Der Zweifel begleitet Nagel schon lange: "Ich wollte immer Teil von irgendetwas sein, irgendeiner Szene oder so", sagt er, "so wie in dem Tocotronic-Song, Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein." Aber den Szenen ist er genauso schnell wieder entwachsen, wie er sich ihnen angeschlossen hatte. 


Nagels Weg unterscheidet sich von vielen heutigen Künstlerbiografien. "Ich war Autodidakt, eigentlich schon immer." Andere haben gelernt, er hat gemacht. "Der Do-It-Yourself-Gedanke ist schon tief in meiner DNA", sagt er. "Wenn das aber heute ein anderes Wort für Selbstausbeutung sein soll, bin ich nicht mehr dabei."

Ganz allein kann und will er sich nicht mehr um die Arbeit kümmern, die ein Musikerleben begleitet. Welche Plattenfirma sich um die neue Band kümmert, ist noch offen. "Wir müssen einfach gucken, wie wir am besten durch die Trauergrube Musikbusiness hindurch kommen", sagt Nagel. Da die Hamburger von Grand Hotel van Cleef bereits für das Booking zuständig sind, wären sie die naheliegende Lösung.

Wobei das Naheliegende nicht immer das Gute ist – schließlich hat Nagel es zuletzt auch vermieden, die allzu vorhersehbaren Schritte zu gehen. "Mich haben immer Künstler und Musiker gereizt, die ich nicht ganz verstanden habe", sagt er. Dennoch orientiere er sich am einfachen, simplen Song. "Dazu bin ich viel zu sehr Popper."