qua Gesetz überhaupt nicht. Was der Urheber (teuer oder weniger teuer) verkaufen kann sind die Nutzungsrechte.

    "auch wenn er sein Urhebbercht abgeben muss"
    Das geht nicht. MUSS schon gar nicht. Und das KANN er qua Gesetz überhaupt nicht. Was der Urheber (teuer oder weniger teuer) verkaufen kann sind die Nutzungsrechte.

  4. ,wie hier auf Hr. Tschmuck gewittert wird. Das zeigt wie groß Verwirrung und Verängstigung gleichermaßen sind. Die Ursache hierfür ist, daß das Geschäft, wie im Artikel richtig beschrieben von ein paar Großkonzernen betrieben wurde, die dem Musiker die wirtschaftliche Kompetenz abnahmen. Wer sich als Musiker lang genug im Business hielt, durfte dann Erfahrungen und Wissen sammeln. Heute ist dieses traditonelle Verständnis dem Heer der Eintagsfliegen verwehrt, und ein aktuelles Verständnis des derzeitig engen Verwertungs-Tunnels und seinen Verteilungskämpfen äußerst uneffektiv. Denn wie will man an diese Pötte ran, vor denen sich die Großverleger, eine konkurrenzlose Verwertungsgesellschaft wie die GEMA, und Entertainment-Konzerne aufbauen.
    Klar, die Wahrheit ist ernüchternd - der Musiker rückt selbstverantwortlich ins Zentrum der Verwertung, ist verantwortlich für die Promotion (welch ein Glück - man brauch sich nicht mehr von der Marketingabteilung profilieren lassen), und muss über die Downloadmargen verzweifeln, die die Konzerne damals katastrophaler Weise mit Apple ausgehandelt haben. Auch das ist richtig beschrieben - Medien verkaufen sich derzeit besser als Inhalte.
    Der Schutz des Urheberrechts steht ausser Frage. Die Alleinherrschaft der GEMA darf hinterfragt werden, die leider nicht in erster Linie den Künstler schützt sondern vor Allem die Großverdiener und den eigenen Apparat. Der Musiker ist näher an seine Fans gerückt, näher an die Verwertung und doch so fern.

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    • TDU
    • 04.05.2012 um 17:08 Uhr

    Danke für den Kommentar. Er hat mich bewogen, Seite 1 des Artikles noch mal genauer zu lesen und mir manche nicht so bewusste Einzelheiten zu beachten.

    • TDU
    • 04.05.2012 um 17:08 Uhr

    Danke für den Kommentar. Er hat mich bewogen, Seite 1 des Artikles noch mal genauer zu lesen und mir manche nicht so bewusste Einzelheiten zu beachten.

    • TDU
    • 04.05.2012 um 17:08 Uhr

    Danke für den Kommentar. Er hat mich bewogen, Seite 1 des Artikles noch mal genauer zu lesen und mir manche nicht so bewusste Einzelheiten zu beachten.

    Antwort auf "interessant,"
  5. Fan dankt ihm dies („applaudiert“) mit dem Kauf eines physischen Tonträgers. Und wenn die Verpackungsaufmachung auch noch vom Musiker autorisiert oder gar selbst entworfen wurde, bleibt das Gefühl, einen Teil des Künstlers greifbar zu besitzen. Eine Art nicht übersteigerter noch gesunder Fetisch.

    Dies alles kann eine Download-Datei nicht bieten.

    Wer nur mit einem Mausklick mühelos an Musik gelangt, was den “Musikkauf“ zu keinem besonderen in Erinnerung bleibenden Ereignis mehr macht, weiß wohl Musik weniger zu schätzen als jemand der sich die Mühe macht, sich zur Musik zu begeben, sie im Laden zu kaufen, weil ihm die Musik die Mühe wert ist.
    Mit dieser „Vorarbeit“, mit der man auch einen anregenden Einkaufsbummel und das inspirierende stöbern im Plattenladen verbinden kann, ist auch eine Erwartungshaltung und Vorfreude verbunden. Und die Belohnung des ganzen ist am Ende der heimische Musikgenuss.

    Das alles zusammen macht für mich Lebensqualität und Kultur aus, und die Plattenläden hätten noch eine Existenzberechtigung.

    Musik quasi aus dem Internetkabel rieselnd wäre vergleichbar mit Weintrinken aus der Wasserleitung, oder Nahrungsverzehr aus der Tube.
    Vielleicht sollte die Musikindustrie auch diesen Aspekt betrachten und wieder zu Klasse statt Masse zurückfinden.

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