Rekorder - Rekorder: Jake Bugg spielt "Two Fingers"

Wenn die Vergangenheit unsere Gegenwart wäre, fiele Jake Bugg kaum auf. Zwischen den Songwritern der sechziger, frühen siebziger Jahre bliebe er womöglich unerhört – ein Junge aus Nottingham, der ordentlich seine Gitarre zupft und dazu mal zart, mal rotzig Geschichten singt, die er selbst nicht erlebt hat. Der sich an Bob Dylans kiefermuskulärer Klangformung orientiert und auch an der kehligen Großmäuligkeit der Oasis-Brüder, die natürlich erst später den Zeitstrahl der Popgeschichte betreten haben.

Nun aber, da unsere Gegenwart so gern in der Vergangenheit lebt, wird der 18-Jährige als alte Seele in jungem Körper verehrt: Um so singen zu können, müsse man einiges auf dem Kerbholz haben. Oder ein passabler Musiker sein, dem erfahrene Songwriter und Produzenten zur Seite stehen. Wie auch immer man es finden mag, Jake Buggs selbstbetiteltes Debütalbum erreichte im Oktober 2012 sofort die Spitze der britischen Charts und in Deutschland seit seiner Veröffentlichung am 1. Februar die Top Ten.

Irgendwas muss also dran sein, an diesem mürrischen, milchhäutigen Pilzkopf. Und was, das soll er am besten selbst erklären. Reden tut er nicht gern, aber spielen. Wir baten ihn in die Bar des Berliner Radiosender Flux.fm. Kann er was? Er kann.

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