HamburgHochtief soll Elbphilharmonie zu Ende bauen

Im Streit um die Hamburger Elbphilharmonie kommt es in letzter Minute zur Einigung. Medien zufolge soll Hochtief den Bau beenden – die Verträge würden nicht gekündigt.

Kurz vor Ablauf eines zweiten Ultimatums haben sich die Stadt Hamburg und der Baukonzern Hochtief Medienberichten zufolge geeinigt: Der Essener Baukonzern soll das umstrittene Konzerthaus demnach zu Ende bauen. Die drohende Kündigung der Verträge sei vom Tisch, berichteten das Hamburger Abendblatt und der Radiosender NDR 90,3. Die Einigung solle am heutigen Donnerstag verkündet werden.

In einen Bericht des Abendblatts hieß es, Hochtief habe zugesagt, das umstrittene Dach bis Ende des Jahres fertigzustellen. Als neuer Gesamtfertigstellungstermin werde Mitte 2015 angepeilt. Das Bauende war bereits mehrfach verschoben worden.

Hamburg hatte mit der Kündigung aller Verträge gedroht, sollte sich der Baukonzern nicht bereit erklären, die Arbeiten am Dach des Konzertsaals wieder aufzunehmen. Ein erstes Ultimatum war am 31. Mai ergebnislos verstrichen. Die Tätigkeiten auf der Baustelle ruhen seit acht Monaten, weil sich die Stadt und Hochtief über die Sicherheit der Dachkonstruktion streiten.

Bedingungslose Zusage gefordert

Hamburgs Kultursenatorin Barbara Kisseler forderte von Hochtief eine bedingungslose Zusage, das Saaldach zu Ende zu bauen. Außerdem müsse das Schiedsgerichtsverfahren endlich auf den Weg gebracht werden. Hochtief hatte diesem zu einem früheren Zeitpunkt bereits zugestimmt. Es soll sämtliche Rechtsstreitigkeiten um Mehrkosten und Bauzeitverlängerungen klären.

Im Streit um die Ausführungsplanung der gesamten Haustechnik hat die Stadt Hochtief zwei Varianten vorgeschlagen: Entweder übernimmt die Stadt diese Arbeiten allein oder Hochtief zusammen mit den Architekten Herzog und de Meuron. Außerdem soll ein endgültiger Zeitplan vorgelegt werden.

Seit Jahren streiten sich die Stadt Hamburg und Hochtief um das spektakuläre Bauwerk. Zunächst sollte das Konzerthaus 77 Millionen Euro kosten und 2010 fertig sein. Mittlerweile liegen die Kosten für den Steuerzahler bei mindestens 323 Millionen Euro.
 

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Leserkommentare
  1. wie die Baukosten sich fast verfünffachen können? Hier wird doch von "Anfang an" belogen und betrogen. Kriegen wir es bei öffentlichen Bauten nicht mehr hin, die Verträge so zu gestalten, daß sie auch eingehalten werden? Dabei haben wir heute Instrumente, wie Computersimulation.- und Kalkulation. Da werden vorher teure Gutachten eingeholt von "Experten". Das sind in soweit Experten, daß sie wissen, wie sie ihr eigenes Konto pflegen! Da wird niemand zur Verantwortung gezogen. Warum nicht? Weil alle und Keiner Verantwortlich ist. Da wundern wir uns über das Finanzdebakel was uns noch bevorsteht?

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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