Vom Mitternachtsblues kann man ja nicht genug bekommen. Der einsame Mann am Tresen und draußen die Nacht, die sich wie ein Handschuh über die Welt stülpt. Vielleicht kommt eine Frau dazu, vielleicht kommt sie auch nie. Wer weiß. Es kann alles passieren, meistens bleibt der Mann im Zustand stolzer Untröstlichkeit – und ist deswegen ein klarer Fall für die Kunst.                    

Dieter Meiers erstes Soloalbum ist eine Hommage an alle Nachtgestalten, ein Musik gewordenes Gemälde von Edward Hopper. Meier, bekannt als die tiefe Stimme der Band Yello, als Perfomancekünstler, als Winzer. Kürzlich erhielt er den Echo fürs Lebenswerk. Mittlerweile ist der Schweizer Meier 69 Jahre alt, die Lieder auf Out of Chaos oszillieren zwischen räudigem Chanson, Postpunk und verkatertem elektro-akustischen Kunstlied.


Die Nächte enden nie, Zeit vergeht, etwas Regen tropft in den Gulli, der Rausch ist verflogen, das Klavier spielt liebeskranke Melodien dazu, manchmal ein wenig Geigenglanz.  

Meiers Album ist im besten Sinne weltverloren, etwas enthoben aus der Zeit. Lieder wie der trotzig hochgeschlagene Mantelkragen auf dem Heimweg, der immer lang und sinnlos ist.

                   

Out of Chaos erscheint am 11. April auf dem Label Staatsakt.  ZEIT ONLINE präsentiert die Deutschlandpremiere des Albums. Eine Woche vor Veröffentlichung können Sie hier alle Stücke im exklusiven Stream anhören.

Wie gefällt Ihnen das neue Album von Dieter Meier? Wir sind gespannt auf Ihre Kommentare!