Es ist kaum ein halbes Jahr her, da war Friedrich Liechtenstein überall. Durch die sozialen Medien wirbelte ein Werbespot für einen Supermarkt, in dem er als tanzender Sugar-Opi die Produkte ansagte. "Sehr geiler Dorsch übrigens", wurde zum geflügelten Wort. Seinen Hang zum Fernsehballett konnte der Volksbühnen-Schauspieler Liechtenstein schon als Gast in Musikvideos von Solomun und Der Tourist ausleben. Seit 2004 hatte er zwei Alben veröffentlicht.

Jetzt tanzt er wieder nach seinen eigenen Songs. Mit dem Produzentenduo Heavylistening, bestehend aus den Berliner Klangarbeitern Carl Schilde und Anselm Venezian Nehls, ist binnen kurzer Zeit das Album Bad Gastein entstanden. In zehn neuen Stücken träumt sich Liechtenstein in eine schwüle Jet-Set-Welt. Ins Monaco der Alpen, wo die Könige zur Kur gingen, weiter ins softpornöse Belgien der späten Fünfziger, er reitet die Italo-Disco-Lawine und schwelgt im Schlager. 

Er verlässt sogar seinen Komfortbereich, den raunenden Sprechgesang, und intoniert mit Autotunes Hilfe ein paar Melodien. Auf der wilden Abfahrt umarmt Hans-Holger Friedrich, wie Liechtenstein mit bürgerlichem Namen heißt, viele seiner Alter Egos: den Kinky King, den Delphinmann, dem Kommissar d'Amour oder den Elevator Man. Er wechselt die musikalischen Stile wie seine Unterhosen und Gespielinnen. Blickt da noch jemand durch? Liechtenstein selbst versteckt sich hinter Spiegelbrillen und präsentiert sich als Berlins beliebteste Discokugel.

Bad Gastein erscheint am 25. Juli in digitaler Form bei Heavylistening Records. Bis um 9 Uhr am Veröffentlichungstag ist es hier auf ZEIT ONLINE 72 Stunden lang exklusiv im Stream zu hören. Da die Musiker es als Konzeptalbum angelegt haben, sollte es am Stück angehört werden, im Stream finden sich allerdings auch kleine Sprungmarken.


1. Die Auffindung des Wildbades Gastein / 2. Goldberg & Hirsch / 3. Das Badeschloss (Made for the Future) / 4. Elevator Girl / 5. Kommissar d'Amour / 6. Belgique, Belgique / 7. Das Zimmer / 8. (They Long to Be) Close to You / 9. We Have All the Time in the World / 10. Take It with Me

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