Komische Oper BerlinZappelphilipps Zauberflöte

Barrie Koskys Inszenierung an der Komischen Oper Berlin ist eine Bankrotterklärung der Regie: Märchenoper als Kintopp mit Figuren, so flach wie LCD-Bildschirme. von Frederik Hanssen

Wie wichtig die Musikkulturhauptstadt im Rest der Republik genommen wird? Als die Akademie für Alte Musik Berlin jüngst in München gastierte, seufzte die Süddeutsche in einem 200-Zeilen-Artikel, so eine großartige Truppe hätte man in Bayern auch gerne. Nach dem Auftritt von Simon Rattle mit dem BR-Symphonieorchester Anfang November wollte die SZ den Dirigenten gar zum König Ludwig III. krönen. Und am Freitag dann stimmte das Leitmedium der deutschen Presse seine Leser auf die Premiere der neuen Berliner Zauberflöte ein – mit einem vier Spalten breiten Foto auf der Titelseite! Ein Ereignis von nationaler Bedeutung also. Oder aus Berliner Sicht: eine der zwölf großen Bühnenpremieren des vergangenen Wochenendes.

Sicher, ein wenig gespannt war man schon, wie sich Henrik Nánási als neuer Chefdirigent der Komischen Oper machen würde – wo man den 37-jährigen Ungarn nach einer einzigen Probevorstellung vom Fleck weg engagiert hatte. Mit koboldhafter Gestik stürzt sich Nánási am Sonntag in die Zauberflöten -Ouvertüre, entlockt dem Orchester einen schlanken, hellen Mozartklang. Die Musik im flotten Fluss zu halten ist ihm dabei wichtiger, als bereits hier die widerstreitenden Sphären des Stücks – Intellekt und Emotion – akustisch auszuleuchten. Beidarmig dirigierend wird er auch den übrigen Abend souverän Bühne und Graben koordinieren.

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Die Hauptrolle aber darf Henrik Nánási bei seiner Einstandsproduktion nicht spielen. Die hat Intendant Barrie Kosky einem Genre zugedacht, das in der Oper eigentlich nichts verloren hat: dem Kintopp. "Zur Hilfe, zur Hilfe, sonst bin ich verloren", barmt Peter Sonn als Tamino – und steht dabei hinter einem hüfthohen Paravent. Auf diesen werden seine rennenden Beine projiziert, während auf der Leinwand hinter ihm ein Comic-Wald vorbeifliegt. Und da taucht sie auch schon auf, die "listige Schlange", die den Prinzen verfolgt, wird rasant größer. Schon ist ihr Maul über ihm, da flitzen ein Dutzend Pfeile heran – und mit ihnen saust nun das Ungeheuer über die Bildfläche, von oben nach unten, von rechts nach links, mal der Drache voran, mal die Geschosse, bis das Zeichentricktier schließlich tödlich getroffen zusammensackt.

Das macht unheimlich Effekt. Fünf Minuten lang. Nach einer Viertelstunde ist das Prinzip klar, nach 30 Minuten beginnt jeder zu leiden, der sich nicht auf die zweidimensionale Darreichungsform einlassen mag. Drei Stunden Reizüberflutung: was für eine Tortur! Es gibt keine Bühne, nur diese vermaledeite Wand an der Rampe. Geredet wird nicht, dafür gibt es Texttafeln wie im Stummfilm. Alle Musiknummern der Partitur dagegen werden gesungen. Von Solisten, die weitgehend bewegungslos vor der flimmernden Projektionsfläche stehen müssen.

Barrie Kosky hat sich Suzanne Andrade und Paul Barritt von der Theatergruppe 1927 ins Inszenierungsteam geholt. Was die beiden Briten an Videoeinspielungen anbieten, ist technisch virtuos gemacht und höchst fantasievoll. Mal expressionistisch, mal Slapstick, mal im Stil der Monty-Python-Animationsfilme der siebziger Jahre. Bilder, die ununterbrochen in Bewegung sind. Stets gibt es irgendwo rotierende Räder, putziges Getier oder fliegende Herzen, die Zauberflöte ist eine Elfe, die großzügig Noten streut, Papagenos Glockenspiel flitzt auf Spinnenbeinen herum.

