Spätburgunder Wettbewerb 2007 Stilist aus dem Ländle
In den vergangenen Jahren tauchte der Name des Weingutes Heid aus Fellbach bei Stuttgart immer wieder unter den Top Ten dieses regionalen Wettbewerbs auf. Aber stets hatten andere die Nase vorn. In diesem Jahr hat es endlich gereicht. Mario Scheuermann über die dritte Runde unseres Spätburgunder-Wettbewerbs
Der Sieg war nach Punkten gerechnet knapp, aber es war eine einstimmige Entscheidung der Jury. Dieser Wein überzeugte durch die ausdrucksvolle Reife der Frucht und eine bei aller Opulenz doch sehr klare, zum Trinken animierende Stilistik. Auf den Rängen dahinter drängelten sich die Favoriten und auf einigen Plätzen wurde es wegen Punktgleichheit auch eng.
Wer in Württemberg Regionalsieger beim Spätburgunder werden will, muss vor allem eines. Er muss den großen Rotwein-Zampano Rainer Schnaitmann schlagen, der diese Vorentscheidung bereits drei Mal gewonnen hat und sich auch im bundesweiten Finale bereits mehrfach unter den Top Ten zeigte. Mit Platz 3 (Jahrgang 2001) und Platz 6 (Jahrgang 2004) empfahl er sich auch mal als möglicher Gesamtsieger der Zukunft. Und schon in diesem Finale gibt es für Heid und Schnaitmann zusammen mit den Weingärtner aus Bad Cannstatt und dem Sonnenhof aus Gündelbach ein Wiedersehen.
Das Weingut Heid ist ein recht kleiner Familienbetrieb. Die Rebfläche in hervorragenden Lagen wie Lämmler und Pulvermächer umfasst gerade fünf Hektar. Die Familie bewirtschaftet ihr Land bereits in der zehnten Generation. Aber erst der Vater des heutigen Inhabers wagte den Sprung in die Selbstvermarktung.
Markus Heid übernahm den Betrieb im Jahr 1996 und hat seither die Qualität Jahr für Jahr verbessert. Alle seine Weine zeichnen sich durch eine brillante frische Klarheit aus, so dass man durchaus von einer Heid-Stilistik sprechen kann. Egal ob Riesling oder eben auch beim Spätburgunder. Bei dem Siegerwein handelt es sich um eine Selektion des besten Lesegutes, das sehr spät im Oktober mit über 100 Grad Öchsle, also mit hoher Auslese-Qualität, geerntet wurde.
Neben diesen beiden klassischen Sorten des Remstals und dem ebenfalls traditionellen Lemberger setzt der experimentierfreudige Winzer aber vermehrt auf neuen Sorten: St. Laurent und Syrah bei den roten und Sauvigno blanc bei den weißen. Und auch da gehört er bereits zu den besten seiner Zunft. Mitten im konservativen Ländle hat in den Weinbergen der Familie Heid die Zukunft bereits begonnen.
Der Siegerwein
2005
Fellbach Goldberg Spätburgunder trocken
Weingut Heid, Fellbach
Flaschen: 900 Flaschen
Preis: ca. 19,50 Euro
Degustationsnotiz von Mario Scheuermann:
Dunkles rubinrot. Eine schöne würzige und schokoladige Nase mit aufkommender dunkler Kirschfrucht. Am Gaumen saftig, eine herrlich klare und reine Frucht von dunklen Beeren. Rund, weich und fleischig. Die Tannine haben sich perfekt eingebunden. Das ist ein richtig vergnüglicher Wein ohne Kanten, aber mit Stil und Klasse.
Das Weingut
Weingut HEID
Cannstatter Strasse 13/2, 70734 Fellbach
Fon: +49-(0)7 11 – 58 41 12
Fax: +49-(0)7 11 – 58 37 61
E-Mail: info@weingut-heid.de
Internet: www.weingut-heid.de
Die weiteren Bestplatzierten der Regionalentscheidung Württemberg
Platz 2:
2005 Samtrot „S“
Weingärtner Bad Cannstatt, Stuttgart
http://www.wg-cannstatt.de/
Platz 3:
2005 Simonroth „R“
Weingut Rainer Schnaitmann, Fellbach
http://weingut-schnaitmann.de
Platz 4: 2005 Spätburgunder Auslese trocken
Weingut Sonnenhof, Vaihingen-Gündelbach
http://weingutsonnenhof.de
Platz 5: 2005 Simonroth „S“ Weingut Rainer Schnaitmann, Fellbach
- Datum 06.07.2007 - 05:02 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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