VerwertungsgesellschaftenEU bringt europaweite Onlinemusiknutzung auf den Weg

27 Lizenzen in 27 Ländern, was für ein Wahnsinn! Die EU-Kommission will die innereuropäische Musiknutzung im Netz vereinfachen und die Urheber unterstützen.

Europas Internetnutzer sollen Musik bald leichter und grenzenlos aus dem Internet herunterladen können. Die EU-Kommission will mit einem neuen Gesetz dafür sorgen, dass jeder europäische Hit künftig in allen EU-Ländern zugänglich ist. EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier präsentierte in Brüssel einen Vorschlag, der die Urheberrechte von Autoren und Künstlern für Videos und Musik im Internet stärkt. Als Folge werde das Angebot wachsen, sagte Barnier. Filme, Musik und Nischensongs wären den Verbrauchern dann schneller zugänglich.

"Früher hat man eine CD im Laden gekauft – heute gibt es iTunes, die ein Lied in allen 27 Ländern verkaufen und dafür die Lizenz von 27 Behörden brauchen", sagte Barnier. Oft dauere dieses Verfahren, so dass ein Song lange Zeit nur im eigenen Land per Mausklick zu kaufen sei. Die Kommission will dies mit länderübergreifenden Onlinelizenzen ändern. "Junge Leute dürfen nicht länger gezwungen sein, Musik woanders zu suchen", sagte der Kommissar. Geistiges Eigentum und Kreativität müssten besser gewürdigt und bezahlt werden.

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Dem Vorschlag müssen das Europaparlament und die Mitgliedsstaaten noch zustimmen. Dies dürfte ein bis zwei Jahre dauern, danach müssen die Staaten die Vorgaben in nationales Recht umsetzen.

Autoren sollen schneller Tantiemen erhalten

Die EU-Kommission will Verwertungsgesellschaften wie die deutsche Gema mit der neuen Richtlinie strengeren Regeln unterwerfen, damit Autoren schneller ihr Geld und einen besseren Service erhalten. Barnier bemängelt, dass es oft lange dauert, bis die Gesellschaften Geld an die Rechteinhaber ausschütten. Brüssel will unabhängige Aufsichtsgremien, detaillierte Berichte über die Erlösquellen und die Verwendung der Mittel sowie Auszahlungsfristen vorschreiben.

In der EU vertreten mehr als 250 Verwertungsgesellschaften die Rechte von Komponisten und Textautoren von Musikstücken. Im Auftrag der Musiker treiben sie Gebühren ein, etwa für das Abspielen ihrer Titel, und schütten diese aus. Jährlich summiert sich dies nach Angaben der EU auf 6 Milliarden Euro. In Deutschland ist diese Verwertungsgesellschaft die Gema. Eine Organisation, die europaweit Urheber vertritt, gibt es nicht.

Nach Barniers Willen sollen Verwertungsgesellschaften die von ihnen vertretenen Rechte künftig EU-weit lizenzieren. Dafür können sie Unternehmen mit der Abwicklung und Abrechnung von Lizenzen beauftragen oder sich mit anderen Gesellschaften zusammenschließen. Ist ein Urheber mit seiner Verwertungsgesellschaft nicht zufrieden, soll das neue Gesetz ihm das Recht garantieren, sich von einer anderen Gesellschaft in einem anderen Land bei der EU-weiten Onlinenutzung vertreten zu lassen.

 
Leserkommentare
  1. wieso nur glaube ich nicht, dass das passieren wird?

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    Entfernt. Kein konstruktiver Kommentar. Die Redaktion/kvk

    Entfernt. Kein konstruktiver Kommentar. Die Redaktion/kvk

  2. 2. [...]

    Entfernt. Kein konstruktiver Kommentar. Die Redaktion/kvk

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Klingt gut"
  3. Es gibt in 27 EU-Ländern insgesamt über 250 Verwertungsgesellschaften? Also durchschnittlich etwa 9 pro Land? Wow... das muss man sich mal vorstellen. Irgendwas ist da doch gewaltig daneben.
    Aber gut, dass die Monopolstellung der Gema indirekt geschwächt wird, indem Künstler sich eine andere Verwertungsgesellschaft suchen dürfen, bei der sie bessere Konditionen bekommen. Bringt dann hoffentlich etwas Wettbewerb in die Sache.

    [...] Gekürzt. Der Kommentar auf den Sie kritisch Bezug nehmen, wurde mittlerweile entfernt. Danke, die Redaktion/kvk

  4. 4. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke. Die Redaktion/kvk

    Eine Leserempfehlung
  5. Die Kommission entdeckt plötzlich ihre nutzerfreundliche Ader. Jetzt brauchen sie damit auch nicht mehr kommen. Von dem Vorschlag haben Nutzer überhaupt nichts. Nachdem diese Verfahren jahrzehntelange Praxis waren und das niemanden interessiert hat haben die Nutzer inzwischen das Internet für sich entdeckt. Was die Kommission für Vorschläge macht interessiert nicht einen einzigen Nutzer. Es geht nur darum die Nutzer zu gängeln. Überhaupt ist diese ganze Diskussion darüber, dass man angeblich einen Ausgleich zwischen Nutzern und Urhebern sucht Unsinn. So gern man sich eine solche Diskussion auch einbildet. Die gab es nie und wird es auch niemals geben. Es geht immer nur darum Verbaucher weiter am Gängelband der Industrie zu halten - nichts weiter. Das ist doch jedes mal so auch in anderen Bereichen. Wenn es um das Internet geht fällt es nur besonders auf.

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