Spätburgunder Wettbewerb 2007 Die Mosel ist im Kommen
Die Mosel ist als Rotweingebiet stark im Kommen. Die Zahl der dort produzierten Spätburgunder wächst von Jahr zu Jahr und die Qualität wird immer besser. Mario Scheuermann über den zweiten Siegerwein unseres Wettbewerbs
Markus Molitor ist und bleibt der ungeschlagene Rotwein-König an der Mosel.
Aber – und dies ist das überraschende Ergebnis dieses Wettbewerbs – die
Mitbewerber sind ihm mit dem Jahrgang 2005 dichter auf den Versen als jemals
zuvor. Wie bereits in den beiden Vorjahren konnte Molitor zwar die
Regionalentscheidung des Spätburgunderpreises wieder für sich entscheiden
und dazu auch noch die Plätze 3 und 4 belegen. Aber sein Sieg war nicht
mehr ganz so souverän.
Der Wein auf Platz zwei vom Winninger Winzer Horst
Löwenstein hatte nur einen winzigen Rückstand von 0,2 Punkten.
Während im vergangenen Jahr Molitors Himmelreich-Pinot aus Graach die Nase
vorne hatte, ist es in diesem Jahr der Drei-Sterne-Wein aus der Lage
Klostergarten in Brauneberg. Das ist die Lage, die bereits komplett mit
Klonen einer französischen Rebselektion aus Burgund bestockt ist.
Entsprechend burgundisch war auch die Anmutung dieses Weins, der aus einer
tiefgründigen Lage mit einem hohen Anteil von fleinsplittrigen Schiefer
stammt. Die gute Wasserspeicherkapazität befördert eine sehr starke
Extraktion der Minerale des Bodens. Die Reben sind jetzt im neunten Jahr,
verlassen also allmählich das jugendliche Alter und haben bereits einiges an
Substanz in Wurzel und Holz gebildet. Der Ertrag lag mit 15 hl/ha wieder
extrem niedrig. Der Wein wurde 16 Monate in neuen Barriques aus
französischer Eiche ausgebaut und unfiltriert gefüllt.
Angesichts der geringen verfügbaren Menge von gerademal 1.000 Flaschen und
dem nun mehr doch seit Jahren anhaltenden Erfolg mit diesem Wein hat der
Winzer es gewagt ihn 2005 auch preislich in der Icon-Klasse anzusiedeln und
verlangt 54 Euro für die Flasche.
Noch ein paar Worte zum Zweitplatzierten; denn das kleine Familien-Weingut
von Horst Löwenstein hat nicht annähernd den Bekanntheitsgrad des Siegers.
Auch dieser Wein stammt aus einer Schiefer-Steillage allerdings nicht vom
Mittellauf der Mosel sondern vom Unterlauf nahe der Mündung in den Rhein, wo
Löwenstein 4,5 Hektar bewirtschaftet.
Bei einer Bestenauswahl der regionalen Weinwerbung landete dieser Wein vor
einigen Wochen auf Platz 1. Sein erneuter Erfolg kommt also nicht ganz
unerwartet.
Auch diese Rebanlage ist inzwischen fast zehn Jahre alt. Der
Ertrag ist allerdings deutlich höher und der Wein wurde in Barriques aus
deutscher Spessarteiche ausgebaut, was ihm einen völlig anderen Charakter
verleiht. Allerdings ist auch er nur in einer recht bescheidenen Menge
verfügbar, wenn auch zu einem Drittel des Preises des Siegers.
Der Siegerwein
2005 Brauneberg Klostergarten
***
Weingut Markus Molitor, Bernkastel-Wehlen, Mosel
Flaschen: 1.000 Flaschen
Preis: ca. 54 Euro, nur limitierte Abgabe
Erscheinungstermin: Anfang September
Degustationsnotiz von Mario Scheuermann:
Dunkles rubinrot. Eine wunderbare Nase, total burgundisch in der Anmutung,
herrlich dunkle Beerenfrucht, Pflaumen, etwas Cassis und Kräuter, viel
Mineralität. Ein komplexer, dichter und dennoch eleganter Burgunder.
Nachhaltig, etwas Kaffee im Abgang, sehr lang und sehr gut strukturiert.
Das Weingut
Weingut MARKUS MOLITOR
Haus Klosterberg, 54470 Bernkastel-Wehlen
Fon: +49-(0)6532-3939
Fax: +49-(0)6532-4225
E-Mail: info@markusmolitor.com
Internet:
www.markusmolitor.com
Die weiteren Bestplatzierten der Regionalentscheidung Mosel/Saar
Platz 2 :
2005 Winningen Domgarten Spätburgunder Auslese trocken
Weingut Horst Löwenstein, Winningen
Platz 3:
2005 Graach Himmelreich Spätburgunder ***
Weingut Markus Molitor, Bernkastel-Wehlen
Platz 4:
2005 Brauneberg Klostergarten Spätburgunder **
Weingut Markus Molitor, Bernkastel-Wehlen
Platz 5:
2005 Spätburgunder No. 1
Weingut Später-Veit, Piesport
2005
Spätburgunder trocken Barrique
Weingut Bauer, Mülheim
- Datum 29.06.2007 - 04:58 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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