Kuppelei in der Ventilatorenfabrik

Zwei Männer in einem Boot: Kapitän Daland (Franz-Josef Selig, rechts) und sein Steuermann (Benjamin Bruns) sind vom Kurs abgekommen. Derweil steigen die Kurse auf den Digitalanzeigen der bühnenhohen Schaltkreise, die hier das "steile Felsenufer" des ersten Aufzugs ersetzen. Man navigiert nicht durch Weltmeere, sondern durch Datenströme. | © Bayreuther Festspiele/Enrico Nawrath
Der russische Bariton Evgeny Nikitin hatte gehen müssen, dafür sang der Koreaner Samuel Youn die Titelrolle der diesjährigen Bayreuth-Premiere. Im "Fliegenden Holländer" glänzte Adrianne Pieczonka als Senta. Christian Thielemann wurde gefeiert als Dirigent eines plastisch in Farben und Emotionen schwelgenden Festspielorchesters. Das Team um den jungen Regisseur Jan Philipp Gloger, der die in "Holländer"-Inszenierungen üblich gewordene Kapitalismuskritik mit einer Außenseiter-Love-Story verband, sah sich lauten Protesten des Publikums ausgesetzt.
- Datum 26.07.2012 - 11:52 Uhr
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Irgendwie scheint die Kunst ja nicht wirklich wichtig zu sein in Bayreuth ein Tatoo bewegt das Publikum mehr als die Musik von Wagner, um Medienaufmerksamkeit zu bekommen greift man ganz tief in die Boulevardkiste. Natürlich ist ein Nazi-Tattoo ein absolutes NoGo für dieses extrem durch die Nazivergangenheit vorbelastetes Festival. Wenn der Sänger wirklich geläutert ist, versteht man nicht ganz wieso er sich die zu sehenden Nazikreuz-Teile des Tattoos nicht weglasern gelassen hat, sondern die immer noch da sind. Ansonsten sollen die vielen Wagnerianer nicht so scheinheilig tun, ganz selbstverständlich findet man auch heute noch so postkolonialistische Ideen, wie wagnerianische Operndörfer nach Afrika zu bringen als höchst mildtätig und Akt des Gutmenschentums und nicht als postkolonialistische Gemütsimpulse.
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