Pianist : Jazzlegende Dave Brubeck ist tot

Stücke wie "Take Five" machten ihn zum ersten Popstar des Jazz, seine Platten brachten die Musik auch in die bürgerlichen Wohnzimmer: Dave Brubeck ist mit 91 gestorben.
Dave Brubeck bei einem Auftritt im Jahr 2009 © Getty Images

Der Jazz-Pianist Dave Brubeck ist tot. Er starb am Mittwoch, einen Tag vor seinem 92. Geburtstag, an Herzversagen, berichtete die Chicago Tribune unter Berufung auf seinen Manager.

Brubeck gilt als der erste Jazzmusiker, dessen Erfolg Popdimensionen annahm: Seine Stücke begeisterten seit den fünfziger Jahren ein breites Publikum für Jazzmusik, er machte die Musikrichtung salonfähig. Die 1959 erschienene Platte Time Out mit den Singles Take Five und Blue Rondo A La Turk ist die erste Jazzplatte, die weltweit millionenmal verkauft wurde.

Brubeck verband Jazz mit klassischer Konzertmusik und komponierte häufig in ungewöhnlichen Taktarten. "Mein ganzes Leben wollten mich die Menschen immer in eine Schublade stecken", sagte er einmal in einem Interview. "Aber Schubladen langweilen mich."

Der 1920 in Kalifornien geborene Brubeck studierte erst Tiermedizin, wechselte aber schließlich zur Musik und wurde Schüler von Arnold Schönberg und Darius Milhaud . Gemeinsam mit dem Saxofonisten Paul Desmond gründet er das Dave Brubeck Quartet, das weltweit Erfolge feierte.

Brubeck galt als Verfechter der Bürgerrechtsbewegung, als einer der ersten weißen Musiker trat er in schwarzen Jazzclubs auf. Er machte bis ins hohe Alter Musik, noch im vergangenen Jahr trat er öffentlich auf.

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Kommentare

11 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

#3 Tx !!

Danke für den Link !
Das ist echt ein toller Musikfilm.

Und jetzt nennen wir noch mal alle zusammen:
Dave Brubeck Piano und Paul Desmond Sax,
Joe Morello am Schlagzeug und Eugene Wright am Bass.

Ich denke mal, die Herren des Brubeck-Quartetts waren beste Freunde.

Und damals konnte man einen Neger noch freundschaftlich unbedarft zurecht Neger nennen und sich auf ein paar ungewöhnliche Bassriffs und Rhytmen freuen.

Der Film mit dem fliegenden Teppich hat mich sehr gefreut.

Co-Komposition

"Take five ....kennt wohl jeder. Ist nur nicht von Dave Brubeck sondern von Paul Desmond (dem Saxophonist des Brubeck-Quartetts) geschrieben worden."

Man kann es eher als Co-Komposition von Paul Desmond und Dave Brubeck bezeichnen.

Auszug aus Wikipedia:

"Als das Time Out-Album, für das es geplant war, erscheinen sollte, bemerkte Brubeck, dass Paul Desmond und der Schlagzeuger des Quartetts, Joe Morello, in den Pausen miteinander im 5/4-Takt improvisierten. Brubeck beauftragte daraufhin Desmond, zur nächsten Probe ein Stück im 5/4-Takt zu schreiben. Bei der nächsten Probe meinte Desmond resignierend, dass er zwar zwei Themen hätte, aber ihm sei einfach keine Idee für ein Stück gekommen. Brubeck schlug vor, Desmonds zweites Thema als A-Teil zu nehmen und sein erstes als Bridge, und so ist Take Five entstanden."

alltag

naja, nicht wirklich.

dass bei kompositionen befreundete musiker tips abgeben was man eventuell umstellen, welcher teil länger kürzer, welcher akkord ausgetauscht könnte ist absoluter alltag.

in manchen fällen ist das so gravierend das zwei komponisten aufgeführt werden. sie haben diesen fall z.b. bei vielen gesangsnummern in denen der text von jemandem geschrieben wird der das kann. (man würde sich heutzutage wünschen das viele texter ihre texte nicht selbst vertonen sondern ebenfalls jemanden ranlassen der das kann).

bei take five gab es offensichtlich keinerlei bemühungen brubecks ihr als mitkomponist aufzutreten. vielleicht hat desmond auch brubeck gedrängt beide namen zu nennen und dieser abgelehnt. vielleicht waren sie beide der meinung dass die vorschläge brubecks letztlich zu klein waren als das er mitaufgeführt werden sollte.
das bleibt, wie so vieles was tatsächlich im proberaum geschieht bzw geschah, ein geheimniss.

Farewell, Dave Brubeck!

Es ist erst wenige Tage her, dass mir Dave Brubecks Jazz Impressions of Japan in die Hände fiel. Ende des letzten Jahrtausends durfte ich ihn mit seinem Quartett zusammen mit den Lübecker Philharmonikern erleben. Dave Brubeck hat immer sein eigenes Ding gemacht, und sein Erfolg hat ihm Recht gegeben.
Farewell, Dave Brubeck!