Die erfolgreiche Pianistin Anastassiya Dranchuk wird nicht abgeschoben. Der Berliner Innensenator Andreas Geisel (SPD) sprach sich dafür aus, dass die Künstlerin in Deutschland bleiben darf. Er folgte am Freitag einer entsprechenden Empfehlung der Härtefallkommission, berichtet die Berliner Zeitung. Damit kann die von der Abschiebung bedrohte Dranchuk eine neue Aufenthaltsgenehmigung erhalten.

Innensenator Geisel begründet seine Entscheidung laut Angaben eines Sprechers damit, dass die Pianistin bereits seit 17 Jahren im Land lebe, integriert sei und über ein eigenes Einkommen verfüge.

Nach einer über ein Jahr andauernden Auseinandersetzung hatte die in Kasachstan geborene Dranchuk kurz vor Weihnachten von der Berliner Ausländerbehörde eine Aufforderung zur Ausreise erhalten. Zuvor war sie von ihrer Universität exmatrikuliert worden, weil sie wegen Konzerten an mehreren Prüfungen nicht teilgenommen hatte. 

Der Aufenthaltsstatus war zuvor an ihr Studium in Deutschland geknüpft. Dranchuk hatte es versäumt, sich um eine Alternative für ihre Aufenthaltsgenehmigung zu bemühen.

Die 1989 in Kastachstan geborene Dranchuk war wegen ihres Talents noch als Kind von der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" eingeladen worden, nach Berlin zu ziehen. Als 12-Jährige kam sie mit ihren Eltern in die Hauptstadt und wurde immer bekannter. Sie spielte bei Empfängen der Bundesregierung und bei international renommierten Konzerten. 

"Deutschland ist meine Heimat. Es ist das Land, das ich liebe", sagte sie gegenüber dem rbb. Wie Leistungssportler mache auch sie eine bestimmte Sache gut, nämlich ihren Beruf. "Aber im richtigen Leben sind wir manchmal etwas unfähig, was zum Beispiel Disziplin angeht", sagte die 28-Jährige.