"Holländer"-Premiere in Bayreuth

Kuppelei in der Ventilatorenfabrik

Zwei Männer in einem Boot: Kapitän Daland (Franz-Josef Selig, rechts) und sein Steuermann (Benjamin Bruns) sind vom Kurs abgekommen. Derweil steigen die Kurse auf den Digitalanzeigen der bühnenhohen Schaltkreise, die hier das "steile Felsenufer" des ersten Aufzugs ersetzen. Man navigiert nicht durch Weltmeere, sondern durch Datenströme.

Zwei Männer in einem Boot: Kapitän Daland (Franz-Josef Selig, rechts) und sein Steuermann (Benjamin Bruns) sind vom Kurs abgekommen. Derweil steigen die Kurse auf den Digitalanzeigen der bühnenhohen Schaltkreise, die hier das "steile Felsenufer" des ersten Aufzugs ersetzen. Man navigiert nicht durch Weltmeere, sondern durch Datenströme.  |  © Bayreuther Festspiele/Enrico Nawrath

Der russische Bariton Evgeny Nikitin hatte gehen müssen, dafür sang der Koreaner Samuel Youn die Titelrolle der diesjährigen Bayreuth-Premiere. Im "Fliegenden Holländer" glänzte Adrianne Pieczonka als Senta. Christian Thielemann wurde gefeiert als Dirigent eines plastisch in Farben und Emotionen schwelgenden Festspielorchesters. Das Team um den jungen Regisseur Jan Philipp Gloger, der die in "Holländer"-Inszenierungen üblich gewordene Kapitalismuskritik mit einer Außenseiter-Love-Story verband, sah sich lauten Protesten des Publikums ausgesetzt.