Selten war eine Halbzeitshow im Super Bowl so politisch, selten hat sie so viel Diskussion hervorgerufen: Superstar Beyoncé stellte ihr neues Werk Formation, das am Tag zuvor veröffentlicht worden war, einem Millionenpublikum vor. Mit großer Symbolkraft thematisiert sie darin unter anderem Rassismus und Polizeigewalt gegen schwarze Menschen.

Das Video sei alles, was die Halbzeitshow bislang nicht war, urteilt der New Yorker: politisch aufgeladen, sexy, visuell herausfordernd, konfrontierend und schwarze Südstaatenweiblichkeit feiernd. Auch wenn nicht alle der Zuschauer die Symbolik sofort verstanden haben dürften, schränkt das Magazin ein. Beyoncés Tänzerinnen formten in der Halbzeitshow etwa ein X – offenbar eine Anspielung auf den schwarzen Bürgerrechtler Malcolm X. 

Im Video ist Beyoncé auf dem Dach eines versinkenden Autos der Polizei von New Orleans zu sehen, eine Anspielung auf Polizeigewalt gegen schwarze Menschen und fehlende Unterstützung für die vor allem von ihnen bewohnte und durch den Hurrikan Katrina verheerte Stadt. Zudem stellt sie Bezüge zur Bürgerrechtsbewegung Black Lives Matter her.

Darüber hinaus ruft Beyoncé zu Stolz auf schwarze Herkunft und Identität auf: "I like my negro nose with Jackson Five nostrils", heißt es in einer Textzeile. "I like my baby hair, with baby hair and afros", singt Beyoncé, während im Video ihre Tochter mit Afrofrisur zu sehen ist und dann: "My Daddy Alabama, Momma Louisiana – You mix that negro with that Creole, make a Texas bama."

In zahlreichen Medien und in sozialen Netzwerken wird ihr Statement unterstützt, teils als Manifest gefeiert. Ein Abgeordneter der Republikaner wirft Beyoncé nun Hetze und Lüge vor. Der New Yorker Repräsentantenhausabgeordnete Pete King schrieb auf Facebook, das Video spreche sich für die revolutionäre Black-Panther-Bewegung und gegen Polizisten aus. Zudem beinhalte es eine Lüge über die tödlichen Schüsse eines weißen Beamten auf den schwarzen Michael Brown in der US-Kleinstadt Ferguson im August 2014.

"Beyoncé mag eine begabte Entertainerin sein, aber niemand sollte sich wirklich darum scheren, was sie über ernsthafte Angelegenheiten unseres Staates denkt", schrieb King. Die Auffassung, Brown sei von der Polizei bei dem Versuch ermordet worden, sich zu ergeben, sei eine Fabel. "Einfach formuliert war und ist das von Anfang bis Ende eine Lüge." Brown sei ein Krimineller gewesen, der zuvor ein Geschäft überfallen habe.