Folk-MusikWoodstock-Legende Richie Havens ist tot

Sein Auftritt beim legendären Woodstock-Festival machte ihn berühmt, seine Beatles-Cover bescherten ihm Millionen Fans. Nun ist der Folk-Sänger Richie Havens gestorben.

Havens während eines Auftritts 2008 beim Pariser Solidays Musikfestival

Havens während eines Auftritts 2008 beim Pariser Solidays Musikfestival  |  © Benoit Tessier/Reuters

Woodstock-Veteran Richie Havens ist tot. Der New Yorker Folk-Musiker erlag nach Angaben seiner Familie im Alter von 72 Jahren einem Herzinfarkt.

Der Gitarrist und Sänger erlangte erstmals Weltruhm, als er 1969 das legendäre Woodstock-Festival eröffnete. Mit Songs wie Freedom, High Flying Bird oder I Can't Make It Anymore unterhielt der Afroamerikaner das Publikum damals fast drei Stunden lang. Havens war von den Veranstaltern gebeten worden, die Zeit zu überbrücken, bis die anderen Musiker eingetroffen waren. Fortan hatte er Millionen Fans.

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Die Charts eroberte er dann auch mit seinen Cover-Song-Versionen von Beatles-Titeln wie Eleanor Rigby oder Here Comes The Sun. Mit letzterem landete er 1971 auf Platz 16 der Hitparade und in der Liste der Hot 100 Singles des Billboard-Magazins.

30 Alben in 40 Jahren

Das Blatt war es auch, dass sein Gitarrenspiel als "intensiv und rhythmisch" würdigte. Seine Agentur Roots sprach von "einer der bemerkenswertesten Stimmen" der populären Musik. "Sein flammender, ergreifender und bewegender Gesangsstil ist einzigartig und zeitlos."

Havens, der 1941 als ältestes von neun Kindern im New Yorker Stadtteil Brooklyn geboren wurde, nahm in den 40 Jahren seines aktiven musikalischen Schaffens 30 Alben auf, platzierte 13 Alben in der Billboard-200-Rangliste und spielte in so bedeutenden Konzertsälen wie der Royal Albert Hall in London und der New Yorker Carnegie Hall.

Sein letztes Album Nobody Left To Crown erschien im Jahr 2008, bevor er dann zwei Jahre später in den Ruhestand ging. Zuvor hatte er allerdings noch einmal alte Zeiten aufleben lassen: 2009 trat er beim Festival zum 40. Woodstock-Jubiläum auf.

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Leserkommentare
  1. 1. Gigant

    Dieser Mann ist es wert, dass sich jemand etwas eingehender mit ihm (hier und textlich) befasst. Es gibt nicht viele, bei denen mir Worte wie Würde, Respekt und Hochachtung in den Sinn kommen. Richie Havens brauchte keine Stunden sondern nur Minuten oder einen Augenblick, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Ein freundlicher, ernster Weiser des Folk, ein Bescheidener, an dem niemand vorbei kommt.
    http://www.youtube.com/wa...

    2 Leserempfehlungen
  2. Ich hätte mir hier auch eine engagiertere Würdigung gewünscht.

    Das war ein ganz besonderer Mann und Künstler, der mit seiner
    Musik und seiner Persönlichkeit einen direkten Weg zum Garten
    Eden fand, den jeder Mensch tief im Inneren seiner Seele, als
    Erinnerung noch hat ...

    • KHans
    • 23. April 2013 10:40 Uhr

    Richie Havens hat einen Teil meiner Jugend stark geprägt.
    Da war eine Zeit, wo noch nicht alles Pop war und La-la-la.

    Dieser Ruf nach "freedom" aus einer zahnlückenhaften tiefen Kehle, "sometimes I feel like a motherless child", rhythmisch von unglaublicher Intensität, ein Gebet, I got a telephone in my bosom
    And I can call him up from my heart,
    um sein Leben, um das Leben singend, mitreißend und an tiefe gemeinsame menschliche Wurzeln rührend. Das war kein Erster, kein Held, das war ein Mensch, Ecce homo.

    3 Leserempfehlungen
  3. Da ist ein ganz großer gegangen...

  4. mit einem Gruß von einer Kollegin auf Woodstocks Bühne

    http://www.youtube.com/wa...

    • Andy C
    • 23. April 2013 13:25 Uhr

    1979 erlebte ich Richie Havens bei einem Konzert in einem kleinen Club in New Haven USA. Ich stand direkt an der kleinem Bühne, nur ein paar Meter von ihm entfernt und konnte ihn gut sehen.

    Er trug seine neuesten Lieder vor. Doch das Puplikum rief andauernd "Freedom" "Freedom" "Freedom". Es wollte das bombastische Lied von Woodstock hören. Er gab sich durch seinen Vortrag und durch verschiedenen Gesten große Mühe, die Aufmerksamkeit auf seine aktuellen Songs zu lenken - vergebens. Schließlich gab er nach und spielte das Woodstocklied "Feedom". Er weinte dabei. Ich verstand. Dieser Mensch wurde mit diesem Erfolg von Woodstock auf einige Lieder reduziert und konnte diesem Gefängnis nicht entkommen.

    Immer wenn ich Künstler erlebe - egal ob Musiker, Maler oder Schauspieler - die in einem Großen Erfolg gefangen gehalten werden, denke ich an Richie Havens und seine Tränen.

    3 Leserempfehlungen

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, kg
  • Schlagworte Agentur | Album | Festival | Herzinfarkt | Musiker | Ruhestand
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