Tipps von Thomas Winkler

Kid Kopphausen: I (Trocadero/Indigo)
Wenn der vielleicht beste, sicherlich der am meisten unterbewertete deutsche Songwriter stirbt, dann ist das traurig. Immerhin aber hat Nils Koppruch kurz vor seinem Tod noch dieses gemeinsame Album mit Gisbert zu Knyphausen herausgebracht. Die wunderschönen Songs darauf erleichtern den Abschied ein klein wenig. Und führen noch einmal vor Ohren, dass da von nun an jemand sehr, sehr fehlen wird.

Shaban & Käptn Peng: Die Zähmung der Hydra (Kreismusik/Soulfood)
Robert Gwisdek hat einen an der Waffel, zweifellos, aber das verarbeitet er so eloquent und rhythmisch, dass er aus dem Stand zu einem der besten Rapper hierzulande aufstieg. Sein Bruder Hannes baut dazu so schönschräge Beats, dass, falls es halbwegs gerecht zugeht, die Gebrüder Gwisdek irgendwann in näherer Zukunft berühmter sein müssten als ihre berühmten Schauspielereltern Corinna Harfouch und Michael Gwisdek.

Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen: Jeder auf Erden ist wunderschön (Tapete/Indigo)
Dass sich Superpunk auflösten, das war gar nicht schön. Sehr schön aber war, dass ein entscheidendes Drittel dieser besten deutschen Northern-Soul-Band einfach eine neue Band gründete. Nun gibt es wieder Musik, die einen über den denkbar beschissensten Tag bringt und die selbst Toten die Depressionen austreiben kann. So schön ist es, dass es nun Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen gibt, dass einem selbst von der erstligalosen Hauptstadt aus das halbe Dutzend Loblieder auf den Fußball nicht wie Hohn erscheint.