Fotografie

Verlassene Weihnachtsbäume

Eine Nordmanntanne muss zwölf Jahre lang gehegt werden, bevor sie zwei Meter hoch ist. Für die Weihnachtstage wird sie bis zur Unkenntlichkeit mit Lametta und Goldkugeln dekoriert - um nur wenige Tage später mit abgeknickter Spitze auf der Straße zu verkümmern. Wir sehen die Christbäume neben Hauseingängen, auf Bürgersteigen, abgestellt zwischen parkenden Autos. Die Fotografin Mary Scherpe hat im vergangenen Winter für ihr Projekt "Abandoned Christmas Trees" solche Bäume auf Berliner Straßen mit der Kamera festgehalten. Auf ihren Bildern entwickeln diese toten Bäume, diese Abfallprodukte des Weihnachtskonsums, eine eigenartige Schönheit. Fast trotzig scheinen sie der Stadt in den stillen Tagen zwischen den Jahren ein wenig von der Natur zurückzugeben, aus der sie gerissen wurden.

Mehr Bilder der Fotografin finden Sie unter www.maryscherpe.de

Leser-Kommentare
    • bibber
    • 29.12.2009 um 12:52 Uhr

    Diese Weihnachtsbäume sind Zeichen unserer Verschwendungssucht und Desorientierung. Und sie sind auch Zeichen dafür, daß Weihnachten ein merkwürdiges Phänomen ist: seit September wird es erwartet und gefürchtet, und kaum ist es gekommen, ist es auch schon wieder vorbei. Niemandem kann man mehr "Fröhliche Weihnacht" zurufen, nicht mehr besonders freundlich sein ohne wie ein Geisteskranker angeschaut zu werden. Das zeigt deutlich, das es eigentlich keine Substanz hat und nur den Kaufleuten zum Geldmachen dient und den Kirchen dem Machterhalt. Die Nachhaltigkeit von Weihnachten besteht darin, daß die, die es feiern, sich jedes Jahr wieder wie die Schafe der Herde anschließen. Die es nicht feiern, werden ohnehin ausgegrenzt, sie existieren in unserer Gesellschaft nicht offiziell. Es darf sie gar nicht geben, denn wer soll denn sonst diesen Konsum - Rummel aufrecherhalten?

    PS wir feiern nicht mehr, seit wir diese Zusammenhänge vor etwa 15 Jahren erkannten. Unseren Kindern hat es nicht geschadet.

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    Zunächst ein Wort zu den Fotos: Ich finde diese Bilder überhaupt nicht gelungen. Sie haben weder fotographische Qualität, noch zeigt sich in ihnen eine trotzige Ästhetik. Es handelt sich einfach um Schnappschüsse von Weihnachtsbäumen auf der Straße - nicht mehr und nicht weniger.

    Dann ein Wort zu bibber: Weihnachten hat sicherlich sein kapitalistisches Potential, das ist aber nicht dem Fest an sich geschuldet, sondern den Interessen einer unchristlichen und profitorientierten Wirtschaftsethik. Wo Weihnachten dem Machterhalt der Kirchen dienen soll, sehe ich auch nicht so recht. Man kann das Fest auch ganz einfach als Anlass begreifen zusammenzurücken und eine schöne Zeit zu verbringen. Niemand zwingt einen schließlich die Heiligkeit Weihnachtens durch die Profanität des Kapitalismus zu ersetzen.

    Zunächst ein Wort zu den Fotos: Ich finde diese Bilder überhaupt nicht gelungen. Sie haben weder fotographische Qualität, noch zeigt sich in ihnen eine trotzige Ästhetik. Es handelt sich einfach um Schnappschüsse von Weihnachtsbäumen auf der Straße - nicht mehr und nicht weniger.

    Dann ein Wort zu bibber: Weihnachten hat sicherlich sein kapitalistisches Potential, das ist aber nicht dem Fest an sich geschuldet, sondern den Interessen einer unchristlichen und profitorientierten Wirtschaftsethik. Wo Weihnachten dem Machterhalt der Kirchen dienen soll, sehe ich auch nicht so recht. Man kann das Fest auch ganz einfach als Anlass begreifen zusammenzurücken und eine schöne Zeit zu verbringen. Niemand zwingt einen schließlich die Heiligkeit Weihnachtens durch die Profanität des Kapitalismus zu ersetzen.

  1. 2.

    Zunächst ein Wort zu den Fotos: Ich finde diese Bilder überhaupt nicht gelungen. Sie haben weder fotographische Qualität, noch zeigt sich in ihnen eine trotzige Ästhetik. Es handelt sich einfach um Schnappschüsse von Weihnachtsbäumen auf der Straße - nicht mehr und nicht weniger.

    Dann ein Wort zu bibber: Weihnachten hat sicherlich sein kapitalistisches Potential, das ist aber nicht dem Fest an sich geschuldet, sondern den Interessen einer unchristlichen und profitorientierten Wirtschaftsethik. Wo Weihnachten dem Machterhalt der Kirchen dienen soll, sehe ich auch nicht so recht. Man kann das Fest auch ganz einfach als Anlass begreifen zusammenzurücken und eine schöne Zeit zu verbringen. Niemand zwingt einen schließlich die Heiligkeit Weihnachtens durch die Profanität des Kapitalismus zu ersetzen.

    Antwort auf "Zeichen"
  2. 3. na ja

    Sinnentleerte Kommentare, die Verschwendung besteht mehr in der Rechnerkapazität, um solchen Unfug zu publizieren.

    Der erste Schreiber könnte massiv zum Erhalt der Erde beitragen, wenn er seine Weisheiten nur innerhalb seiner Familie verbreiten würde.

  3. 4.

    ich brauch auch kein weihnachten.
    ist nur unnützer plunder.

  4. 5. schade

    eine "eigenartige schönheit" suche ich in diesen aufnahmen vergebens. ich stolpere ueber leuchtende ruecklichter, parkender autos und immer wieder frage ich mich, was der "fotografin" denn nun eigentlich wichtig war. der rote kleinwagen, oder die baumleiche?
    der serie fehlt meiner meinung nach konsequenz und leider auch koennen. insbesondere die nachtaufnahmen wirken lieblos und nehmen der serie den letzten halt.

    schade ... die zeit-auswahl hat doch sonst mehr zu bieten.

  5. sind mir viel zu kuschlig, bzw. für meine Vorstellung von 'abandoned christmas trees' ein paar Wochen zu früh gemacht. So ab Ende Januar wird das richtig zu Berlin-brutal, die Arrangements von Weihnachtsbaumleichen, Silvesterresten, reichlich Rollsplitt, aller möglicher anderer Müll, gefrorener Hundescheiße. Wer das ohne Suizidneigung übersteht, ist in Berlin zu Hause. Hier wird für die Fröhlichkeit im Sommer bezahlt - im Winter scheint mitunter auch das Lachen auf der Straße bei Prügelstrafe verboten.

  6. Ernüchterung folgt jedem Höhepunkt. Man kann sich und Anderen nur wünschen, dass uns dieses uralte Wechselspiel gleichgewichtig zuteil wird. Die offensichtlich ungleichgewichtige Zuteilung zeigt uns leider, dass das "Glück" oft lügt und unsere Existenz zum grössten Teil willkürlich und viel weniger "machbar" ist, als vielleicht manche von uns denken.
    Durchaus aussagekräftige Foto's, wie ich finde.

  7. Gerade habe ich euere schöne Website entdeckt^^
    Selbst bin ich Weihnachtsbaumhändler und freue mich schon sehr auf den diesjährigen Verkauf.
    In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein gesegnetes Fest.
    Gruß
    NT24.

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