Berliner PhilharmonikerSir Simon Rattle gibt seinen Abschied bekannt

Nach 16 Jahren bei den Berliner Philharmonikern soll Schluss sein: Chefdirigent Sir Simon Rattle hat bekannt gegeben, dass er mit Ablauf seines Vertrages gehen wird.

Sir Simon Rattle

Sir Simon Rattle  |  © ChinaFotoPress/Getty Images

Sir Simon Rattle, Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, verlässt mit Ablauf seines Vertrages im Jahr 2018 das Orchester. Nach dann 16 Jahren werde es Zeit sein, dass jemand anderes die Leitung der Philharmoniker übernimmt, erklärte Rattle in einer Mitteilung des Orchesters.

"Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen. Ich liebe dieses Orchester und habe auch deswegen den Musikern meinen Entschluss so früh wie möglich mitgeteilt", sagte der 57-Jährige. Er hoffe, es bleibe damit genug Zeit für die Suche nach einem Nachfolger.

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Intendant Martin Hofman nannte die Ankündigung eine sehr bedauerliche Nachricht. Rattle begeistere mit "seiner herausragenden Musikalität und Kreativität" täglich neue Zuhörer. Rattle präge darüber hinaus die nationale und internationale Wahrnehmung der Berliner Philharmoniker als Kulturbotschafter Berlins.

Der Brite ist seit September 2002 Chefdirigent der Philharmoniker. Unter seiner Leitung galt das Orchester jahrelang als bestes der Welt.

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Leserkommentare
  1. Zunächst einmal muss man leider festhalten, dass Rattle wohl eher einer Nichtverlängerung zuvorgekommen ist. Nachdem sein Vertrag mit nur knapper Merhheit verlängert wurde, ist anzunehmen, dass es nun endgültig nicht mehr gereicht hätte.
    Dass der Intendant, der selbst weder Musiker noch sonstwie eine Beziehung zur klassischen vorweisen kann (und sich in Konzerten in Block A oftmals nur mit Mühe auf das Bühnengeschehen konzentrieren kann), mit ein paar Krokodilstränen aufwartet, ist wohl selbstverständlich.
    Wenn man ehrlich ist, war/ist Rattle der erste Chefdirigent in der Geschichte des Orchesters, der den besonderen Anforderungen nicht gewachsen war. Seine Verdienste liegen daher eher im nicht-musikalischen Bereich. Die Wahrheit liegt letztlich aber auf der Bühne und dort konnte er mit seinen Vorgängern nicht ansatzweise mithalten.
    Der letzte Satz ist dann endgültig peinlich: Wenn es überhaupt die Kategorie des besten Orchesters der Welt gäbe, dann haben es die Philharmoniker spätestens unter Rattle verloren (allgemein wird das Concertgebouw vorgezogen, was ich nachvollziehen kann).

    3 Leserempfehlungen
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    All das, was Sie hier über Rattle schreiben, habe ich vor 20 Jahren über Abbado gelesen bzw. aus dem Umfeld des Orchesters erzählt bekommen - ziemlich genau so.

    Und vor 30 Jahren über Karajan (dabei habe ich die Philharmoniker unter keinem jemals besser spielen hören, und das obwohl K. damals schon gesundheitlich recht schlecht dran war.)

    Da gab es Spiegel-Leserbriefe - der Karajan könne gar nicht auswendig dirigieren - er dirigiere nur ohne Noten!

    Und natürlich über Celibidache. Und was wurde nicht alles über Furtwängler geschrieben.

    Sie alle sind und bleiben große, überragende Künstlerpersönlichkeiten, jeder auf seine Weise natürlich.

  2. All das, was Sie hier über Rattle schreiben, habe ich vor 20 Jahren über Abbado gelesen bzw. aus dem Umfeld des Orchesters erzählt bekommen - ziemlich genau so.

    Und vor 30 Jahren über Karajan (dabei habe ich die Philharmoniker unter keinem jemals besser spielen hören, und das obwohl K. damals schon gesundheitlich recht schlecht dran war.)

    Da gab es Spiegel-Leserbriefe - der Karajan könne gar nicht auswendig dirigieren - er dirigiere nur ohne Noten!

    Und natürlich über Celibidache. Und was wurde nicht alles über Furtwängler geschrieben.

    Sie alle sind und bleiben große, überragende Künstlerpersönlichkeiten, jeder auf seine Weise natürlich.

    6 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Krokodilstränen"
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    Einen Nachfolger für Rattle zu finden wird schwer.

    Aber wer weiß, vielleicht schlummert ja irgendwo ein Talent, dass man heute noch nicht kennt.

    Ansonsten kann ich # 3 nur zustimmen.

