Zum ersten Mal in der Geschichte dieses Wettbewerbs wurde für die Winzer an der Hessischen und der Badischen Bergstrasse sowie aus dem Odenwald eine eigene regionale Ausscheidung organisiert. Politisch und bezeichnungsrechtlich getrennt führen beide Anbaugebiete ein unverdientes Dornröschendasein in Sachen Rotwein, das es zu beenden galt.

Offiziell ist die Hessische Bergstrasse mit 441 Hektar das kleinste unter den deutschen Weinbaugebieten. Aber dabei handelt es sich nur um den nördlichen Teil dieser Region. Der südliche Teil mit ebenfalls knapp 400 Hektar bei Heidelberg gehört politisch zu Baden. Zugleich ist diese malerische Hügellandschaft an den westlichen Hängen und Ausläufern des Odenwaldes eine weitgehend unbekannte Schöne.

Die 16 Weine, die von ihren Erzeugern angestellt wurden, zeigten durchgängig hohes Niveau und ließen gemeinsame Züge erkennen. Es sind oftmals weiche und schmeichelnde Weine, die bereits in der Jugend sehr zu gefallen wissen, wobei aber die besten durchaus Substanz für eine längerfristige Entwicklung haben.

Der Siegerwein vom Weingut Thomas Seeger aus Leimen ist geradezu ein Musterbeispiel. Frisch aus dem Barrique präsentierte er sich zunächst noch etwas ruppig, um dann aber im Glas schnell zu harmonischer Form aufzulaufen. Dies verschaffte ihm wohl den kleinen Punktvorsprung vor der zweitplatzierten Spätlese aus der Lage Ritterberg der Winzergenossenschaft Schriesheim. Dieser wuchtige, etwas kantige und kräuterwürzige Wein zählte für mich zu den großen Überraschungen dieser Konkurrenz, zumal diese außerhalb der Region wenig wahrgenommene Genossenschaft mit Platz neun noch einen zweiten Wein in die Top Ten brachte.