Eine Inszenierung mit ADHS. Eine Zappelphilipp-Zauberflöte. Und gleichzeitig eine Bankrotterklärung der Regie. Denn die Figuren bleiben so flach wie LCD-Bildschirme, eine Personenführung findet nicht statt, von einer Interpretation der rätselhaftesten aller Opern ganz zu schweigen. Wer meint, dies sei die zeitgemäße Form, Musiktheater zu spielen, der kann sein Bühnenportal gleich zumauern, das Orchester nach Hause schicken und künftig die Liveübertragungen aus der New Yorker Met ausstrahlen.

Weil aber fast durchweg auf hohem Niveau gesungen wird, sollen die zu Beleuchtungsstatisten degradierten Darsteller wenigstens im Abspann genannt werden, in der Reihenfolge ihres Auftretens: Peter Sonn (Tamino), Ina Kringelborn, Karolina Gumos, Maija Skille (die drei Damen), Dominik Köninger (Papageno), Julia Novikova (Königin der Nacht), Maureen McKay (Pamina), Stephen Boving (Monostatos), Christof Fischesser (Sarastro), Juila Giebel (Papagena).

Erschienen im Tagesspiegel

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Leserkommentare
  1. Ich höre gerne gute Musik. Mein Geschmack reicht von Bach bis Turilli, von Pat Metheny bis Björk. Aber ich verstehe nicht, wie man wieder und wieder alte Hüte weit über Gebühr feiern kann! Ob dies, wie hier, die 10000. Neuaufführung der Zauberflöte ist, oder, wie in einem anderen Artikel, der siebzigste Geburtstag eines Musikers, der ebenfalls schon tot ist. Ich habe nichts gegen Hendrix oder Mozart, jeder war in seiner Art wirklich gut. Aber es gibt solche Typen noch viele!

    Übel stößt mir dann noch mehr auf, dass etwas wie die Wagner-Festspiele wieder und wieder zum Medienereignis wird, obwohl es nur eine Show für selbstverliebte Reiche ist, oder wenn, zum x-ten Mal, eine Kritik irgend einer Neuaufführung erscheint, nur weil dies als "Kultur" ausgezeichnet ist. Wer interessiert sich denn dafür? Und warum sollte sich noch jemand dafür interessieren? Kultur, das ist, was die Menschen erleben und wollen. Das ist, vor allem, mainstream, ja, aber auch die farbgebenden Nuancen am Rande. Doch es sind nicht die besprochenen Sonderaufführungen, die nichts mehr Neues bieten können, weil der Grundstoff bereits tausendfach durchgekaut wurde.

    Oder wenn ich ganz hart drauf bin, dann sage ich es deutlicher: Ein Mozart wäre heute nicht mehr viel wert, das kann jeder Musikstudent. Nur weil es ein alter Meister ist, weil er EHER da war oder weil einige Jahrhunderte Möchtegerns sich durch die Kenntnis seines Namens und Werkes auszeichnen konnten...

    Die Mühe einer Kritik, warum?

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    Da Sie nachfragen: Ich interessiere mich dafür. Und in meinem Bekanntenkreis kenne ich noch mehrere Leute, die sich dafür interessieren. Wir dürften auch nicht die einzigen sein, denn fast jedes Mal, wenn ich in die Oper oder ins Konzert gehe, fällt mir auf, dass sich Besucher in der Pause über die Kritiken unterhalten, die sie gelesen haben. Offenbar gibt es tatsächlich Interessierte.

    Man kann im Übrigen sehr interessante Gespräche über die Millionste Neuaufführung irgendeines alten Hutes führen. Das kann ziemlich spannend sein, wenn das der Teil der Kultur ist, den man selbst erlebt. Für andere ist das natürlich unendlich öde.

    Für mich waren zum Beispiel die gefühlten 100 Artikel über den neuen James Bond ein fürchterliches Ärgernis. Überhaupt könnte ich an dieser Stelle viele Themen aufführen, die mich nicht interessieren und mich darüber beklagen, dass ausgerechnet darüber berichtet wird. Dann denke ich mir, dass es möglicherweise andere Leser gibt, die sich gerade dafür interessieren. Das Feuilleton - oder überhaupt eine Zeitung an sich - lebt doch gerade von der Vielfalt der Themen, über die berichtet wird. Ich finde es überaus vorteilhaft, dass mir die Zeit nicht vorschreibt, was ich zu lesen habe, sondern mir viele verschiedene Artikel zur Auswahl anbietet.

