Arbeit spielt im Leben der meisten Menschen eine zentrale Rolle. Oft wird mehr Zeit am Arbeitsplatz als mit Familie, Freunden und Freizeit verbracht. Ein guter Job ist zudem meist Voraussetzung für Lebensqualität und Zufriedenheit – aber gleichzeitig erschweren Großraumbüros, unbequeme Stühle und künstliches Licht das vollkommene Glück am Arbeitsplatz.

Aber Büroarbeit ist nicht Büroarbeit, wie die Gesellschaft verändert sich auch die Arbeitswelt: Modernere Kommunikationstechniken, neue Arbeitsorganisation und Führungskonzepte wie die Verlagerung von Einzel- hin zu Projekt- und Teamarbeit, flexible Arbeitszeiten für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Kindern beeinflussen die interne Büroorganisation – und damit auch die Gestaltung von Arbeitsplätzen.

Um dem Rechnung zu tragen, treffen sich alle zwei Jahre in Köln führende Hersteller und Einrichter für Bürodienstleistungen und stellen ihre Entwürfe für neue Formen des Arbeitens vor.

Doch schon das Betreten der wenigen Ausstellungshallen auf dem Kölner Messegelände versetzt den Besucher in Erstaunen: Gab es das alles nicht schon einmal? Zahlreiche Sitzmöbel, deren dünn gepolsterte Sitzflächen mit dunkelbraunem, orange-gelbem oder kieferngrünem Filz bezogen sind, erinnern an vergangene Zeiten. Und statt dem erwarteten Pioneergeist, weht der verstaubte Charme der siebziger Jahre zurück in die Arbeitswelt.

"Halt, das ist ein Missverständnis!", möchte man rufen, denn damals ging es um Effizienzsteigerung durch Fließbandbüroarbeit, autoritäre Chefs und strenge Hierarchien. Abgerechnet wurde im Minutentakt.

Die Vereinbarkeit von wohnen und arbeiten steht im Mittelpunkt. Tage, an denen von zu Hause im Home-Office gearbeitet wird, sind heute fast schon Standard, und mit dem Chef ist man per Du und überhaupt: Der Unterschied zwischen Heim und Arbeit wird immer geringer. Es ist also auch nicht verwunderlich, wenn sich die Möblierung von Wohn- und Arbeitszimmer immer mehr annähert.

Das Stichwort zum Trend lautet: Co-Creation. Der britische Designer James Irvine setzt diese Verwebung von Arbeits- und Wohnwelt mit seiner Skizze zum Citizen Office für Branchenprimus Vitra visuell um. Angelehnt an die Idee einer Großstadt, in der unterschiedliche Aktivitäten gleichzeitig am selben Ort möglich sind, sieht er das Büro als urbanen Ballungsraum. Konzentriertes Arbeiten, Kommunikation im Stehen oder Sitzen, der viel gepriesene "power-napping"-Kurzschlaf auf dem Sofa – das Büro wird zum Ort mit Optionen für jegliche Lebensform.