Los Angeles - Sänger Tom Petty ist tot Der Leadsänger der Band „Tom Petty and the Heartbrakers“ ist im Alter von 66 Jahren gestorben. Tom Petty hatte in seinem Haus in Malibu einen Herzinfarkt erlitten. © Foto: Eduardo Munoz/Reuters

Der US-amerikanische Rocksänger und Songwriter Tom Petty wurde für seinen außergewöhnlichen, aber am Boden gebliebenen Stil gefeiert. Nun ist er tot. Der 66-Jährige habe einen Herzstillstand erlitten und sei in einem Krankenhaus in Los Angeles gestorben, sagte seine Sprecherin Carla Sacks. Kurz zuvor hatte Pettys Tochter noch den Tod des Vaters dementiert, US-Medien hatten ihre Berichte daraufhin zurückgezogen.

Der Musiker wurde in den 1970er Jahren mit seiner Band Tom Petty & the Heartbreakers und Liedern wie American Girl, Free Fallin' oder Listen to her Heart berühmt. Die Band veröffentlichte 13 Alben, Petty nahm außerdem drei Soloalben auf. In den 1980er-Jahren tourte Petty mit Musikgrößen wie Bob Dylan, George Harrison und Jeff Lynne durch die USA. 

Die Rock and Roll Hall of Fame, die Petty 2002 aufnahm, pries seine Musik als "dauerhaften, hart arbeitenden, einnehmenden und einfachen" Rock an. Seinen ersten Nummer-eins-Hit hatte Petty erst im Jahr 2014 mit Hypnotic Eye. Als Songschreiber konzentrierte er sich meist auf die alltäglichen Schwierigkeiten des Lebens und den Willen, diese zu überwinden. "Ich denke, Glaube ist sehr wichtig, um durchs Leben zu kommen", sagte Petty 1989 in einem Interview. "Ich denke, es ist zuallererst wichtig, dass du an dich selbst glaubst."

Mehr Leben, weniger Promotion

Das 40. Jubiläum der Bandgründung feierten Tom Petty & the Heartbreakers in den vergangenen Monaten mit einer großen Tournee mit 53 Auftritten in 24 US-Staaten. "Ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich nicht glaube, dass das die letzte große Tour ist. Wir sind alle bereits Ende 60", hatte Petty im Dezember 2016 dem Musikmagazin Rolling Stone gesagt. Er wolle sich vermehrt um familiäre Angelegenheiten kümmern und nicht monatelang als Musiker unterwegs sein.

In dem Interview äußerte sich Petty verärgert über die Unterhaltungsindustrie: "Es ist inzwischen alles so wahnsinnig medienorientiert. Es ist fast, als würde man dafür bestraft, dass man eine Platte gemacht hat. Das Internet, Satellitenradio, Satellitenfernsehen – es gibt zu viele Medien und zu viele Promotionkanäle. Mehr jedenfalls, als ich bedienen will. Dieses Interview ist das letzte, weil ich auch ein Leben zu leben habe. Ich kann nicht jeden Tag damit zubringen, die Bedürfnisse der Plattenfirma oder der Medien zu erfüllen, um die Platte zu promoten."

Mit Bob Dylan auf Tournee

Tom Petty wurde am 20. Oktober 1950 als Thomas Earl Petty in Gainesville im US-Bundesstaat Florida geboren. Er beendete die Highschool im Jahr 1968 und ging dann ein Jahr aufs College. Seine erste Band hieß The Sundowners, benannte sich aber wenig später in Epics um und wurde schnell lokal bekannt. Ab 1970 hieß die Band Mudcrutch.

Seine eigentliche Karriere begann der Musiker 1976 mit der Band Tom Petty & the Heartbreakers und dem gleichnamigen Debütalbum der Band. 1987 ging Petty mit Bob Dylan auf Welttournee und spielte im September auch vor mehr als 80.000 Fans im Treptower Park in Ostberlin.

1989 veröffentlichte Petty sein erstes Soloalbum Full Moon Fever. Hits dieses Albums waren I Won’t Back Down, Free Fallin’ und Runnin’ Down a Dream. Außerdem ist auf dem Album eine Coverversion des Byrds-Stücks Feel a Whole Lot Better enthalten, das Pettys kommerzieller Durchbruch wurde. Es erreichte den dritten Platz der US-amerikanischen Albumcharts und wurde fünfmal mit Platin ausgezeichnet.

Rolling Stone listete Petty auf Rang 91 der 100 größten Musiker sowie auf Rang 59 der 100 besten Songwriter aller Zeiten. Von 1974 bis 1996 war Tom Petty mit Jane Benyo verheiratet, mit der er zwei Töchter hatte – Adria, eine Filmemacherin und die Musikerin und Schauspielerin Annakim Violette. 2001 heiratete Tom Petty Dana York.