"Mit tiefem Schmerz teilen wir mit, dass der legendäre Dichter, Songschreiber und Künstler Leonard Cohen gestorben ist", heißt es auf der Facebook-Seite von Leonard Cohen. "Wir haben einen der verehrtesten und produktivsten Visionäre verloren." Eine Gedenkveranstaltung zum Tod der kanadischen Musiklegende werde zu einem späteren Zeitpunkt in Los Angeles stattfinden. Die Familie bitte darum, ihre Privatsphäre zu respektieren. Cohens Label Sony Music Canada bestätigte den Tod des Künstlers. Er ist am 7. November verstorben und bereits beerdigt.

Geboren wurde Leonard Cohen 1934 als Sohn einer wohlhabenden jüdischen Familie in der ostkanadischen Stadt Montreal. Schon als Kind lernte er Gitarre spielen und hatte bald Auftritte in Cafés und Clubs. Vor allem wollte Cohen aber schreiben, Gedichte und später auch Romane. In den frühen sechziger Jahren zog er sich dafür zeitweise völlig auf die griechische Insel Hydra zurück. Viele seiner Veröffentlichungen wurden von Kritikern gefeiert. 2011 bekam er den spanischen Prinz-von-Asturien-Preis für Literatur.  

Weltberühmt wurde Cohen aber mit seiner Musik und Liedern wie Hallelujah, So Long, Marianne und Suzanne. Den Durchbruch als Musiker hatte Cohen in den sechziger Jahren in New York geschafft, wo er im legendären Chelsea Hotel lebte und Kollegen wie Bob Dylan, Joni Mitchell und Janis Joplin kennenlernte – Letzterer setzte er in dem Song Chelsea Hotel No. 2 ein Denkmal. Cohen war sein Leben lang spirituell und galt als Frauenheld.

Der Kanadier hatte zuletzt in Los Angeles in der Nähe seiner beiden Kinder gelebt. Erst im vergangenen Monat hatte Cohen seine letzte Platte herausgebracht, You Want It Darker. In den Songs setzte er sich mit der eigenen Sterblichkeit auseinander. Bei einem Interview im Magazin New Yorker hatte er jüngst angedeutet, dass er sich dem Sterben nah fühle. "Ich bin bereit, zu sterben. Ich hoffe nur, es wird nicht zu ungemütlich. Das ist es dann auch schon für mich."

"Nur Bob Dylan hat einen tief greifenderen Einfluss auf seine Generation gehabt und vielleicht nur Paul Simon und seine Landsfrau Joni Mitchell waren auf einer Stufe mit ihm als Songpoet", urteilte das Musikmagazin Rolling Stone. Die New York Times würdigte Cohen als "einen der bedeutendsten Songschreiber unserer Zeit".