RekorderThe Jon Spencer Blues Explosion spielt "Gadzooks"

Helden des Untergrunds vor der U-Bahn: The Jon Spencer Blues Explosion hat ein neues Album im Koffer und spielt eine exklusive Session vor dem ZEIT-ONLINE-Rekorder. von 

Berlin unter Puderzucker. Die Kinder am Kottbusser Tor in Kreuzberg, diesem Treffpunkt der Junkies und Hipster, bewerfen Passanten mit Schneebällen. Eines ihrer Ziele ist Andy, der Tourmanager der Jon Spencer Blues Explosion. Gerade noch kann er sich in den Hauseingang retten. Rauf geht's in die Paloma Bar, die einen hervorragendem Blick auf die gegenüberliegende U-Bahn bietet.

Jon Spencer, der energiegeladene Frontmann des basslosen Trios, der Schlagzeuger Russell Simins und der Gitarrist Judah Bauer brauchen nur ein paar Momente zum Einspielen, einige Züge aus der Bierflasche. Dann geht's los mit ihrer unverkennbaren Mischung aus Rock'n'Roll, Punk, Soul und Blues.

Anzeige

Anfang der neunziger Jahre fanden sich die drei in New York zusammen. Damals warf eine Reihe von Bands Elemente aus Rock, Hip-Hop, Funk und Elektro zusammen zu einem neuen Sound. Die Beastie Boys waren dabei, Beck und eben The Jon Spencer Blues Explosion. Die Musikpresse bejubelte ein Album nach dem anderen, einige der Videos liefen in Schleifen auf MTV, aber zum Massenerfolg reichte es nie. Jon Spencers Sound war dafür zu kantig, die Songs zu uneingängig. Die Band sah zu, wie die frisch polierten White Stripes oder Black Keys an ihr vorbeirauschten und stampfte krachend wie rostiger Zug weiter durch den Untergrund.

Nach ruhigeren Jahren ist jetzt das Album Meat And Bone erschienen – eine Platte, die klingt, als wäre die Zeit stehen geblieben. Und wer einmal eine der spektakulären Live-Shows der Jon Spencer Blues Explosion gesehen hat, weiß, dass das ein Kompliment ist. Vor unserem Rekorder spielen sie Gadzooks, eine Single aus dem vergangenen Jahr.

Rekorder an!

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. wieder eine großartige Scheibe!

    Danke für dieses Feature.

    • zevral
    • 15. Januar 2013 15:21 Uhr

    Die Black Keys & White Stripes frisch poliert?
    Die sind und waren schon immer genauso kantig wie Jon Spencer Blues Explosion. Warum diese weniger Erfolg haben, liegt an anderen Dingen. An fehlendem Talent nicht, aber die Keys & Stripes als frisch poliert zu bezeichnen ist einfach quark.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte MTV | Album | Band | Blues | Funk | Hip-Hop
  • Die Sopranistin Simone Kermes

    Zurück zu Mozart!

    Simone Kermes gilt als die Ulknudel der Barockoper. Jetzt soll Schluss sein mit Zirkus und Lärm. Eine Begegnung mit der deutschen Sopranistin in Wien

    • Das Echo trauriger Regentropfen

      In New York spielt die Band The xx exklusive Konzerte vor 45 Gästen. Ein neues Geschäftsmodell? Eher eine Kunstinstallation auf der Suche nach Intimität im Pop.    

      • Alaa Wardi singt Khaleds Hit "Aicha" auf YouTube.

        Pop ist, wenn man trotzdem singt

        Was tun junge Musiker, die in Saudi-Arabien nicht öffentlich auftreten dürfen? Mit Glück und Talent werden sie zu weltweiten YouTube-Stars, wie der großartige Alaa Wardi.  

        • Markus Pauli (DJ), Lukas Nimschek (Sänger) und Florian Sump (Schlagzeug) sind Deine Freunde.

          Kinder können mehr vertragen

          Dutzi, Dutzi, heile Segen – welches Kind will sowas noch hören? Die Hamburger Band Deine Freunde macht echten Hip-Hop und fordert ihre wachsende Fangemeinde.  

          Service