Am Ende triumphierten Pfalz und Rheingau. Damit ist der diesjährige Deutsche Spätburgunderpreis vergeben. Sieben Weine der ersten zehn kommen aus diesen beiden Anbaugebieten. Gewonnen hat mit einem hauchdünnen Vorsprung vor dem Rheingauer Vorjahressieger aus Assmannshausen das Weingut Schumacher aus dem pfälzischen Herxheim mit einem Reserve-Wein aus der Lage Himmelreich Garten. Auch Platz drei ging in die Pfalz, und zwar wie im Vorjahr an das Weingut Oekonomierat Kleinmann in Birkweiler für den Signatur 2004.

Bis Mitte der 90er Jahre war dieser Betrieb und auch die Lage Himmelreich fast in Vergessenheit geraten; denn über mehrere Jahrzehnte wurden die Weine ausschließlich für den Bedarf des der Besitzerfamilie gehörenden Restaurants Gutschänke Neuhof in Dreieich produziert. Betriebsleiter Michael Acker achtete zwar immer auf hohe Qualität, aber die Weinszene nahm keine Notiz davon.

Das änderte sich grundlegend, als Annetrud Franke Mitte der 1990er Jahre das Gut als Erbe übernahm. Sie änderte die Vermarktungsstrategie und stellte sich der Konkurrenz des freien Marktes. Seither wurde das Gut bei zahlreichen Wettbewerben mit Preisen überhäuft: Finalist beim Vinum-Rotwein-Preis 1996 (Pinot Noir) und 1997 (Dornfelder), erster Preis beim Silvanerforum (1999), fünfter Platz beim Pinot Cup (2002), Goldmedaille bei Riesling du Monde (2006) und ein gutes Dutzend Grand Prix beim Hamburger Weinsalon. Der Sieg beim deutschen Spätburgunderpreis kommt genau richtig zum 25-jährigen Betriebsjubiläum, das Michael Acker im kommenden Jahr feiern kann. Seit 1981 zeichnet der Geisenheimabsolvent, der sein Handwerk noch beim alten Ökonomierat Rebholz in Siebeldingen gelernt hat, für die Schumacher-Weine verantwortlich.

Er wusste schon immer über die Einmaligkeit und um das Potenzial des speziellen Terroirs, das er hier vorgefunden hatte und das es zu formen galt. Dieser Teil der Unterhaardt um Herxheim, Kallstadt und Ungstein ist, was archäologische Ausgrabungen und mittelalterliche Urkunden belegen, seit römischer Zeit ununterbrochen Weinbaugebiet gewesen. Im Gegensatz zu Buntsandstein und Vulkanverwitterung herrschen hier Kalkböden vor, ideal für den Anbau von Burgundersorten, vor allem des roten Pinot noir - eine wahre Rotweininsel im Rieslingland.

Mittendrin liegt das Himmelreich, eine der wertvollsten pfälzischen Einzellagen. Das Herzstück wird als Garten bezeichnet und befindet sich im Alleinbesitz des Weingutes Schumacher. Der Garten ist Teil der imposanten Anlage des ehemaligen "Kleinen Hofguts" der Zisterzienser-Mönche aus Kloster Höhningen, das als Klosterschaffnerei diente. Die Familie Schumacher erwarb es 1882.