David Bowie 1978 während eines Konzerts in London © Evening Standard/Getty Images

Der britische Musiker David Bowie ist tot. Wie sein Sprecher am Montag bekannt gab, litt der Sänger seit 18 Monaten an Krebs und starb bereits am Sonntag "friedlich im Kreise seiner Familie". In der Mitteilung, die auch auf Twitter und Facebook veröffentlicht wurde, hieß es: "Viele von euch werden Anteil an diesem Tod nehmen wollen. Wir bitten euch aber, die Privatsphäre der Familie während der Trauerzeit zu respektieren."

Auch sein Sohn Duncan Jones bestätigte auf Twitter den Todesfall. Er sei sehr traurig sagen zu müssen, dass die Todesnachricht wahr sei. Dazu postete Jones ein altes Bild, auf dem zu sehen ist, wie er als Kleinkind auf Bowies Schultern sitzt.

Der Brite wurde als David Robert Jones am 8. Januar 1947 in Brixton geboren. Er wuchs in dem noblen Londoner Vorort Bromley auf und ließ sich für einen grafischen Beruf ausbilden, ehe er Saxofon lernte und Schauspielunterricht nahm. Im Jahr 1966 gab er sich den Künstlernamen David Bowie, um Verwechslungen mit dem Sänger der Band The Monkees, Davy Jones, zu vermeiden.

Musiklegende - David Bowie ist tot

Alter Ego Ziggy Stardust

Während seiner fast 40-jährigen Karriere war er als Sänger, Texter, Komponist und Interpret aktiv. Er gehörte mit rund 140 Millionen verkauften Tonträgern zu den erfolgreichsten Musikern der Popgeschichte und feierte mit Songs wie Let's Dance, China Girl und Modern Love seine größten Erfolge. Bowie gehörte zu den größten und einflussreichsten Musikern der vergangenen Jahrzehnte. Der vielseitige Künstler widmete sich verschiedenen Musikrichtungen von Glam Rock, New Romantic, Krautrock und Dance Music über Alternative Rock, Jungle und Soul bis hin zu Hard Rock. Erst in der vergangenen Woche hatte er ein neues Album herausgebracht: Blackstar erschien am Freitag – an seinem 69. Geburtstag.

Mit dem Lied Space Oddity von seinem Debüt-Album David Bowie über einen Astronauten, der im Weltraum verloren geht, erregte er im Jahr 1969 international Aufsehen und feierte seinen ersten Welthit. In den 1970er Jahren feierte er seine größten Erfolge mit The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars. Kultstatus erreichte er dabei durch seine exzentrische Art und seine ausgefallenen Kostüme – etwa bei Auftritten seines Alter Egos Ziggy Stardust. Das androgyne Aussehen dieser von Bowie erschaffenen Figur wurde zu seinem Markenzeichen.

Im Anschluss kreierte Bowie Lieder und Figuren wie Major Tom, Thin White Duke oder Young American. DIE ZEIT schrieb 1989, keiner habe "dem Publikum so viele Gesichter gezeigt" wie Bowie und wenn er Aufmerksamkeit wollte, sei ihm keine Pose zu exzentrisch, kein Kostüm zu verrückt gewesen.

Künstlerische Flaute in den 1980er Jahren

Bowie, der in den 1970er Jahren in Berlin lebte, arbeitete auch mit anderen Topstars der Branche zusammen. Anfang der 1980er Jahre nahm er etwa mit der Band Queen den Song Under Pressure auf. Mitte des Jahrzehnts wirkte Bowie jedoch ausgebrannt, wie Kritiker monierten. Ende der 1980er Jahre versuchte Bowie ein Comeback und tourte mit der Hardrock-Band Tin Machine. Der durchschlagende Erfolg blieb ebenso aus wie bei seinem 1993 veröffentlichten Solo-Album Black Tie White Noise. 2002 brachte Bowie dann sein Album Heathen auf den Markt, mit dem er nach Kritikermeinung an alte Erfolge anknüpfen konnte.

Auch als Schauspieler hatte Bowie Auftritte. Zu sehen war er unter anderem in Filmen wie The Man Who Fell To Earth (1976), Christiane F. (1981), dem Vampirfilm Begierde (1983) und Ziggy Stardust (1973).