Der Komponist Klaus Huber © Charlotte Oswald/dpa

Der Schweizer Klaus Huber gehörte zur Generation berühmter moderner Komponisten wie Pierre Boulez, Hans Werner Henze und Karlheinz Stockhausen. Nun ist er mit 92 Jahren in Perugia gestorben.

Hubers Ausgangspunkt war die Serielle Musik in der Nachfolge Anton Weberns. Er ließ jedoch immer Gestaltungsspielräume offen. Seit den 1980er-Jahren wandte er sich vermehrt der arabischen Musik zu. Dazu gehörte auch seine Beschäftigung mit arabischen Rhythmusmodellen und arabischer Dichtung.

Nach einer Ausbildung als Lehrer im Berner Oberland studierte er Musiktheorie, Komposition und Violine an der Hochschule für Musik und Theater in Zürich. Von 1949 bis 1955 war er Geigenlehrer am Zürcher Konservatorium. Mit seiner Kammerkantate Des Engels Anredung an die Seele erlangte Huber bei den Weltmusiktagen der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik 1959 in Rom erstmals internationale Anerkennung. Von 1973 bis 1990 hatte er eine Professur für Komposition an der Musikhochschule in Freiburg inne. Zu seinen Schülern gehörte unter anderem der deutsche Komponist, Musikwissenschaftler und Essayist Wolfgang Rihm.

Huber war Humanist und dachte auch politisch. Sein Werk orientiert sich an geistlichen Fragen. So verwendete er Texte zum Beispiel aus der Bibel oder von mittelalterlichen Mystikern. Eine zentrale Bedeutung hatten für ihn groß angelegte Oratoriumskompositionen wie ... inwendig voller Figur ..., sein Beitrag zum Dürerjahr 1971. Daneben nahm aber auch die Kammermusik einen wichtigen Platz in seinem Werk ein und die szenische Gestaltung von Musik außerhalb von Oratorium und Oper. 2009 erhielt er den renommierten Musikpreis der Ernst von Siemens Stiftung. Verheiratet war er mit einer früheren Schülerin, der koreanischen Komponistin Younghi Pagh-Paan.