RekorderJake Bugg spielt "Two Fingers"

Der neue Wunderjunge des Pop ist 18 und kommt aus Nottingham. Kann er wirklich was? Er zeigt's in einer exklusiven Akustik-Session vor dem ZEIT ONLINE Rekorder. von 

Wenn die Vergangenheit unsere Gegenwart wäre, fiele Jake Bugg kaum auf. Zwischen den Songwritern der sechziger, frühen siebziger Jahre bliebe er womöglich unerhört – ein Junge aus Nottingham, der ordentlich seine Gitarre zupft und dazu mal zart, mal rotzig Geschichten singt, die er selbst nicht erlebt hat. Der sich an Bob Dylans kiefermuskulärer Klangformung orientiert und auch an der kehligen Großmäuligkeit der Oasis-Brüder, die natürlich erst später den Zeitstrahl der Popgeschichte betreten haben.

Nun aber, da unsere Gegenwart so gern in der Vergangenheit lebt, wird der 18-Jährige als alte Seele in jungem Körper verehrt: Um so singen zu können, müsse man einiges auf dem Kerbholz haben. Oder ein passabler Musiker sein, dem erfahrene Songwriter und Produzenten zur Seite stehen. Wie auch immer man es finden mag, Jake Buggs selbstbetiteltes Debütalbum erreichte im Oktober 2012 sofort die Spitze der britischen Charts und in Deutschland seit seiner Veröffentlichung am 1. Februar die Top Ten.

Anzeige

Irgendwas muss also dran sein, an diesem mürrischen, milchhäutigen Pilzkopf. Und was, das soll er am besten selbst erklären. Reden tut er nicht gern, aber spielen. Wir baten ihn in die Bar des Berliner Radiosender Flux.fm. Kann er was? Er kann.

Rekorder an!

Zur Startseite
 
Leserkommentare
    • barfly
    • 07. Februar 2013 15:51 Uhr

    sogar?
    so ziemlich jeder gitarrespielende songwriter ist besser als die gallaghers. und woran liegt das?
    die gallaghers sind eben nicht gut.
    diesen jake bugg find' ich gut.

    • WDK
    • 07. Februar 2013 16:36 Uhr

    "I light a cigarette" und " I'm out of line, but I'm here to stay".

    Sich eine Cigarette anstecken als Symbol für "Aufsässigkeit". The Brave New World.

    • JJRR
    • 07. Februar 2013 20:28 Uhr

    Also ich will niemandem weh tun, wer Jakes Musik mag, dem sei sie vergönnt. Aber die Musikwelt hat deutlich besseres (nichtmal anders, ich meine das unabhängig vom Genre) zu bieten. Er ist technisch einfach ein im Vergleich schlechter Sänger, seine Stimme ist nicht außergewöhnlich und der Song klingt faktisch so, als wäre er zusammengeklaut aus Dingen, die seine Vorbilder mal gemacht haben. Das ist alles legitim. Niemand verbietet Kunst oder gibt ihr einen Rahmen. Aber wenn man von Qualität und musikalischem Können spricht, sollten andere diese Krone bekommen, die Jake hier aufgesetzt bekommt.

    Eine Leserempfehlung
  1. sicher, perfekt gesungen ist das nicht. die letzte silbe von "i get out" im refrain ist zb immer ein bisserl zu tief. aber live hören sich viele etablierte popkünstler viel schlechter an.
    und revolutionär freilich auch nicht. das weiß er aber erstens selber auch (nehm ich mal an) und zweitens lässt er jede dem zuhörer jede manieriertheit erspart, sondern macht seine sache lieber entspannt.
    Ich sage, von dem können wir noch viel gute musik bekommen.

    Eine Leserempfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    die letzte silbe von "i get out" klingt bei mir aber kein bisschen, nichtmal ein bisserl, zu tief. Entweder er wiederholt den Fehler bei jedem Refrain, oder...
    Aber da sind wir uns einig: ist schon ganz hip.

  2. die letzte silbe von "i get out" klingt bei mir aber kein bisschen, nichtmal ein bisserl, zu tief. Entweder er wiederholt den Fehler bei jedem Refrain, oder...
    Aber da sind wir uns einig: ist schon ganz hip.

  3. für einen passablen Gittarrenspieler mit einer akzeptablen Stimme und für den Beweis das moderne Musik auch ganz ohne das elektronische Gedöns gehört werden kann. Leider (noch) nicht Mainstream.

  4. Ich weiß nicht, wer mit "die Gallaghers" gemeint ist. Ich kenne nur einen Rory Gallagher, und der ist (oder war) millionenfach besser.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Popmusik | Bob Dylan | Musiker | Gitarre
  • Album "Text und Musik": Mutter zuhören!

    Mutter zuhören!

    "Wer hat schon Lust zu denken, wie sie denken, die uns hassen?" Auch das zwölfte Album der Berliner Band Mutter stellt die richtigen Fragen zum Menschsein.

    • Der Rapper Marteria. Er legt Wert darauf, so etwas Altmodisches wie eine politische Meinung zu haben.

      "Ich will Feuer sehen, keine Handys"

      Der aus Rostock stammende Rapper Marteria analysiert für uns das Zeitgeschehen. Mit ihm kann man sogar über Neonazis, Spießer, Drogen und Videospiele reden.

      • "Deutsch so wie Du": Kamyar und Dzeko (von links) sind 15 Jahre alt und kommen aus Fulda.

        "Nee, Du bist kein Deutscher"

        Zwei 15-Jährige widerlegen Sarrazins Thesen: Kamyar und Dzeko geben Kindern mit Migrationshintergrund eine Stimme. Ihr Rap-Video feiert Premiere auf ZEIT ONLINE.

        • Anna Prohaska, 1983 in Neu-Ulm geboren, ist die Tochter eines österreichischen Opernsängers und einer irischen Sängerin.

          Zwischen den Fronten

          Die begnadete klassische Sängerin Anna Prohaska hat ein Faible für schräge Konzeptalben und doppelgesichtige Gestalten. Auf ihrem neuen Album besingt sie den Krieg.

          Service