Mit drei Jahren begann er Klavier zu spielen – aus Langeweile, weil nur der Vater an das Radio durfte und es einen Fernseher in der Familie nicht gab. Und Musik machte Reinhard Lakomy bis zum Schluss. Mit seiner rauen Stimme wurden in der DDR Generationen von Kindern groß, wuchsen zu Erwachsenen und hörten doch nicht auf, seine Platten zu kaufen. Lakomy machte Kinderlieder, die eigentlich vertonte Märchen waren. Er nahm die Texte seiner Frau Monika Ehrhardt, schrieb Melodien dazu und nannte sie "Geschichtenlieder".

Sicher ein Dutzend Alben haben die beiden zusammen gemacht: Mimmilitt oder Traumzauberbaum sind Titel, die im Osten fast jeder schon einmal gehört hat. Lakomy war dort immer ein Star, einer der ganz großen. Im Westen kannte ihn kaum jemand.

Lakomy war klein und drahtig, voller Energie. Wenn er sich ärgerte, polterte er einfach los, haute auch schon mal mit der Hand auf den Küchentisch und rauchte. Er rauchte viel, eigentlich ununterbrochen. Die Zigaretten brachten ihn letztlich um.

Vom Jazz zum Schlager

Wie er zu den Kinderliedern kam? Eigentlich hat er früher gar nicht gesungen, er war Jazzpianist und hat komponiert, klassisch ausgebildet an der Musikhochschule Dresden. Bis er 1972 eines seiner Lieder vorsang, um zu zeigen, wie er sich den Song gedacht hatte. Ein Techniker nahm es auf, der damalige Chef des Berliner Rundfunks hörte es und war begeistert.

Mit Es war doch nicht das erste Mal wurde er bekannt. Kurz darauf durfte er eine ganze Platte machen, und plötzlich war er berühmt. Er schrieb Schlager, Filmmusik, gründete das Lakomy-Ensemble, komponierte elektronische Instrumentalmusik. Irgendwann wurde ihm die Aufmerksamkeit zu viel, er zog sich zurück.

Und die Kinderlieder? Ein Regisseur der Defa bat ihn darum, und Das Lied vom Fliegen wurde anschließend jahrelang für eine der Serien im Sandmännchen verwendet.