Die Mosel gilt den meisten Weinfreunden heute als das deutsche Riesling-Paradies schlechthin. Das war nicht immer so. Möglicherweise wird es auch in Zukunft irgendwann wieder anders sein, wenn sich nämlich die klimatischen Bedingungen weiter derart ändern, wie in den zurückliegenden drei Jahrzehnten.

Bis ins späte 19. Jahrhundert waren weite Teile der Mosel mit anderen, vor allem roten Sorten bestockt. Riesling war die absolute Ausnahme, galt nur in den allerbesten Lagen als Erfolg versprechend. Heute ist das genau umgekehrt. Allerdings kann man seit den 1980er Jahren eine stete Rückkehr der roten Sorten beobachten. Rund 800 Hektar - etwa neun Prozent - der Anbaufläche sind inzwischen mit roten Rebsorten bestockt - viel Grobzeug ist darunter wie der Massenträger Dornfelder, aber eben auch der edle Spätburgunder.

Angesichts der hohen Nachfrage nach Rotwein in den vergangenen Jahren haben viele Güter ihr Sortiment entsprechend ergänzt. Es gibt bereits weit über 100 Betriebe, die Spätburgunder erzeugen. Die Website des Weinbauverbandes nennt die Sorte als Nummer fünf hinter Riesling, Rivaner/Müller-Thurgau, Elbling und Kerner.

Mit Markus Molitor in Bernkastel-Wehlen hat es ein erster Mosel-Betrieb bereits in die Spitzenliga der besten deutschen Spätburgunder geschafft. Seine Weine konkurrieren seit einigen Jahren sehr erfolgreich in unserem deutschen Spätburgunderwettbewerb mit den besten Rotweinen aus den Traditionsgebieten im Rheingau, an der Ahr, in Baden und der Pfalz. Wie schon im vergangenen Jahr kommt der Regionalsieger des Wettbewerbs aus diesem Betrieb.

Der Ausnahmewinzer Markus Molitor überlässt nur das dem Zufall, wozu ihn die Launen der Natur zwingen. Alles andere wird generalstabsmäßig geplant und konsequent durchgesetzt, egal ob es sich um eine Selektion für einen trockenen Spitzenriesling, einen seiner edelsüßen Versteigerungsweine handelt oder eben auch um den besten Rotwein der Mosel.