Der Dirigent und Musikwissenschaftler Peter Gülke, 79, erhält in diesem Jahr den Siemens-Musikpreis. Dem Präsidenten der Sächsischen Akademie der Künste in Dresden wird die mit 250.000 Euro dotierte Auszeichnung für "ein Leben im Dienste der Musik" verliehen, teilte die Ernst von Siemens Musikstiftung mit. "Gülke überzeugt seit vielen Jahren mit großen Leistungen in der Musikwissenschaft", begründete das Kuratorium seine Entscheidung.

Gülke sei nicht nur ein Grenzgänger im vielfachen Wortsinn, sondern auch "ein Weltenverbinder". Er schaffe es immer wieder, Brücken zu schlagen zwischen Theorie und Praxis und zwischen seinen unterschiedlichen Berufen des Wissenschaftlers, Dirigenten und Pädagogen.

Peter Gülke wurde im Jahr 1934 in Weimar geboren und begann seine musikalische Karriere in der DDR. Bereits während seines Studiums des Violoncellos, der Germanistik, Romanistik und Philosophie in Weimar, Jena und Leipzig gab er Konzerte mit Musik des Mittelalters. Als Dirigent arbeitete er seit den späten 1950er Jahren – zunächst in zahlreichen kleineren Städten, ab 1976 als Kapellmeister an der Staatsoper Dresden und fünf Jahre später als Generalmusikdirektor in seiner Geburtsstadt.

Professur in Freiburg

Die DDR-Führung sah Gülke äußerst kritisch, 1983 war er gezwungen, das Land zu verlassen. Frau und Kind konnten ihm erst ein Jahr später nach Westdeutschland folgen. Zehn Jahre lang war Gülke dann von 1986 bis 1996 Generalmusikdirektor in Wuppertal. Er übernahm eine Professur in Freiburg und unterrichtete Musikwissenschaft in Basel und Zürich. 2013 kehrte Gülke zurück in seine Heimatstadt Weimar und wurde Präsident der Sächsischen Akademie der Künste in Dresden.

Gülke soll den Siemens-Musikpreis, der vor 40 Jahren zum ersten Mal verliehen wurde, am 24. Mai im Münchner Cuvilliés-Theater bekommen. Im vergangenen Jahr wurde der Chefdirigent des BR-Symphonieorchesters, Mariss Jansons, mit dem renommierten Preis ausgezeichnet.

In die lange Liste der Preisträger reihen sich Größen wie Benjamin Britten, Herbert von Karajan, Yehudi Menuhin, Daniel Barenboim und Anne-Sophie Mutter ein. Insgesamt vergibt die Ernst von Siemens Musikstiftung drei Millionen Euro an Preis- und Fördergeldern.