Mitte der nuller Jahre setzte das Cocoon neue Maßstäbe in der deutschen Clubkultur. Hier vereinten sich Techno, avancierte Innenarchitektur und feinste Gastronomie in einem Genusstempel, der Gäste aus aller Welt anzog. In den Jahren nach seiner Eröffnung 2004 wurde das Cocoon regelmäßig zu einem der besten Clubs der Welt gewählt, 1.500 Menschen tanzten hier an jedem Öffnungsabend durchs Design. Die Zeiten sind vorbei.

Am Donnerstag meldete der Betrieb in Frankfurt Fechenheim Insolvenz an. Der DJ Sven Väth hatte das Cocoon mit eröffnet und ist Gesellschafter. "Auch die asiatische und die antike Esskultur waren ja schon mit dem Tanz verbunden. Aber zusammen mit der Clubmusik ist es natürlich wirklich neu, vor allem da wir sehr gute Küche anbieten wollen. Wir haben eigenes Porzellan herstellen lassen, das sich dazu eignet, im Liegen zu essen", sagte Väth der ZEIT 2009 im Interview . Das Cocoon war das erste Clubrestaurant mit Michelin-Stern.

Seine ambitionierte Idee von einem weltweit einzigartigen Cluberlebnisort hielt allerdings der Realität nicht stand. Bereits in den vergangenen Wochen hatten sich Gerüchte einer Insolvenz verdichtet. Im Mai schlossen die beiden Restaurants Micro und Silk, der hoch gelobte Spitzenkoch Mario Lohninger verließ den Club.

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81 Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit

"Wir werden den Geschäftsbetrieb nahtlos fortführen", sagte der Insolvenzverwalter Frank Mößle. Derzeit beschäftigt die Cocoon-Club GmbH & Co. KG 81 Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit. Ihre Gehälter seien über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert.

Nun stehe eine Restrukturierung an, er schaue aber positiv nach vorn, sagte der Geschäftsführer Matthias Martinsohn. Der Betrieb sei gesichert und die Mannschaft unterstütze das Vorhaben. In der nächsten Zeit seien hochkarätige Künstler angemeldet, darunter Fedde Le Grand, Paul van Dyk und Markus Schulz. Auch die Resident-DJs legten weiterhin auf, sagte Martinsohn.

Noch haben sich die Verantwortlichen nicht zu den Gründen der Insolvenz geäußert. Aber eine Annahme liegt auf der Hand: Frankfurt als Finanzmetropole ist nicht Berlin . Heiko Hoffmann, der Chefredakteur des Musikmagazins Groove , sagte der Welt : "Ich stelle es mir schwer vor, einen solch großen Club in Frankfurt finanziell erfolgreich zu führen. Während in Berlin das Berghain allein durch die vielen Touristen quasi ein Selbstläufer ist, braucht das Cocoon einfach Namen, die die Leute ziehen. Da wird es dann schwer, den Laden Wochenende für Wochenende zu füllen."