    • FranL.
    • 28. November 2012 20:06 Uhr

    Von der Genialität eines Mozart oder Bach verstehen Sie nichts. Das kann eben nicht jeder Musikstudent. Die Musik von Pat Metheny und Björk könnte man mit dem Computer wohl noch komponieren (Popmusik wird ja heutzutage grundsätzlich mit Computer "komponiert), aber die Goldbergvariationen, die Matthäuspassion, die Kunst der Fuge? Das kann ein Computer nicht, wenn etwas ähnlich klingt ist es noch lange nicht dasselbe und wer sich wirklich mit Musik beschäftigt (nicht mit David Garretts Interpretationen) merkt den Unterschied. Eine Arie von Mozart stellt für Sänger eine ungleich größere Herausforderung dar als ein Popsong von Björk oder Celine Dion. Deswegen gibt es ja so viele schlechte Aufführungen von Opern und klassischen Konzerten, weil dies nun eben nicht jeder Depp spielen kann.

    Bayreuth ist auch nichts für selbstverliebte Reiche. Ganz im Gegenteil, die sogenannten Reichen und Schönen sind dort in der Minderheit, es geht wirklich nur um die Musik. Sie dürfen nicht vom Eröffnungstag ausgehen. Die Schickimickis treffen sich eher in Salzburg oder bei Musicalpremieren. Ich kann da mitreden, ich war zweimal in Bayreuth und bin ganz bestimmt nicht reich, habe dort auch keine Reichen getroffen, wer hofft sich einen Millionär zu angeln wird dort enttäuscht sein.

  2. Es wäre wirklich wunderbar, wenn jeder Musikstudent nur ein Zehntel des Vermögens von Mozart hätte - oft werden entweder die Musikstudenten über- oder Mozart unterschätzt, und ich fürchte, in diesem Fall geschieht beides in nicht unerheblichem Maße.

    Warum sollte man Mozart immer wieder aufführen und neu interpretieren? Weil genau zwei Dinge viel zu wenigen gelingen: Erstens, Musik auf dem Niveau von Mozart neu zu schreiben, und zweitens, Mozarts Musik auf hohem (also auf seinem) Niveau zu interpretieren! Ohne jahre-oder jahrzehntelange Erfahrung ist letzteres kaum möglich; Mozart einfach nur natürlich und ungekünstelt klingen zu lassen, ist nämlich enorm schwer! Den individuellen Charakter und Stil eines Komponisten (bei Mozart betrifft das die Genialität der Einfachheit und die Tatsache, dass er mit enorm wenigen Mitteln unglaublich viele Charaktere auszudrücken vermag, die wiederum sekündlich wechseln können) als Interpret angemessen und authentisch zu erfüllen, dem Komponisten also in höchstem Maße zu dienen, darauf kommt es an. Das gelingt sehr, sehr wenigen wirklich gut. Selbst auf großen Bühnen hört man da zuweilen haarsträubende Versuche.

    Dazu kommt noch der Zeitgeschmack, der sich ändert - aufgrund vielfältigster zeitgeschichtlicher Einflüsse hören und spielen wir Musik, die keine durchgehende Aufführungstradition hatte, heute sehr sehr anders als früher - derzeit sind wir bei Mozart von Konzepten des Originalklanges beeinflusst. Ich bin gespannt, was noch kommt!

  3. Da Sie nachfragen: Ich interessiere mich dafür. Und in meinem Bekanntenkreis kenne ich noch mehrere Leute, die sich dafür interessieren. Wir dürften auch nicht die einzigen sein, denn fast jedes Mal, wenn ich in die Oper oder ins Konzert gehe, fällt mir auf, dass sich Besucher in der Pause über die Kritiken unterhalten, die sie gelesen haben. Offenbar gibt es tatsächlich Interessierte.

