Die Band Mumford & Sons mit ihren Grammys © Mario Anzuoni/Reuters

Die britische Folk-Rock-Band Mumford & Sons hat den Grammy für das beste Album des Jahres gewonnen. Die Gruppe um Sänger Marcus Mumford wurde bei der Verleihung der begehrten US-Musikpreise am Sonntagabend in Los Angeles für ihre Platte Babel ausgezeichnet. Mumford & Sons setzten sich dabei gegen The Black Keys (El Camino), Frank Ocean (Channel Orange) und Jack White (Blunderbuss) durch.

Ebenfalls Hoffnungen auf den Grammy für das beste Album hatte sich die New Yorker Band Fun (Some Nights) gemacht. Die Indie-Popper um den Sänger Nate Ruess holten mit ihrem Hit We Are Young aber den Preis für den besten Song. Außerdem wurden sie als Newcomer des Jahres geehrt.

Den Grammy für die beste Single gewann der belgisch-australische Musiker Gotye, der gemeinsam mit der neuseeländischen Sängerin Kimbra mit Somebody That I Used to Know die Hitparaden gestürmt hatte. Gotyes Platte Making Mirrors wurde als bestes Alternative-Album ausgezeichnet. Als bestes Rockalbum galt der Jury El Camino von The Black Keys.

Trotz sechs Nominierungen gewann der Kritikerfavorit Frank Ocean lediglich in zwei Nebenkategorien. Sein Album Channel Orange wurde als Best Contemporary Urban ausgezeichnet, den Preis für die beste Rap/Gesang-Kollaboration erhielt er zusammen mit Jay-Z und Kanye West. Das beste Jazz-Gesangsalbum war nach Ansicht der Jury Esperanza Spaldings Radio Music Society.

 

Ein Grammy für Adele

Die britische Sängerin Adele, die die Gala im vergangenen Jahr mit sechs Trophäen dominiert hatte, gewann den Preis für Beste Solo Pop-Performance mit ihrem Song Set Fire to the Rain. Kelly Clarkson gewann mit Stronger den Grammy für Bestes Pop-Gesangsalbum. Insgesamt wurden die Grammys in diesem Jahr in 81 Kategorien verliehen. Die Jury, The Recording Academy genannt, besteht aus professionellen Musikern, Produzenten und Tontechnikern.

Bei der Gala gab der Sänger Justin Timberlake ein umjubeltes Comeback. In schwarzem Anzug mit Fliege und Haartolle sang er seinen Song Suit & Tie. Der Rapper Jay-Z begleitete ihn. Im Publikum saßen unter anderem Stars wie Jennifer Lopez, Nicole Kidman, Beyoncé, Sting und Katy Perry.

Deutsche Nominierte gehen leer aus

Die deutschen Hoffnungen wurden in diesem Jahr enttäuscht. Der für die Musik zum Batman-Film The Dark Knight Rises nominierte Komponist Hans Zimmer, der in den vergangenen Jahren insgesamt vier der Preise erhalten hatte, ging leer aus. Den Grammy für den besten Kino-Soundtrack des Jahres holten stattdessen Trent Reznor und Atticus Ross für Verblendung.

In der Kategorie bestes klassisches Gesangssolo war die Chanson-Sängerin Ute Lemper für das Album Paris Days – Berlin Nights nominiert, sie wurde aber nicht ausgezeichnet. Auch dem Organisten Hansjörg Albrecht, der es mit Die Planeten des englischen Komponisten Gustav Holst in die Endauswahl für das beste klassische Instrumentalsolo geschafft hatte, blieb der Preis verwehrt.

Die einzige deutsche Auszeichnung: Das Schallplattenlabel Deutsche Grammophon holte den Preis für die beste Opernaufnahme des Jahres. Ausgezeichnet wurde eine Produktion von Richard Wagners Der Ring des Nibelungen.