Musikvorschau 2013Die Pop-Newcomer des Jahres

Zwölf für 2013: Die Popkritik orakelt mal wieder, welche Musiker in diesem Jahr den Durchbruch schaffen werden. Rabea Weihser stellt die hoffnungsvollsten Anwärter vor, in alphabetischer Reihenfolge. von 

Jake Bugg
18 Jahre isser und hat so viel Blues. Die Kritiker, vor allem in seiner britischen Heimat, überschlugen sich schon im November vor Lob, als sein selbstbetiteltes Debütalbum erschien. Als neuer Dylan wurde Jake Bugg gar gehandelt. Dabei zehrt er einfach nur von den Hinterlassenschaften großer Songwriter wie Johnny Cash oder Paul McCartney und versucht, sich mit frühreifen Sätzen wie "I drink to remember, I smoke to forget" ein wenig Rocker-Kredibilität zu ersingen. Dass 2013 sein Jahr wird, steht schon jetzt so gut wie fest.

Jake Bugg – Two Fingers




Chvrches

Avril Lavigne hat ihr Skateboard gegen ein Keyboard getauscht. So zumindest klingen Chvrches, ein Elektropoptrio aus Glasgow. Lauren Mayberry, Iain Cook und Martin Doherty lieben fette Synthies, billige Handclaps und pathetische Achtziger-Jahre-Melodien. Das begeistert viele ihrer Altersgenossen, die die echten Achtziger nicht erlebt haben. Schon in Ordnung.

Chvrches – The Mother We Share



Daughter

Es ist ja nicht so, dass Musikstudenten zwingend bessere Musik machen als Autodidakten. Aber wer ein Handwerk gelernt hat, kann es eben leichter zur Kunst führen. Elena Tonra und Igor Haefeli haben sich 2010 in London auf dem Konservatorium getroffen und mit Remi Aguilella das Trio Daughter gegründet. Elena schreibt feinsinnige, kluge Texte und singt sie zu den dunklen Folkpop-Arrangements ihrer Kollegen. Das gute Gespür der Drei für Harmonie und Melodie geht auf in wunderbaren Songs, die der Schwerkraft huldigen. Nach zwei EPs erscheint nun am 18. März ihr Debütalbum If You Leave bei 4AD, wo auch Grimes, Bon Iver und The National unter Vertrag sind.

Daughter – Home



Die Nerven

Ist es Substantiv oder Verb? Nerven oder nerven? Nach ihrer eingedeutschten Coverversion von Lana Del Reys Summertime Sadness konnte man sich diese Frage öfters stellen. Die Nerven, nicht aus Stahl, sondern aus Stuttgart, haben im Dezember ein Debütalbum namens Fluidum hingerotzt. In noiserockigem Punksound intonieren sie ein Lebensgefühl: "Wieso soll ich schwimmen, wenn ich auch treiben kann." Sie selbst nennen das Super-Mathrock-Progressive-Jazz-Lo-Fi-No-Indie-No-Wave-Post-Music-Trash-Noize-Hardcore-Punk. Na, Substantiv oder Verb?

Leserkommentare
    • sinta
    • 14. Januar 2013 12:46 Uhr

    Nachdem auf Zeit.de nun schon zum zweiten Mal Jason Bugg empfohlen wird (den ich auch ziemlich Klasse finde und gespannt bin, wie er sich weiter entwickeln wird) empfehle ich nun mal einen Iren: Mick Flannery. Großartiger Musiker und wundervolle Texte.
    Get That Gold - aus seinem letzten Album "Red To Blue"(2012):
    http://songs.to/#!pl=8d82...
    (habe da jetzt leider keine Ahnung, ob der Link so funktioniert wie ich mir das vorstelle ..)

    In The Gutter - aus seinem Album "Evening Train":
    http://www.muzu.tv/mickfl...

  1. ... dann gute nacht. female fronted säuselpop + singer/songrwiter in langeweile-dauerschleife klebengeblieben. geil.

    2 Leserempfehlungen
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    Redaktion

    Liebe/r störgeräusche,

    mag sein, dass diese Auswahl nicht Ihrem Geschmack entspricht. Aber lassen Sie uns doch netterweise an dem teilhaben, worauf und worüber Sie sich freuen!

    Das gilt natürlich für alle Leser: Was sind Ihre Musik-Newcomer 2013?

    Beste Grüße aus der Redaktion!

  2. Redaktion

    Liebe/r störgeräusche,

    mag sein, dass diese Auswahl nicht Ihrem Geschmack entspricht. Aber lassen Sie uns doch netterweise an dem teilhaben, worauf und worüber Sie sich freuen!

    Das gilt natürlich für alle Leser: Was sind Ihre Musik-Newcomer 2013?

    Beste Grüße aus der Redaktion!

