Der bedeutende Dirigent Lorin Maazel ist im Alter von 84 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung gestorben, wie auf seiner Website bekannt gegeben wurde. Er war erst im Juni aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt als Chef der Münchner Philharmoniker zurückgetreten. In der kommenden Saison hätte er 44 Konzerte leiten sollen. Maazel starb zu Hause in Castleton Farms, im US-Bundesstaat Virginia. Dort hatte er sich auf das von ihm gegründete Castleton Festival vorbereitet, das vor zwei Wochen begonnen hatte.

Maazel wurde 1930 in Paris geboren. Als Fünfjähriger begann er mit Geigenstunden, zwei Jahre später lernte er das Dirigieren und widmete sich auch dem Komponieren. Schon als Jugendlicher sammelte er Erfahrungen mit den großen Orchestern Amerikas. Ende der 1940er Jahre studierte er in Pittsburgh Mathematik, Philosophie und Sprachen. Im Laufe seiner 75-jährigen Karriere leitete er mehr als 150 Ensembles durch rund 5.000 Opern und Konzerte und mehr als 300 Tonträger-Aufnahmen.  

Von 1965 bis 1971 war er als Generalmusikdirektor der Deutschen Oper Berlin tätig. Von 1982 bis 1984 wirkte er als Intendant der Wiener Staatsoper. Er war langjähriger Chefdirigent von Chor und Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks und leitete seit 2002 die New Yorker Philharmoniker.