    Man kann im Übrigen sehr interessante Gespräche über die Millionste Neuaufführung irgendeines alten Hutes führen. Das kann ziemlich spannend sein, wenn das der Teil der Kultur ist, den man selbst erlebt. Für andere ist das natürlich unendlich öde.

    Für mich waren zum Beispiel die gefühlten 100 Artikel über den neuen James Bond ein fürchterliches Ärgernis. Überhaupt könnte ich an dieser Stelle viele Themen aufführen, die mich nicht interessieren und mich darüber beklagen, dass ausgerechnet darüber berichtet wird. Dann denke ich mir, dass es möglicherweise andere Leser gibt, die sich gerade dafür interessieren. Das Feuilleton - oder überhaupt eine Zeitung an sich - lebt doch gerade von der Vielfalt der Themen, über die berichtet wird. Ich finde es überaus vorteilhaft, dass mir die Zeit nicht vorschreibt, was ich zu lesen habe, sondern mir viele verschiedene Artikel zur Auswahl anbietet.

  4. So wirklich widersprechen Sie mir aber nicht, oder? Na gut, chorpianeur tut es, indem er ein größeres Unvermögen bei den Musikstudenten unterstellt. Da hat er vielleicht Recht, denn ich ging bei meiner Einschätzung von jener Teilgruppe aus, die das Fach aufgrund einer Begabung und Leidenschaft studieren. Aber andererseits, Mozarts oder etwa Bachs Musik ist inzwischen durch Computerprogramme reproduzierbar. Ihre Leistung ist für damals weltbewegend, heute jedoch ist es nur noch gehobener Durchschnitt. Doch weil sie als alte Meister hochgehalten werden, existiert ein regelrechter Fankult in Kulturkreisen - "wissende" Leute, die sich selber hoch schätzen und schätzen lassen, indem sie ihre Idole immer noch über alle anderen erheben.

    Das ist der Übergang zu meinem wesentlichen Punkt. Mir ging es nicht darum, die Kritik einer Neuaufführung an sich in Frage zu stellen. Jedoch die 1000. Neuaufführung, die abseits der an sich guten Musik sich selbst durch Effekthascherei oder Absonderlichkeiten in Szene setzen möchte - was ihr dann immerhin noch gelingt, weil irgend ein Kritiker immer noch eine vernichtende Kritik für diese Lächerlichkeit herauswirft. Hier findet auch durch den Beteiligungswunsch des Kritikers ein Aufblähen der Szene statt. Wir lesen doch selbst im Feuilleton in der Zeit selten etwas von Bedeutungslosigkeit aus irgend einer Region. Diese Aufführung ist aber genau das!

  5. Machen Sie das Gedankenexperiment, ersetzen Sie die Berliner Oper durch irgend eine Dorfbühne! Wäre es eine Schulaufführung, dann könnten die Sänger noch so gut sein.

    Dabei weiß ich durchaus um die Variabilität der musikalischen Darbietung. Als Jugendlicher traf mich die Faszination durch die dritte Symphonie von Saint-Saens. Die LP war bald ziemlich abgenutzt. Eine der ersten CDs, die ich erwarb, war eine Aufführung dieses Werks. Aber sie war nicht gut! Sie gefiel mir überhaupt nicht! Doch dies ist etwas anderes, denn ich verglich nur zwei. Hier aber steht ein Artikel, der auch Hunderte von Vergleichen zurückgeht. Und "Künstler", die gerade nicht mehr die Musik, sondern ihre eigene Note in den Vordergrund stellen, es sogar tun müssen, um gefeiert oder vernichtet zu werden. Hauptsache erwähnt.

    Wird denn die Musik zentral im Text angeführt? Gründet sich die Kritik hierauf? Das Schauspiel, ja, das findet noch Einzug, aber das ist Beiwerk und - tut mir leid - fast auch schon zu Mozarts Lebzeiten nichts anderes als billige Fantasy. Ein cirque du soleil vor Jahrhunderten. Und auch Sie wandten sich nur der Musik zu.

