Crazy Germans? Scripted and Prepared gibt keine Antwort. Es stellt nur die Frage, was passiert, wenn man einen Techno-DJ mit programmierbarem Piano und einen notorischen Experimentator mit Präparierklavier zusammenbringt. "Einfach zum Computer zu spielen ist ja langweilig. Man drückt auf Play, dann läuft etwas ab und der PC gibt ein Tempo vor, aus dem man nicht mehr herauskann", sagt Hauschka. Schwarz ergänzt: "Für mein Empfinden löst es sich total von diesem Techno-Computer-Getue. Es wird emotional. Darum geht es doch beim Musikmachen."

Die Stücke, die die beiden über Monate erarbeitet haben, klingen tatsächlich weder computergeneriert noch rhythmusdiktiert. Sie entlocken dem Klavier eine verblüffende Lebendigkeit: Mal wummert es wie eine Basstrommel, mal zirpt es wie ein Cembalo, dann wabert es wie ein Synthesizer. Man kann kaum glauben, dass der Ton analog ist. Ein Zuhörer ja, aber ein Klavierstimmer möchte man da nicht sein.

Hauschka und Schwarz, das ist vor allem ein Experiment. Auch das Amsterdamer Konzert, angekündigt als Weltpremiere, war Zwischenbilanz, kein ausformuliertes Ergebnis. Mathematik vereint sich mit Experimentierfreude zu Stücken, deren wiederkehrende Patterns zwar technoide Züge enthalten, aber der Lust am Spiel den größten Freiraum lassen. Selten klingt dabei etwas fertig und rund, vielmehr glänzt das Projekt durch seine Wildheit. Der Techno-DJ und der Experimentalpianist wollen jedenfalls weiter zusammenarbeiten. "Das ist ein erster Versuch, alles ganz grob behauen. Das ist cool. Aber es geht noch viel mehr", sagt Henrik Schwarz.