Jamie-Lee Kriewitz hat den Vorentscheid zum 61. Eurovision Song Contest (ESC) gewonnen. Die 17 Jahre alte Schülerin aus Springe bei Hannover setzte sich mit dem Song Ghost gegen neun Konkurrenten durch. Beim Zuschauervoting erhielt sie im zweiten Wertungsdurchgang 44,5 Prozent der Stimmen. Auf die Plätze zwei und drei kamen der Sänger Alex Diehl mit 33,9 Prozent und die Rockband Avantasia mit 21,6 Prozent. Kriewitz ist Gewinnerin der Castingshow The Voice of Germany.

Eigentlich wollte die ARD die Zuschauer gar nicht abstimmen lassen. Ohne den üblichen Vorentscheid hatte der zuständige NDR den 44-jährigen Musiker Xavier Naidoo als deutschen Vertreter für das ESC-Finale in Stockholm nominiert. Allein über die Auswahl des Titels sollte in einer TV-Show noch abgestimmt werden. Die Entscheidung für Naidoo hatte allerdings breiten Protest ausgelöst, woraufhin der Sender die Nominierung zurückzog.

Naidoo war wiederholt durch Äußerungen aus dem rechtsradikalen Spektrum aufgefallen. So behauptete er beispielsweise, Deutschland sei noch immer kein souveränes, sondern ein besetztes Land. 2014 trat er bei einer sogenannten Mahnwache für den Frieden auf, einer Veranstaltung der rechtsextremen Querfront-Bewegung. Einige seiner Lieder stehen zudem in der Kritik, gewaltverherrlichend und menschenverachtend zu sein. Der Sänger musste sich deshalb bereits vor Gericht verantworten.

Das ESC-Finale findet am 14. Mai statt. Die vergangenen Jahre waren für die deutschen Teilnehmer wenig erfolgreich gewesen. 2015 wurde Sängerin Ann Sophie mit null Punkten Letzte.