Johnny Winter auf einem Konzertfoto von 2008 © Diego Tuson/AFP/Getty Images

Wie die Züricher Polizei mitteilte, ist der US-amerikanische Blues-Musiker Johnny Winter in der Nacht auf Mittwoch verstorben. Er wurde 70 Jahre alt. Da die Todesursache unklar sei, habe der Staatsanwalt eine Obduktion angeordnet. Es gebe aber keine Hinweise auf Fremdeinwirkung.

John Dawson Winter II war 1944 in Leland im US-Bundesstaat Mississippi mit Albinismus zur Welt gekommen. Der Sohn eines Baumwollplantagen-Besitzers gründete bereits als Jugendlicher mit dem drei Jahre jüngeren Bruder Edgar seine ersten Teenager-Bands. 1969 erhielt Winter seinen ersten hoch dotierten Plattenvertrag und trat beim berühmten Woodstock-Festival auf.

Er galt als einer der größten Blues-Gitarristen und ist einer der wenigen weißen Musiker, die in der Ehrengalerie der Blues Hall of Fame vertreten sind. Seine Fans verehrten ihn als weißen Nachfolger von Jimi Hendrix. Winter hingegen widmete sich weniger dem Rock, sondern orientierte sich an großen Blues-Musikern wie Muddy Waters, B.B. King und Bobby Bland. Besonders bekannt wurde er 1970 mit seiner Version von Chuck Berrys Johnny B. Goode.

Schon bald musste er zur Behandlung einer Heroinsucht eine längere Auszeit nehmen. Mit dem Album Still Alive And Well (Noch am Leben und gut drauf) feierte er 1973 ein erfolgreiches Comeback.

Ende der siebziger Jahre ging für Winter ein Traum in Erfüllung: Er nahm als Produzent drei LPs mit seinem alten Vorbild Muddy Waters auf und begleitete den Blues-Musiker auf der Gitarre. Später wurde es um ihn merklich stiller.

Dem europäischen Publikum wurde Winter vor allem durch einen Auftritt im deutschen Fernsehen bekannt: 1979 war er zu Gast im Rockpalast in der Essener Grugahalle. In den vergangenen Jahren tourte Winter mehrmals auch durch Deutschland, obwohl sich sein Gesundheitszustand zusehends verschlechterte. 2011 war sein achtzehntes und letztes Studioalbum mit dem Titel Roots erschienen.