Der dänische Komponist Per Nørgård ist mit dem Preis der Ernst von Siemens Musikstiftung ausgezeichnet worden. Nørgård erhielt den Preis am Montagabend im Münchner Prinzregententheater für "ein Leben im Dienste der Musik".

"Per Nørgård ist einer der originellsten Komponisten des Nordens, dessen Werk doch weit über die skandinavischen Grenzen hinaus von einzigartiger Bedeutung ist", urteilte das Stiftungskuratorium. Das Lebenswerk des 1932 geborenen Dänen erstrecke sich über nahezu alle musikalischen Gattungen. "Nørgårds Musik hat ihren Ursprung dabei fest in der musikalischen Tradition Skandinaviens, ohne jedoch in ihr zu verharren."

Nørgård wuchs als Sohn eines Textilkaufmanns in einem Arbeiterviertel Kopenhagens auf. Seine Eltern betrieben einen Brautmoden-Laden. Der Sohn schlug eine ganz andere Richtung ein und entschied sich für die Musik. Er entwickelte eine kompositorische Technik, die er infinity series nennt. Dabei handelt es sich um eine Methode, bei der sich dieselben musikalischen Strukturen immer wieder neu auf verschiedenen Ebenen entfalten.

Der Ernst von Siemens Musikpreis ist mit 250.000 Euro dotiert und wird auch als Nobelpreis der Musik bezeichnet. Im vergangenen Jahr wurde der Dirigent Christoph Eschenbach geehrt. Erstmals verliehen wurde die renommierte Auszeichnung vor 42 Jahren. In die lange Liste der Preisträger reihen sich Größen wie Benjamin Britten, Herbert von Karajan, Yehudi Menuhin, Daniel Barenboim und Anne-Sophie Mutter ein. Insgesamt vergibt die Ernst von Siemens Musikstiftung Preis- und Fördergelder in Höhe von drei Millionen Euro.