    Nur weil es Zank um eine Vertragsverlängerung gibt, heißt das nicht automatisch, dass jemand schlecht ist.

    Natürlich gab es einige Musiker, denen Abbados Art am Anfang nicht passte, vor allem nicht der alten Garde. Dennoch hat er eine musikalische Qualität hingelegt, von der man unter Rattle nur träumen konnte.
    So gesehen ist es eine recht billige Ausrede (die ich leider zu oft schon gehört und gelesen haben), mit der Kritiker Rattles von Anfang bekämpft wurden: Weil auch über Abbado am Anfang gemeckert wurde, ist zwangläufig auch jede Kritik über Rattle unbegründet.

    Im Übrigen würde ich nicht der angeblichen Meinung irgendwelcher Musiker trauen (es gibt bei 128 Musikern immer unzufriedene Angestellte), so dass sie immer einen finden werden, der Ihnen Recht gibt.

    Ich traue seit drei Jahrzehnten in der Philharmonie lieber meinen eigenen Ohren im Konzert.

  3. Einen Nachfolger für Rattle zu finden wird schwer.

    Aber wer weiß, vielleicht schlummert ja irgendwo ein Talent, dass man heute noch nicht kennt.

    Ansonsten kann ich # 3 nur zustimmen.

    Nur weil es Zank um eine Vertragsverlängerung gibt, heißt das nicht automatisch, dass jemand schlecht ist.

    Antwort auf "Rattles Rolle"
  4. Natürlich gab es einige Musiker, denen Abbados Art am Anfang nicht passte, vor allem nicht der alten Garde. Dennoch hat er eine musikalische Qualität hingelegt, von der man unter Rattle nur träumen konnte.
    So gesehen ist es eine recht billige Ausrede (die ich leider zu oft schon gehört und gelesen haben), mit der Kritiker Rattles von Anfang bekämpft wurden: Weil auch über Abbado am Anfang gemeckert wurde, ist zwangläufig auch jede Kritik über Rattle unbegründet.

    Im Übrigen würde ich nicht der angeblichen Meinung irgendwelcher Musiker trauen (es gibt bei 128 Musikern immer unzufriedene Angestellte), so dass sie immer einen finden werden, der Ihnen Recht gibt.

    Ich traue seit drei Jahrzehnten in der Philharmonie lieber meinen eigenen Ohren im Konzert.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Rattles Rolle"
  5. Karajan, Abbado, Rattle, alle drei hatten/haben ihre "Popkultur" - Porsche&Jet, gepflegter italienischer Charme, eine Frisur und eine Lächeln, dass irrigerweise als jazziges "Menscheln" gedeutet wird. Es hilft, wenn man von Anfang an die Augen geschlossen hält. Viele der gemeinsamen Interpretationen des Orchesters mit Rattle sind von einer zerreißenden Genauigkeit geprägt, die zärtlichste Vorsicht und Radikalität zugleich ist. Klar, dass bei solcher Detailarbeit manches demjenigen Hörer kühl erscheint, der heute abend mal nicht seine Hörgewohnheiten in Frage stellen möchte. Wer kann das schon immer? Dass Gefühl *und* Verstand wirklich Funktionen des gleichen Organs sind, dass konnte man bei Abbado weniger und bei Karajan ("mit der S-Klasse-Cabrio mit 200 km/h durch den Elbtunnel") m.E. praktisch gar nicht erleben. Da gab es die "großen Momente" - bei der Zusammenarbeit der Berliner mit Rattle habe ich oft genug erlebt, dass gerade demjenigen Hörer, der sich monatelang vorbereitet hat auf ein Werk, etwas völlig Neues und doch vollkommen aus dem Werk heraus schlüssiges vermittelt wird - und dann auch noch so, dass es eine Relevanz hat. Da könnte man glatt auf die Idee kommen, es handele sich bei Musik doch um Kunst. Dann wäre das, was die Pinguine da vorturnen, nicht nur als gefühlig-distanzierte Edelkulisse brauchbar, sondern es hätte eine ... ähm ... Bedeutung. Das herauszuarbeiten, ist meiner Wahrnehmung nach der unbeliebte Beitrag Rattles zur Geschichte der Philharmoniker.

    3 Leserempfehlungen
  6. 7. Na,...

    Mir gefällt Rattle schon seit 1989, als er mit Doyle den Score zu Henry V. gemacht hat.

  7. fragen sie 100 Musiker und jeder erzählt ihnen etwas anders und weis es besser.eine gewisse selbstgefälligkeiten ist ihnen gegeben,leider.
    es wird nie einen dirigenten geben den alle in einem orchester mögen!
    ich finde rattle klasse!

    4 Leserempfehlungen

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, sk
  • Schlagworte Intendant | Musiker | Orchester | Vertrag
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