US-Wahlkampf : Country-Rowdys für Mitt Romney

Stars wie Kid Rock engagieren sich im US-Präsidentschaftswahlkampf für ihren Kandidaten. Unter Romneys Unterstützern sind auch Musiker, die Obama für einen Nazi halten.

Mitt Romney beim Handschlag mit Kid Rock während einer Wahlkampfveranstaltung in Royal Oak, Michigan, im Februar. © Justin Sullivan/Getty Images

Die haben schon was, diese US-Präsidentschaftswahlkämpfe. Da ist mehr Show drin als in so einer deutschen Bundestagswahl. Die Republikaner heuern sogar eigens einen Tropensturm namens Isaac an , damit die Nominierung mehr Schmackes bekommt. Drama, Baby, Drama!

Und all die Stars, die jeder Kandidat hinter sich sammelt! Lange Listen mit Prominenten jeglicher Profession, die den einen oder anderen in ihrem Glanz mitscheinen lassen. Deutschen Politikern würde so eine Entourage doch auch gut stehen! Doch hierzulande wollen Stars wie der Schauspieler Charles M. Huber (bekannt als Assistent des Alten ) lieber selbst in die Politik. Er soll als Direktkandidat der CDU Darmstadt gegen Brigitte Zypries antreten . Glamourös ist das nicht.

Die cooleren Musiker vermutet man natürlich im Gefolge von Obama – schließlich kann der Präsident sogar selbst singen . Nicht nur Wagner hören wie unsere Kanzlerin. In der Tat sind auf der Liste der Obama-Unterstützer rund zehnmal mehr Musiker als sein Herausforderer Mitt Romney vermelden kann . Dafür machen die paar Typen, die sich hinter der Fahne der Republikaner versammelt haben, ganz schön was los.

Der Country-Musiker Hank Williams jr. © Mike Ehrmann/Getty Images

Allen voran Hank Williams Junior, Sohn der Songwriter-Legende. 2011 sagte der Country-Musiker, es sei wie eine Partie zwischen Hitler und Netanjahu , wenn der Präsident mit dem Sprecher der Republikaner im Repräsentantenhaus, John Boehner, Golf spiele.

Anfang August schimpfte Williams bei einem Konzert in Iowa : "Wir haben einen muslimischen Präsidenten, der Bauern hasst, das Militär hasst, die USA hasst – und wir hassen ihn." Das Publikum soll gejubelt haben. Die Behauptung, Obama – Mitglied der evangelischen United Church of Christ – sei heimlich Muslim, ist ein beliebtes Thema der Tea-Party-Fundamentalisten. Der wichtigste sogenannte Beweis: Obamas zweiter Vorname Hussein. Der deutsche Schauspieler Charles Muhamed Huber nennt sich übrigens so, weil er den Boxer Muhammad Ali klasse findet – was der CDU Darmstadt sicher längst bekannt ist.

Zu den leicht durchgeknallten Romneyanern gehört auch Ted Nugent. Der Rockmusiker aus Detroit trägt den Spitznamen "Motor City Madman". Unter anderem, weil er 350 Schusswaffen besitzt und jeden bedroht, der es ihm verbieten will, auf alles zu schießen, was da kreucht und fleucht.

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Kommentare

52 Kommentare Seite 1 von 7 Kommentieren

Republikaner muss man sein!

[...]Präsident Obama habe die beiden tödlichen Schießereien während der Batman-Premiere in Aurora und in einem Sikh-Tempel in Oak Creek in Auftrag gegeben. Seine Begründung: Obama plane, die Waffengesetze zu verschärfen. Es muss eine Art Kastrationsangst sein, die den Sänger umtreibt.[...]

Soll das Realsatire auf die Theorie sein, George W. Bush und Konsorten hätten die 9/11-Anschläge in Auftrag gegeben oder ist das nur jemand der gerne als Beispiel für die "Stupid White Men" genommen werden möchte?

Schwarzer Jude auf einer Nazi-Ku-Klux-Klan-Kundgebung?

Den Ausspruch muss mir jemand erklären. Sich als Verfolgter mit einem schwarzen Juden zu vergleichen spricht doch für eine gewisse Sympathie für Schwarze und Juden, oder?

Aus mir spricht natürlich die Hoffnung, Ted Nugent sei doch nicht so schlecht wie er hier dargestellt wird. Auf seinem Album "Double Live Gonzo!" spielt er seine Gitarre , als wäre es eine Geige und eine Waffe. Vielleicht kann das seine politische Dummheit entschuldigen, er hat die Intelligenz halt in den Fingern.

Viel schlimmer finde ich das Wirken von Clint Eastwood!

"Seine Begründung: Obama plane, die Waffengesetze zu

verschärfen."

Was ja Fakt ist. Ob seine Strippenzieher dafür nun gleich geplante Attentate als Amokläufe tarnen, das sei mal dahin gestellt. Dies dürfte dann doch eher unwahrscheinlich sein.
Andererseits wissen wir ja spätestens sei Fast & Furious und Eric Holder, dass das Federal Government sich nicht zu schade ist die Hände schmutzig zu machen und das amerikanische Volk zu belügen, wenn es dem Ziel dienlich ist, Waffen in Privathand stärker zu reglementieren oder gar völlig abzuschaffen.