Urheberrecht : Frei.Wild soll bei rechtsextremer Band geklaut haben

Offiziell haben sich Frei.Wild von Neonazis distanziert. Nun aber behauptet die rechtsextreme Band Stahlgewitter, die Südtiroler hätten sie plagiiert.
Der Sänger der Band Frei.Wild, Philipp Burger (Archiv) © Thomas Peter/Reuters

Der umstrittenen Südtiroler Deutschrock-Band Frei.Wild steht ein Urheberrechtsstreit ins Haus: Im Song Schenkt uns Dummheit, kein Niveau soll Sänger und Songschreiber Philipp Burger plagiiert haben, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Brisant ist dabei vor allem eins: Die Vorwürfe kommen von der Band Stahlgewitter, die offen rechtsextrem ist. Und von der Nazi-Szene hatte sich Frei.Wild distanziert – wegen einer vermeintlichen Nähe zu rechtsextremem Gedankengut waren sie im März von der Nominierungsliste des Echo gestrichen worden.

Wie die Süddeutsche Zeitung mit Verweis auf interne Polizeiakten berichtet, wirft ein Stahlgewitter-Mitglied Frei.Wild nun vor, Bestandteile eines Liedes kopiert und damit das Urheberrecht verletzt zu haben.

Das Stück, bei dem sich Frei.Wild bedient haben soll, trägt den Titel Auftrag Deutsches Reich. Aus diesem Song soll die Band ein prägnantes Riff übernommen haben, das zu Beginn ihres Songs Schenkt uns Dummheit, kein Niveau aus dem Jahr 2010 zu hören ist. Die Sache beschäftige mittlerweile das Hamburger Landgericht.

Ein Sprecher von Frei.Wild bestätigte den Rechtsstreit gegenüber der SZ, bestritt aber das Plagiat. Die Band habe vor der Auseinandersetzung weder Stahlgewitter noch ihre Texte oder Lieder gekannt.

Gutachten ziehen unterschiedliche Schlüsse

Die Vorwürfe wurden dem Bericht zufolge von dem Stahlgewitter-Mitglied Jens H. erhoben, nach SZ-Informationen ein bekannter Rechtsextremist, der wegen Volksverhetzung vorbestraft ist. H. habe einen Gutachter beauftragt – ohne dabei Titel und Text des Liedes zu nennen –, der das Plagiat bestätigt habe: Das Riff sei in Form, Begleitrhythmus, Harmonie und Platzierung "unverkennbar übernommen worden".

Ein vom Gericht bestellter Gutachter sei hingegen zu dem Schluss gekommen, dass das Stahlgewitter-Riff im Original, unter anderem durch den darüberliegenden Gesang, nicht den Wesenskern der Stelle ausmache. Damit hätte Frei.Wild keine Urheberrechtsverletzung begangen, selbst wenn es das Riff übernommen hätte. 

Frei.Wild steht seit Langem in der Kritik, in seinen Songs völkisches und nationalistisches Gedankengut zu verbreiten. Auch wenn sich die Band von Neonazis distanziert hat, hat sie in der rechtsextremen Szene viele Fans. Sänger Burger war früher Mitglied einer Skinhead-Band. Tatsächlich kokettiert Frei.Wild mit Begriffen und Sprachbildern, die auch bei rechten Bands auftauchen. "Südtirol, wir tragen deine Fahnen", heißt es etwa in einem Song, in dem auch von "Ahnen", "Helden" und "Feinden" die Rede ist. In einem anderen Song wird der Untergang des "Volkes" prophezeit.

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Kommentare

60 Kommentare Seite 1 von 8 Kommentieren

ja nun ...

da aber italien nicht das thema ist sondern frei.wild und südtirol ,was deutsch sprachig ist und nicht italienisch, interessiert hier die geschichte italiens nicht. wenn sie denken 'was gestern war interessiert mich nicht' dann ist das ihr bier, aber wirklich zu glauben das tradition und heimatstolz sind was von gestern und deswegen müsse man hinterfragen ob es noch heutigen werten und normen entspricht, dann tun sie mir nur leid, da sie nichts begreifen. sie glauben einfach alles was ihnen mc donalds erzählt. jedes andere land hat mehr nationalstolz und heimatverbundenheit (in den medien) als die brd. die chinesen sind stolz die amerikaner... nur hier wird das alles in fragen gestellt. :) schuldigung aber ihre wehrte und normen die sie sich selbst gegeben haben und glauben sie würden für alle gelten dürfen sie behalten. sie denken wahrscheinlich auch noch das dies alles mit nazis oder rassismus zu tun hat... aber was solls ... beati pauperes spiritu