Songwriter NagelAm Grönemeyerismus vorbeisingen
Seite 2/2:

DIY bedeutet nicht Selbstausbeutung

Der Zweifel begleitet Nagel schon lange: "Ich wollte immer Teil von irgendetwas sein, irgendeiner Szene oder so", sagt er, "so wie in dem Tocotronic-Song, Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein." Aber den Szenen ist er genauso schnell wieder entwachsen, wie er sich ihnen angeschlossen hatte. 


Nagels Weg unterscheidet sich von vielen heutigen Künstlerbiografien. "Ich war Autodidakt, eigentlich schon immer." Andere haben gelernt, er hat gemacht. "Der Do-It-Yourself-Gedanke ist schon tief in meiner DNA", sagt er. "Wenn das aber heute ein anderes Wort für Selbstausbeutung sein soll, bin ich nicht mehr dabei."

Ganz allein kann und will er sich nicht mehr um die Arbeit kümmern, die ein Musikerleben begleitet. Welche Plattenfirma sich um die neue Band kümmert, ist noch offen. "Wir müssen einfach gucken, wie wir am besten durch die Trauergrube Musikbusiness hindurch kommen", sagt Nagel. Da die Hamburger von Grand Hotel van Cleef bereits für das Booking zuständig sind, wären sie die naheliegende Lösung.

Nagel im Konzert

Alle Konzerte im Dezember: 6.12. Osnabrück, 7.12. in Hamburg, 8.12. Essen, 9.12. Saarbrücken, 10.12. Stuttgart, 11.12. Erlangen, 12.12. München, 13.12. Berlin

Weitere Informationen auf der Band-Website

Wobei das Naheliegende nicht immer das Gute ist – schließlich hat Nagel es zuletzt auch vermieden, die allzu vorhersehbaren Schritte zu gehen. "Mich haben immer Künstler und Musiker gereizt, die ich nicht ganz verstanden habe", sagt er. Dennoch orientiere er sich am einfachen, simplen Song. "Dazu bin ich viel zu sehr Popper."

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. 1. Hmmmm

    Wenn oder was soll Muff Potter denn geprägt haben?
    Mich als Punk seit 80ern, sicherlich nicht.
    Das ist eher Studentenrock als Hrdcorepunk.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • praenki
    • 26. November 2012 18:40 Uhr

    Wer in den 90ern die Konzerte von Muff Potter, Dackelblut, den Grauen Zellen oder ...But Alive usw. miterlebt hat, weiß, dass das mehr war als "Studentenpunk". Aber auch unter den Punks gibt es halt Strukturkonservative, denen alles abseits ihres Punkrockhorizonts suspekt ist. Geschenkt.

  2. ...viele Wege vorbei, auch wenn dessen CDs nach wie vor mentalitãtsbedingt viele Deutsche Wohnzimmerschränke füllen.

    • dta11
    • 26. November 2012 16:07 Uhr

    Muff Potter waren nie einfach zu kategorisieren, aber von "Studentenrock" würde ich in keinem Fall reden, dafür war die Musik zu vielschichtig und hat eine zu breite Hörerschaft angezogen. Aber davon mal abgesehen freue ich mich über die Band Nagel, denn Nagels Texte gehörten immer mit Abstand zu den Besten und mit Musik und seiner druckvollen Stimme sind sie noch viel besser.

    • keibe
    • 26. November 2012 21:09 Uhr

    "Am Grönemeyerismus vorbeisingen"

    Macht mal, z. B. mit "Kinder an die Macht" (Grönemeyer)und "Alle Kinder sind perverse, kleine Biester" (Sigmund Freud).

    • cmaul
    • 27. November 2012 6:04 Uhr

    für einen Musiker. Hat er das verdient?

    Von Grönemeyer gibts nur einen guten song und das ist der von der Currywurst und der ist von Wiglaf Droste.

    • hohesB
    • 27. November 2012 14:06 Uhr

    bitte nicht, songwriting quasi nicht vorhanden ! wo hat er denn musik studiert genau ? und bildender künstler, hab mit die linoldrucke angeschaut und das sieht eher nach kunst ag aus, siebte klasse, im ernst.

  3. Muff Potter geprägt? Wenn ich ehrlich bin, habe ich nie etwas von dieser Band gehört? Und ich höre sehr gern mal hier und da ein wenig Punk.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Artikel Auf einer Seite lesen
  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Band | Erich Mühsam | Jugendbewegung | Berlin | Hamburg | Köln
  • Album "Text und Musik": Mutter zuhören!

    Mutter zuhören!

    "Wer hat schon Lust zu denken, wie sie denken, die uns hassen?" Auch das zwölfte Album der Berliner Band Mutter stellt die richtigen Fragen zum Menschsein.

    • Der Rapper Marteria. Er legt Wert darauf, so etwas Altmodisches wie eine politische Meinung zu haben.

      "Ich will Feuer sehen, keine Handys"

      Der aus Rostock stammende Rapper Marteria analysiert für uns das Zeitgeschehen. Mit ihm kann man sogar über Neonazis, Spießer, Drogen und Videospiele reden.

      • "Deutsch so wie Du": Kamyar und Dzeko (von links) sind 15 Jahre alt und kommen aus Fulda.

        "Nee, Du bist kein Deutscher"

        Zwei 15-Jährige widerlegen Sarrazins Thesen: Kamyar und Dzeko geben Kindern mit Migrationshintergrund eine Stimme. Ihr Rap-Video feiert Premiere auf ZEIT ONLINE.

        • Anna Prohaska, 1983 in Neu-Ulm geboren, ist die Tochter eines österreichischen Opernsängers und einer irischen Sängerin.

          Zwischen den Fronten

          Die begnadete klassische Sängerin Anna Prohaska hat ein Faible für schräge Konzeptalben und doppelgesichtige Gestalten. Auf ihrem neuen Album besingt sie den Krieg.

          Service