Eurovision Song Contest : Cascada ist Deutschlands Star für Malmö

Die Dance-Pop-Band um Sängerin Natalie Horler wird Deutschland am 18. Mai in Schweden vertreten. Cascada setzte sich mit "Glorious" gegen elf deutsche Konkurrenten durch.

Cascada wird Deutschland beim Eurovision Song Contest am 18. Mai in Malmö vertreten. Mit ihrem Song Glorious setzte sich die Dance-Pop-Band am Donnerstagabend beim deutschen ESC-Vorentscheid in Hannover gegen die Konkurrenz durch. Die Melodie von Glorious erinnert stark an das ESC-Siegerlied von 2012, Euphoria, damals gesungen von der Schwedin Loreen.

International ist Cascada bereits bekannt. Die Bonner Formation um die Sängerin Natalie Horler hatte schon in Großbritannien, Frankreich, Schweden und den Niederlanden einen Nummer-1-Hit – in Deutschland bisher noch nicht. Weltweit verkaufte Cascada mehr als 30 Millionen Tonträger.

In einer gut zweistündigen Live-Sendung in der ARD hatten Publikum, Radiohörer und eine Fachjury ihre Bewertungen abgegeben und so die Sieger ermittelt. Knapp geschlagen geben musste sich bei der Auswertung die Combo La Brass Banda, die eine Mischung von Punk, Ska und bayerischer Blasmusik präsentiert hatte. Zu den bekannteren Teilnehmern zählten auch die Söhne Mannheims, die ohne Xavier Naidoo antraten.

Neues Konzept nach Ausstieg von ProSieben

Der deutsche Kandidat für Malmö wurde in diesem Jahr in einem neuen Verfahren ermittelt. Die Entscheidung trafen zu je einem Drittel die Radiohörer der jungen Wellen der ARD, die TV-Zuschauer und eine Fach-Jury.

Dabei entschied die Jury um den Sänger Tim Bendzko völlig anders als die Radiohörer, die La Brass Banda haushoch zum Sieger gewählt hatten. Die bayerische Band bekam von der Jury nur einen Punkt. Den Ausschlag gab schließlich das Votum der TV-Zuschauer.

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Kommentare

70 Kommentare Seite 1 von 13 Kommentieren

egotrips

möglich!

sie tun damit den anderen bands die auf die unrüchigen kriterien wie verwertbarkeit, anpassungsfähigkeit und soundklischees keinen wert legen aber keinen gefallen.

unbewusst verstärken solche trips die weit verbreitete ansicht dass musik (wie autos) entsprechend ihrer qualität verbreitet und auch entlohnt ist.
ernsthafte musiker sollten solche wettbewerbe konsequent ignorieren und sich nicht von musikalisch unbedarfteren leuten bewerten lassen.

und was wäre, gemäß ihrer darstellung, passiert wenn sie, mal angenommen das wäre möglich, sogar den esc gewonnen hätten? hätten sie dann den preis abgelehnt und ein statement vorgelesen dass die oberflächlichkeit dieser wettbewerbe widerlich ist?

lüftchen

naja....

da gab es aber schon wesentlich provokantere bands beim contest. dass die band ein ritual durchbrochen hat oder überhaupt den anschein machte etwas in frage zu stellen halte ich für eine etwas euphemistische darstellung.

wunderlich aber die ungeschmeidige aufregung der brass-fans, die wohl ihre meinung über die spaßhaftigkeit und angeblichen pioniergeist nicht unbedingt zu teilen scheinen....

Musik wird mit dem Kopf gemacht

Für alle, die es nicht glauben wollen. Musik ensteht im Kopf, nicht in der Hand! Deswegen ist es auch ziemlich Wurscht, ob eine Band wie Brassdingsbums (sorry, den Namen kann ich mir nicht merken) ihre Song, der verdächtig nach Sportfreunde Stiller klang, nun selbst spielen oder von anderen Musikern spielen lassen oder ob Cascada ihren Song vom Computer spielen lassen. Am Ende zählt die Qualität. Die war durchgängig etwas mau.

Stefan Raab hat vor Jahren für Lena Satellite von Topsongwritern schreiben lassen. Wer sich genau erinnert, der weiß, dass Lena den Song eigentlich nicht mochte. Daran erkennt man, dass auch Musikerinnen nicht immer einschätzen können, welcher Song am Besten ist.

Das aktuelle dargebotene Liedgut ist von solcher Qualität weit entfernt. Es ist dabei auch egal, welche Plattenfirma nun hinter welchem Künstler steckt, das Geld scheint weder für den Song, noch, wie im Fall Cascada, für eine vernünftige Gardrobe gereicht zu haben. So wird das in Malmö nichts werden.