    4 Leserempfehlungen
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    nunja ich kenne mich beim thema "pop" musik nicht mehr sehr gut aus, da ich seit langem aus dieser richtung nichts spannendes mehr gehört habe, das meiste ist doch austauschbarer mist, und bei dem was sie hier so reingestellt haben handelt es sich m.e. ebenfalls um solchen. den letzten guten "pop" habe ich glaube ich in den 90ern gehört. so richtig gute sachen gab es in den 80ern (von david bowie über talking heads bis ideal).

    das pop genre kommt mir vor wie die derzeitige von frau merkel geführte politik: nichts wagen, gefällig sein, nicht auffallen und auf teufel komm raus politisch korrekt.

    "Alles was zu hören ist, sind gut verkaufbare Sounds mit dünnen, modischen, trendigen, uniformen, jungen Menschen. Echt Schade!"

    dem kann ich nur zustimmen. wenn man sich mal überlegt das sowas durchgeknalltes wie "o superman" von laurie anderson (http://youtu.be/0hhm0NHhCBg) in england damals auf platz 2 der charts war dann fragt man sich doch - was ist passiert in den letzten jahren? wo ist die lustige anarchie geblieben? (http://www.tape.tv/musikv...). alles nur noch glattgebügelter mädchen-mist. aber es gibt zum glück noch andere genres.

    mehr gibts zu dem thema von meiner seite nicht zu sagen :D

  3. Bei den meisten von den Ihnen vorgeschlagenen Acts feht mir einfach der sichtbare Hunger - das gewisse etwas. Und wenn ich so nen Brite höre, der niemals an das Niveau seiner Idole rankommt und mit 18 schon versucht deren Texte 1x1 "nachzumachen", weiss ich nicht so genau was ich davon halten soll.

    Ganz interessant hingegen finde ich daughter und Angel Haze.

    Daughter bringt musikalisch und auch vom content her doch einiges schon mit. Um aber komerziell wirklich erfolgreich zu sein wird es aber trotzdem nicht reichen, da dieser sound für die breite Masse wohl zu anspruchsvoll sein wird.

    Angel Haze - klingtfresh und hat laut Artikel auch genau die richtige Connection um in diesem Jahr richtig durchzustarten. Ich als grosser Hip-Hop fan finde sie allerdings einfach nur grausig. Wundert mich nicht, dass sie in der Ecke von Odd Future entdeckt wurde. Künstlerische Kreativität einfach ma gegen null, einfach ma Hopsin nachflowen und noch nen schönen komerz-beat drüber legen. Tadaa - ein neuer Verkaufsschlager ist geboren

    Ich persönlich hoffe dieses Jahr auf viele unentdeckte Ami Rapperlen aus den 90ern!

  4. Wenn sie es mit einem Song in einen Blockbuster Soundtrack oder ein Commercial schafft werden wir sie im Radio,in Cafes und bei H&M hören.

    http://www.youtube.com/wa...

  5. Schwedens:Emil Svanängen aka Loney Dear

    http://www.youtube.com/wa...

  6. ... die sind schon wieder weg. Schade in Übersee waren/sind die schon wer. Hier noch nicht. Jetzt gab`s Krach in der Band dem vernehmen nach:-(
    Black Country Communion
    http://www.youtube.com/wa...

    ... was ganz anderes. Eine Wintermusik, Kachelofen, Bratapfel mit Zimt und Kerzen, auch gut für eine laue Sommernacht. Schöne Mucke, gefällt mir.
    Carolin No
    http://www.youtube.com/wa...

    ... Krautrock hieß das mal. Das Rad nicht neu erfunden, trotzdem nicht blöd. Die Mucke, die Texte. Rebellen, die nicht abhauen, sondern wo hin wollen. Das gefällt mir.
    PARKA
    http://www.youtube.com/wa...

    ... und das ist einfach schön :-) Projekt NI&Co zeigt in Bild und Ton Gediminas Gelgotas` Musik. Ist kein Pop. Vielleicht. Egal, mich interessiert Musik, nicht die Schublade...
    Gediminas Gelgotas, Echoes for a thousand years, realisiert vom Projekt NI&Co
    http://www.youtube.com/wa...

    ... der da, der ist schon eine Weile unter Experten bekannt. Durchgebrochen sei er 2004 hierzulande. Er spiele den Blues, so geht die Sage. Mag sein, ist jedenfalls eine coole Gitarrenmucke. Jung und frisch und blue.
    Henrik Freischlader, House in the Woods, so nennt sich das in zwanzigzwölf vorgestellte Werk. Hier mit einem munteren Rockpalast-Clip aus zwanzigzehn:
    http://www.youtube.com/wa...

  7. 4th Street Feeling, der Titel des Albums 2012.
    Melissa Etheridge, ... gut, gell!
    http://www.youtube.com/wa...

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