Mailänder MöbelmesseGipfeltreffen des Designs

Die Mailänder Möbelmesse ist nicht nur das Zentrum der internationalen Designszene. Auch viele Autohersteller und Markenartikler haben die Schau für sich entdeckt. von Katharina Kort

"Calission" wurde von Maurice Barilone als weiches Komfortbett für Roche Bobois entworfen.

"Calission" wurde von Maurice Barilone als weiches Komfortbett für Roche Bobois entworfen.  |  © Roche Bobois

Jetzt ist es wieder soweit. Von Dienstag, den 12., bis Sonntag, den 17. April, belebt die internationale Möbelmesse "Salone del Mobile" die Mode- und Designstadt Mailand. Längst hat sich die Messe, die in diesem Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum feiert, zum Happening entwickelt, das sich über die ganze Stadt verteilt. Auch mit dem Programm jenseits der eigentlichen Messe, dem sogenannten "Fuorisalone", lockt die Woche kreative Menschen aus aller Welt an. Während des Salone und des Fuorisalone verwandelt sich die Stadt in eine vibrierende Party-Meile mit Ausstellungen, Events und Feiern.Wer erst spät ein Hotelzimmer sucht, muss oft nach Bergamo oder in andere Städte rund um Mailand ausweichen, so groß ist die Nachfrage. Von diesem enormen Erfolg wollen längst nicht mehr nur die Möbelproduzenten und Designer profitieren. Auch immer mehr Konsumgüter-Hersteller hängen sich an den "Fuorisalone" dran.

In der Vergangenheit hat etwa Lavazza seine neuen Espresso- Maschinen präsentiert. Audi und BMW haben ihre neuen Modelle gezeigt, auch Siemens war präsent, und Panasonic hat als Sponsor Fernseher und Monitore zur Verfügung gestellt. In diesem Jahr wird wieder eine ganze Reihe von Unternehmen das Spektakel nutzen, um ihre Produkte zu präsentieren und sich bei dem hippen Publikum einen Namen zu machen: So ist etwa der koreanische Autohersteller Hyundai der Hauptsponsor des Fuorisalone und des "Brera Design District", einer Initiative des Fuorisalone, die sich im zentralen Stadtviertel Brera abspielt. Die Koreaner sind zum ersten Mal dabei. Zunächst hatte sich dieser Parallel-Salone rund um die Via Tortona im Südwesten der Stadt entwickelt. Doch längst ist er aus der Gegend herausgewachsen und macht sich mittlerweile auch in anderen Stadtvierteln breit, die vom Zentrum bis zur Gegend hinter dem Ostbahnhof Lambrate reichen.

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Der Autokonzern Hyuandai wird auf dem Fuorisalone im April nicht nur sein neues Modell, den Veloster, vorstellen, der in Italien im Mai auf den Markt kommt. Die Koreaner bieten auch einen Fahrdienst für Journalisten an und planen eine Abendveranstaltung rund ums Design mit Musik und Video- Projektion. Außerdem sponsort Hyundai 100 Studenten, die mit Kameras den Fuorisalone filmen und fotografieren und ihre Ergebnisse als Bürgerreporter möglichst in Echtzeit auf die Internetseite des Fuorisalone.it stellen.

Erschienen im Magazin Weltkunst, Ausgabe 04/11

Erschienen im Magazin Weltkunst, Ausgabe 04/11  |  © Weltkunst

"Der Salone del Mobile ist weltweit ein Maßstab für Design", erklärt der italienische Hyundai-Sprecher Carlo Sabbatini, warum sich sein Unternehmen für das Sponsoring entschieden hat. "Und da wir uns gerade als Marke neu positionieren und für modernes Premium-Design zu bezahlbaren Preisen stehen wollen, ist das der ideale Ort." Schließlich habe auch der neue Veloster mit seinen zwei Vordertüren und nur einer Hintertür ein gewagtes, neues Design. "Wir erreichen in Mailand eine sehr breite Zielgruppe, die über die Spezialisten des Designs hinausgeht", sagt Sabbatini. Auch der deutsche Autokonzern BMW wird vor allem mit seiner Marke Mini wieder präsent sein.

Das deutsche Unternehmen ist eine Partnerschaft mit der Design-Zeitschrift I nterni eingegangen und wird sowohl in der Staatlichen Universität als auch im Design- Museum Triennale eigene Installationen präsentieren, in denen auch die Autowelt zum Tragen kommt. BMW ist bereits seit zehn Jahren außerhalb der Möbelmesse präsent. "Für uns ist die Erfahrung bisher außerordentlich positiv gewesen, sowohl aus Mediengesichtspunkten als auch, was das Interesse des Publikums angeht", sagt die BMW-Sprecherin Maria Conti. Vor allem für das Kultauto Mini sei das Umfeld ideal. "Mini selbst ist schließlich auch ein Design- Objekt", sagt Conti.

Leserkommentare
  1. Die obigen 2 Links führen zu einem Online-Shop und sollten hier keinen Platz finden.

  2. Können Sie, Frau Kort, bitte einfach drüberschreiben, es sei Werbung?

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  • Schlagworte BMW | Siemens AG | Hyundai | Italien | Mailand
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