Claude Nobs, der Mitbegründer des Montreux Jazz Festivals, ist im Alter von 76 Jahren gestorben. Dies teilte das Festival auf seiner Internetseite mit. Nobs war während einer Langlauf-Tour über die Feiertage gestürzt. Er musste im Universitätskrankenhaus in Lausanne operiert werden. Dabei fiel er ins Koma.

Nobs hatte 2010 die operative Leitung des Montreux Jazz Festivals wegen gesundheitlicher Probleme abgegeben. Die strategische Leitung blieb aber weiterhin in seiner Verantwortung.

Nobs hatte das Festival 1967 im Alter von 31 Jahren gegründet. Damals mit einem Budget von 10.000 Franken. Heute strömen alljährlich rund eine Viertelmillion Besucher nach Montreux, dessen Programm aus einem unsubventionierten Topf von 18 Millionen Euro bestritten wird.

Der Impresario war immer im Kontakt mit den Größen aus Jazz, Klassik und Pop. Es ging ihm darum, den Jazz anderen Genres zu öffnen. Er holte Stars wie Bill Evans, Miles Davis und Keith Jarrett in die Schweiz. Auch David Bowie und die Rockband Queen traten beim Jazz Festival auf. Die Rockband Deep Purple erwähnte Claude Nobs in Smoke on the Water als "Funky Claude". Der Song handelt von einem Brand im Casino Montreux, bei dessen Evakuierung Nobs half. 

Erst im vergangenen Sommer hatte ihn der ZEIT-Autor Ralph Geisenhanslüke in seinem Chalet bei Genf besucht. Er beschrieb Nobs als einen der letzten großen Impresarios unserer Zeit. Einen Freund der Künstler.