Rekorder - Rekorder: Alex Clare singt "Too Close"

Ein Jahr hat Alex Clare gewartet bis es losging. Sein Debütalbum The Lateness Of The Hour ist im Juli 2011 erschienen, die Resonanz in seiner Heimat England war mäßig. Aber jetzt hat er in Deutschland den Durchbruch geschafft. Sein Song Too Close steht an der Spitze der Charts, seit er den Werbespot eines Softwareherstellers begleitet. Es kommt eben immer auf die Multiplikatoren an – auch wenn der Musiker, wie Clare, alles richtig macht.

Seine Stimme ist geschult an Jazz und Soul, kann laut und auch einfühlsam, vermittelt Schmerz und Gefühlstiefe. Clare kommt als klassischer Songwriter daher, mit Strickjacke, Bart und Gitarre. Sein Album jedoch wurde von den Superproduzenten Diplo und Switch freimütig elektrifiziert und mit wabendern Bässen versehen. Heraus kam monumentaler Dubstep-Soul, und Too Close ist eindeutig der Höhepunkt des Albums.

Wir treffen den 25-Jährigen in Berlin . Seine Plattenfirma Universal lässt uns das Dach der Firmenzentrale besteigen. Gerade hat sich die Sonne durch die Aprilwolken geschoben, perfekt zum Dreh. Alle Kameras stehen, der Musiker ist verkabelt, doch die Berliner Luft bläst so frühlingskalt, dass ihm die Finger gefrieren. Picking unmöglich. Abbruch.

Wir finden einen wärmeren Platz im Bürokomplex, und es zeigt sich, dass diese Stimme auf Sägezahnbässe verzichten kann, aber ein Dach überm Kopf schätzt. Dieses besondere Timbre, diese graumelierte Rauhheit, die einem dann in den Höhen so direkt ins Mark fährt...ach, wozu die Worte...

Rekorder an!