  6. Stefanie Kirchner verweist auf ihre Umgebung. Man interessiere sich dafür. Mag sein. Aber dies ist die Zeit, eine überregionale Wochenzeitung ist der Hintergrund. Es gibt andere Medien, die sich solchem widmen. Die Berliner Aufführung ist auch nur eine willkürliche Auswahl ohne Beispiele von Dauer. Die Frage, was das hier soll, ist berechtigt, denn diese Kritiken sind selten hier. Wäre es eine äußerst gelungene Aufführung, etwas Neues, dann verdiente es hier möglicherweise seinen Platz. Aber eine vernichtende Kritik über ein zufällig ausgewähltes Malheur?

    So wie sich Kulturtreibende und Gefolgsleute gegenseitig feiern, wenn es um das geht, was sie Kultur nennen, doch schon lange keine mehr ist, sondern ein elitäres Feierabendgeschäft, erinnern sie mich manches Mal an Jugendliche, die begeistert ihre Handy-Klingeltöne austauschen.

    Natürlich hat sie auf der anderen Seite Recht. Diese gefühlten 100 Artikel über James Bond nerven. Auch er ist übervertreten. Ich habe ja schon mit bewundernder Achtung bemerkt, dass Kritiken von Computerspiele hier Einzug fanden. Denn dies ist eine bedeutende Kultur mittlerweile. Der Mittelweg ist wie immer der richtige: Nicht noch einen Text einstellen, nur weil jeder es tut, aber auch nicht versessen auf die Erscheinungen am Rand schielen, nur weil eine kleine, gesellschaftliche Teilgruppe dies zu ihrem Selbsterkennungsmerkmal erkürte.

  7. Na, wenn der Zappelphilipp hier mal nicht die Inszenierung, sondern allein der Kritiker hinter seinem Schreib-Blöckchen ist. Was für ein wunderbarer Abend (und wie bezeichnend, dass sich nach dem Duktus dieser Kritik lauter Menschen in eine pseudo-intelektuelle Diskussion stürzen, die ihn nicht gesehen haben!).
    Mal ehrlich, die Zeiten in denen kluge Unterhaltung gebrandmarkt wird, sollen vorbei sein - Kritiken wie diese, beweisen leider dass das Denkvermögen und die Einlassungsfähigkeit mancher doch sehr viel zweidimensionaler ist, als der Gegenstand auf den sie sich in einem vermeintlichen Besserwissen stürzen.
    Die Sänger werden eigentlich nur in der Kritik zu Beleuchtungsstatisten degradiert - auf der Bühne leisten sie beindruckende mimische und gestische Arbeit, fern von allem (intellektuell akzeptierten) Opern-Schmonz. Wer das nicht sieht, hört und das Lachen so miesepetrig verlernt hat - na, dem kann auch kein Mozart mehr das Herz öffnen.

    • FranL.
    • 28. November 2012 20:06 Uhr

    Von der Genialität eines Mozart oder Bach verstehen Sie nichts. Das kann eben nicht jeder Musikstudent. Die Musik von Pat Metheny und Björk könnte man mit dem Computer wohl noch komponieren (Popmusik wird ja heutzutage grundsätzlich mit Computer "komponiert), aber die Goldbergvariationen, die Matthäuspassion, die Kunst der Fuge? Das kann ein Computer nicht, wenn etwas ähnlich klingt ist es noch lange nicht dasselbe und wer sich wirklich mit Musik beschäftigt (nicht mit David Garretts Interpretationen) merkt den Unterschied. Eine Arie von Mozart stellt für Sänger eine ungleich größere Herausforderung dar als ein Popsong von Björk oder Celine Dion. Deswegen gibt es ja so viele schlechte Aufführungen von Opern und klassischen Konzerten, weil dies nun eben nicht jeder Depp spielen kann.

    Bayreuth ist auch nichts für selbstverliebte Reiche. Ganz im Gegenteil, die sogenannten Reichen und Schönen sind dort in der Minderheit, es geht wirklich nur um die Musik. Sie dürfen nicht vom Eröffnungstag ausgehen. Die Schickimickis treffen sich eher in Salzburg oder bei Musicalpremieren. Ich kann da mitreden, ich war zweimal in Bayreuth und bin ganz bestimmt nicht reich, habe dort auch keine Reichen getroffen, wer hofft sich einen Millionär zu angeln wird dort enttäuscht sein.

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